TNicht nur günstig: Diese Neubauten plant die Wohnstätte Stade
Zwei der futuristisch anmutenden Wohnwürfel will die Wohnstätte in Hahle bauen. Foto: Elke Oltmann
Die Wohnstätte gilt als günstiger Vermieter in Stade. In den Altbestand wird kräftig investiert. Die Genossenschaft setzt aber auch auf neuen, teuren Wohnraum.
Stade. In ihrem zentralen Revier, im Stader Kopenkamp, entsteht gerade die „Neue Mitte“, ein Komplex mit acht Wohnungen und Gewerbeflächen. 5,2 Millionen Euro investiert die Wohnstätte dort, wo einst ein Edeka-Markt stand. 2027 sollen die Einheiten bezogen werden, unter anderem, von Bäcker Richter. Mieter zahlen 14 Euro pro Quadratmeter.
Die neue Mitte Kopenkamp wird gerade von der Wohnstätte gebaut. Kosten: gut fünf Millionen Euro. Foto: Wohnstätte
In Hahle will die Genossenschaft im Lerchenweg 8a/8b mit Hilfe öffentlicher Fördergelder zwei futuristisch anmutende Wohnwürfel als Effizienzhäuser 55 mit deutlich reduziertem Energieverbrauch bauen; in den Gebäuden sollen jeweils vier Wohnungen entstehen. Das deckelt die Miete auf 12 Euro. Die Wohnstätte hat noch weitere Objekte im Visier.
Deswegen investiert die Wohnstätte in teure Immobilien
So hat sie sich im entstehenden Quartier Gummi-Schmidt ein Gebäude mit neun Wohnungen gesichert. Wohnstätten-Vorstand Dr. Christian Pape lobt die Projektidee als städtebaulich gelungen, weil es einen Übergang vom Stadeum zur Altstadt schaffe. Für sein Haus sei es eine gute Gelegenheit, auch Angebote aus dem Premiumbereich im Portfolio aufzunehmen. Aber warum?
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Die Wohnstätte steht in erster Linie für erschwinglichen Wohnraum. Die Durchschnittsmiete aller 2600 Wohnungen liegt bei etwa 7,80 Euro pro Quadratmeter. Bei den Neubauten wird schon mal fast das Doppelte gezahlt. Pape nimmt das bewusst in Kauf.
„Auch für dieses Klientel gibt es eine Nachfrage bei uns“, sagt er. In vielen Gebieten sorgen höherpreisige Wohnungen für einen guten sozialen Mix im Quartier. Und: Er will die Mieter nicht verlieren, die sich entschließen, in eine höherwertige und damit teurere Wohnung zu ziehen.
Neubauten in Riensförde und bei Gummi-Schmidt
Angedacht ist auch ein Neubau in Riensförde auf einem gut 1000 Quadratmeter großen städtischen Grundstück an der Ecke Soltauer Straße/Schneverdinger Weg. Die Politik muss dem Verkauf noch zustimmen. Die Wohnstätte würde hier 14 Wohneinheiten bauen, 20 Prozent zu einem niedrigen Mietpreis, weil sie das Grundstück von der Stadt erwirbt.
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Neu ist auch ein Neubau in eigener Sache. Die Wohnstätte hat ihre Zentrale im Kopenkamp für 2,5 Millionen Euro erweitert, indem der Anbau aus den 70er Jahren um eine Etage aufgestockt wurde. Das bietet 300 Quadratmeter mehr Platz für die Verwaltung und ging einher mit einer energetischen Sanierung und einer neuen Fassade.

Wohnstätten-Chef Dr. Christian Pape vor dem neuen Anbau der Zentrale im Kopenkamp. Foto: Strüning
Ein Umzug aus dem Kopenkamp in eine andere Immobilie sei nicht infragegekommen. Pape: „Das hier ist unser Stammsitz.“
Volle Aufmerksamkeit fürs Sanieren im Bestand
Der Schwerpunkt bei den Investitionen liegt nach wie vor bei der Sanierung des Wohnungsbestandes. Hierfür wendete die Wohnstätte 2025 sieben Millionen Euro auf. Die Immobilieninvestitionen insgesamt mit Neubauvorhaben beliefen sich auf 11,1 Millionen Euro.
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In den vergangenen zehn Jahren summierte sich die Investitionen auf insgesamt 118 Millionen Euro. So steht es im Geschäftsbericht der Genossenschaft für 2025. Darin heißt es: „Damit leistet die Wohnstätte unverändert hohe und nachhaltige Beiträge in die Stadtentwicklung zur Entwicklung lebenswerter Quartiere in und für Stade.“
Zwei Beispiele: Im laufenden Jahr ist vorgesehen, mit dem Ausbau der Dächer Köhns Höhe 21/23 zu beginnen. Dort entstehen vier moderne Wohnungen, nachdem bereits im Vorjahr eine Sanierung des Hauses erfolgt ist. In 2026 sollen auch die beiden Hochhäuser im Streuheidenweg 12 und 14 mit insgesamt 66 Wohnungen aufgemöbelt werden. Veranschlagtes Investitionsvolumen: zwischen acht und zehn Millionen Euro.
Bei allen Bemühungen der Wohnstätte bleibt der Wohnungsmarkt spürbar angespannt. Die Leerstandsquote der Wohnungen liegt bei 1,2 Prozent. Das sind Quartiere, die gerade saniert werden und damit nicht bewohnbar sind. Deutlich wird der Druck auf dem Wohnungsmarkt anhand einer anderen Zahl: Bei der Wohnstätte liegen fast 2000 Gesuche vor.
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