Zähl Pixel
Korea-Konflikt

Nordkorea streicht Wiedervereinigung aus Verfassung

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un rückt von dem jahrzehntelangen Ziel einer Wiedervereinigung mit Südkorea ab. (Archivbild)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un rückt von dem jahrzehntelangen Ziel einer Wiedervereinigung mit Südkorea ab. (Archivbild) Foto: Uncredited/KCNA/KNS/dpa

Erstmals verzichtet Nordkorea in seiner Verfassung auf das Ziel der Einheit mit Südkorea. Experten interpretieren diesen Schritt höchst unterschiedlich.

Von dpa Mittwoch, 06.05.2026, 08:20 Uhr

Seoul/Pjöngjang. Nordkorea hat in einer überarbeiteten Verfassung sämtliche Bezüge zu einer Wiedervereinigung mit Südkorea gestrichen. Dies geht aus einem Dokument hervor, das Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap im Vereinigungsministerium in Seoul einsehen konnte.

Seit der Staatsgründung 1948 hatte es sich die nordkoreanische Regierung zum Ziel erklärt, auf eine politische Vereinigung mit dem Süden hinzuarbeiten. Erstmals rückte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Ende 2023 rhetorisch von diesem Ziel ab, er erklärte Südkorea damals zum „Hauptfeind“. Im Januar 2024 ließ die Regierung zudem das symbolische Denkmal für die Wiedervereinigung, ein 30 Meter hohes Monument im Süden der Hauptstadt Pjöngjang, abreißen.

Das nun auch in die Verfassung gemeißelte Abrücken von einer Wiedervereinigung mit Südkorea wird von Experten unterschiedlich interpretiert. Der von Yonhap zitierte Politikwissenschaftler Lee Jung Chul von der Seouler Nationaluniversität meint, die neue Politik könne eine Grundlage für die „friedliche Koexistenz“ beider koreanischer Staaten schaffen. Andere Experten sehen hingegen die Gefahr eines potenziell militärischen Konflikts zwischen den zwei Ländern gestiegen.

Seit dem Koreakrieg (1950-53) ist die koreanische Halbinsel geteilt in einen kommunistischen Norden und einen demokratischen Süden. Der Krieg endete zwar mit einem Waffenstillstand, doch bis heute haben beide Staaten keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Cold Case Peggy: Bis heute fehlt ein Täter

Der Fall Peggy ist ein bundesweit bekannter Cold Case - es ist unklar, wer für den Tod des Kindes verantwortlich ist. Über einen Fall, der vor 25 Jahren seinen Anfang nahm und das ganze Land bewegte.

Meloni wehrt sich mit KI-Bild gegen Deepfakes

Im Kampf gegen gefälschte Bilder von ihr im Internet setzt Italiens Premierministerin Giorgia Meloni auf Humor. Sie teilt ein KI-Bild von sich im Negligé - und verbindet das mit einem Appell.