Jahrgangsbeste

TNote 1,1 und 1,2: Stader Zwillinge machen doppeltes Traum-Abi am Athenaeum

Leni (links) und Maja Klar haben beide mit einer Eins vor dem Komma ihr Abitur am Athenaeum abgelegt.

Leni (links) und Maja Klar haben beide mit einer Eins vor dem Komma ihr Abitur am Athenaeum abgelegt. Foto: Haardt

Maja und Leni Klar haben ihr Abitur in der Tasche - und das mit traumhaften Noten. Die 19-jährigen Zwillinge verraten, wie ihnen das gelungen ist und was sie für die Zukunft planen.

Von Rebecca Haardt 30.06.2026, 00:13 Uhr

Stade. 1,1 und 1,2: Diesen Abischnitt haben die Schwestern Maja und Leni Klar jeweils erreicht. Leni hat damit das drittbeste Abitur am Athenaeum gemacht und Maja das beste. Die beiden haben nicht nur ihre tollen schulischen Leistungen gemein: Die beiden Staderinnen sind Zwillingsschwestern und haben in den gleichen Fächern ihr Abitur geschrieben.

Kein Neid zwischen den Geschwistern

Neid gab es zwischen den Schwestern nicht. „Natürlich ist der Vergleich immer da, man sieht ja, was die andere für Noten schreibt”, sagt Maja. Leni, die den etwas schlechteren Notendurchschnitt des Zwillingspaars hat, ergänzt: „Auf mich hat das keinen Einfluss, was Maja für Noten hat. Und ich habe mich auch für sie gefreut.” Maja sieht das ganz genauso.

Kommentare habe es aber ab und zu von Lehrern gegeben, die die Leistungen der Schwestern verglichen hätten. Das fanden sie etwas nervig, sagen die beiden.

Prüfungskurse taktisch gewählt

Da die beiden in fast allen Oberstufenkursen gemeinsam waren, lagen diese Vergleiche besonders nahe. Die Kurswahl sei aber nicht geplant gewesen: „Wir haben das nicht wirklich abgesprochen. Unsere schulischen Interessen und Stärken sind einfach sehr ähnlich”, sagt Maja. Die Kurse, in denen Maja und Leni ihre Abiprüfungen abgelegt haben, sind Englisch, Latein, Kunst, Mathe und Geschichte.

„Ich hatte überlegt, mehr Naturwissenschaften zu machen”, sagt Leni. Aber dann habe sie ihre Kurse eher taktisch gewählt, denn genau wie ihre Schwester wollte sie einen guten Abischnitt machen.

Weil sie ihre Kurse nach ihren Stärken gewählt hatten, mussten sie sich auf ihre Abiprüfungen nicht so intensiv vorbereiten wie andere, erzählen sie. Für ihre Leistungskurse - Kunst, Latein und Englisch - hätten sie auch nicht gut lernen können. Da sei es wichtig, die Grundlagen draufzuhaben und im Unterricht aufgepasst zu haben.

Das Abimotto ihres Jahrgangs war ABBI - The Winner Takes It All. In der Abizeitung wurde Leni zur Fashion-Queen gewählt.

Das Abimotto ihres Jahrgangs war ABBI - The Winner Takes It All. In der Abizeitung wurde Leni zur Fashion-Queen gewählt. Foto: Haardt

Einige der Prüfungen haben ihnen sogar Spaß gemacht: „Die Kunstprüfung war richtig schon”, findet Maja. Sie und ihre Schwester malen auch außerhalb der Schule gerne und konnten in der Prüfung ihr Können unter Beweis stellen. Leni hat außerdem die Englischprüfung gefallen: „Da ging es um Romantasy.”

Nicht alles ist ihnen leichtgefallen

Das heißt aber nicht, dass Leni und Maja alles leichtgefallen ist in der Oberstufe. „Ich fand den Aufwand für Deutsch recht groß”, erzählt Maja. Besonders die Hausaufgaben hätten ihr keinen Spaß gemacht. Wie ihre Schwester Leni sei auch sie nervös vor der mündlichen Prüfung in Geschichte gewesen: „So was hatten wir vorher noch nie gemacht”, sagt Maja.

Leni hat sich vor allem auf die Matheprüfung vorbereiten müssen. „Mathe war mit zwölf Punkten mein schlechtestes Fach”, erzählt sie. Zufrieden sei sie trotzdem damit.

Auf dem Abiball wird gefeiert - und sich verabschiedet

Die Abiturergebnisse haben sie vergangene Woche (16. Juni) bekommen. Die Bekanntgabe der Ergebnisse fiel dieses Jahr zufällig mit dem Brunnenspringen am Pferdemarkt auf den gleichen Tag. So konnten die Zwillinge ihre tolle Leistung direkt feiern.

Beim Brunnenspringen am Pferdemarkt haben Maja und Leni ihre tollen Ergebnisse gefeiert.

Beim Brunnenspringen am Pferdemarkt haben Maja und Leni ihre tollen Ergebnisse gefeiert. Foto: privat

Noch mehr feiern werden die beiden vor allem beim Abiball im Kirschenland am Freitag. Auf den freuen sich die Zwillinge schon seit Beginn der Oberstufe.

Doch in der Freude schwingt auch ein wenig Traurigkeit mit. „Das ist das letzte Mal, dass wir uns alle sehen”, sagt Maja. Der Jahrgang sei in der Oberstufe richtig zusammengewachsen, findet Leni. Jetzt gehe es für viele ihrer Mitschüler ins Ausland oder ins Studium.

Studienpläne weit weg von Stade

Auch Leni und Maja werden Stade bald zum Studieren verlassen. Für die beiden steht fest: Am liebsten wollen sie nach Heidelberg. Während Leni in die Medizin möchte, hofft Maja auf einen Studienplatz in der Psychologie. Sie will Psychotherapeutin werden.

Die Zwillinge haben zwar sehr gute Abinoten erreicht. Das heißt aber nicht, dass es auch mit dem Wunsch-Studienplatz klappt. Denn die Zulassungsbeschränkungen sind für Medizin und Psychologie oft sehr hoch. „Bei mir reicht es trotz der Eins vor dem Komma nicht”, sagt Leni. Sie hofft auf ein gutes Ergebnis im Medizinertest, den sie vor kurzem gemacht hat.

Ein bisschen werden die Zwillinge Stade vermissen. „Hier weiß man genau, wo alles ist”, sagt Leni. Aber die Vorfreude auf das Studium überwiegt für die Schwestern.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel