Leverkusen mit Nullnummer und „Frustbier“ ins Achtelfinale
Piräus Mehdi Taremi (r) im Duell mit Leverkusens Robert Andrich. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Bayer Leverkusen zieht nach einem torlosen Remis gegen Olympiakos Piräus ins Achtelfinale der Champions League ein. Dort wartet ein Duell mit Bayern München oder Arsenal.
Leverkusen. Nach der kontrollierten Nullnummer klatschten sich die Profis von Bayer Leverkusen pflichtbewusst ohne große Euphorie ab. Die Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand steht nach einem 0:0 gegen Olympiakos Piräus im Achtelfinale der Champions League und muss sich nun auf ein Duell mit dem FC Bayern München oder dem FC Arsenal gefasst machen.
Klare Worte von Kapitän: Zum Glück nicht bestraft
„Das war heute so eine Art Schaulaufen. Zum Glück hat der Gegner es nicht bestraft“, monierte Kapitän Robert Andrich bei Amazon Prime. Das Weiterkommen sei das einzig Positive, meinte er und forderte unter anderem „wesentlich mehr Galligkeit“.
Nicht anders bewertete Mitspieler Jonas Hofmann den Auftritt der Leverkusener. „Das war leider kein Zuckerschlecken von uns“, sagte er und kündigte „vielleicht ein Frustbier“ an: „Heute ist keiner da, der zufrieden sein kann.“ Die Grundlage fürs Weiterkommen hatten die Leverkusener bereits in der vergangenen Woche im Hinspiel in Griechenland mit einem 2:0 gelegt.
Hjulmand setzte nach der 0:1-Pleite bei Union Berlin wieder auf seine A-Elf. Im Vergleich zum Hinspiel rückte Jonas Hofmann für Ernest Poku auf den rechten Flügel. „Wir dürfen dem Gegner gar nicht die Gelegenheit geben zu glauben, dass sie zurückkommen können. Es gilt: da sein, da sein, da sein“, sagte Hofmann vor seinem Königsklassen-Debüt in dieser Saison bei Amazon Prime.
Schick sorgt früh für Gefahr
Frühe Akzente aufseiten der Werkself setzte vor allem der Doppeltorschütze aus dem Hinspiel, Patrik Schick. Bereits in der 4. Minute strich ein Kopfball des Tschechen nach einer kurzen Eckball-Variante knapp am Pfosten vorbei. Zwei Minuten später missglückte ihm nach einem weiten Zuspiel von Alejandro Grimaldo ein Lupfer über den heraus geeilten Gästekeeper Kostas Tzolakis.
Lautstark angetrieben von den 2.000 mitgereisten Gästefans, die – wie schon im Hinspiel in der griechischen Hafenstadt – Bayers Ballbesitzphasen wiederholt mit einem Pfeifkonzert begleiteten, ging Piräus früh ins Pressing. Gefährlich wurde es, als Aleix Garcia den Ball im eigenen Strafraum direkt in den Fuß des Gegners spielte - doch Gelson Martins versprang der Ball (28. Minute).
Leverkusens Defensive im Vordergrund
Bayer 04 tat sich zunehmend schwer, sich aus der eigenen Hälfte zu befreien, und war vor allem defensiv gefordert. Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken ging die Werkself aber auch kein unnötiges Risiko nach vorn ein und verteidigte stattdessen engmaschig. Weil Piräus keine Mittel fand und die wenigen Unsicherheiten nicht ausnutzte, blieb es bis zu Pause eine chancenarme Partie.
Wenige Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit prüfte Gelson Martins mit einem Diagonalschuss aus der zweiten Reihe Bayer-Keeper Janis Blaswich, der den Ball aber sicher vom Tor weglenkte (50.). Wie auch in den ersten 45 Minuten waren die Hausherren um Ruhe bemüht und ließen den Ball zirkulieren, ohne aber ernsthaft ins finale Drittel zu kommen.
Grimaldo und Andrich treffen nur die Latte
Währenddessen musste Hjulmand ein erstes Mal wechseln und Ibrahim Maza durch Poku ersetzen, nachdem Maza einen Schlag abbekommen hatte. Für den 20-Jährigen ging es nach der Auswechslung direkt in die Kabine. Auf dem Feld sorgte Grimaldo für die erste Chance in der zweiten Halbzeit, traf aber aus spitzem Winkel nur die Latte (62.) - die bis dato beste Gelegenheit der Partie.
Während die Heimfans im mit 30.210 Zuschauern ausverkauften Leverkusener Stadion ihr Team noch einmal mit lautstarken Gesängen antrieben, scheiterte auch Robert Andrich mit einem Kopfball nach einer Ecke am Aluminium (76.). Vor dem eigenen Tor blieb die Werkself-Defensive stabil und blockte sämtliche Torannäherungen des griechischen Meisters ab.

Leverkusens Jonas Hofmann stand erstmals in dieser Saison in der Champions League auf dem Platz. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa