TOP zur Unzeit? Darum ist D/A auf Justin Plautz nicht gut zu sprechen
Justin Plautz (rechts) war in dieser Saison in 20 Pflichtspielen für D/A im Einsatz. Foto: Struwe (nomo)
D/A-Fußballer Justin Plautz lässt sich am Fuß operieren. Der 26-Jährige fällt wochenlang aus. Warum die Causa Plautz den Verein verärgert.
Drochtersen. Vor ein paar Tagen musste der Drochterser Fußballer Justin Plautz seinem vierjährigen Sohn erklären, warum er nicht mit ihm im Garten spielen kann. Der kleine Milan wollte mit Papa ein bisschen kicken. Das sei sehr emotional gewesen. „Brutal“, sagt Plautz. Die Szene ist wichtig. Sie bekräftigt Justin Plautz in einer der wohl wichtigsten Entscheidungen seiner Karriere als Fußballprofi. Auch wegen dieser Szene legt sich der 26-Jährige am nächsten Montag auf den OP-Tisch.
Plautz wechselte im Sommer 2024 nach aus Oldenburg nach Drochtersen. Foto: Struwe (nomo)
Rückblende: In seiner Zeit beim VfB Oldenburg verletzte sich Justin Plautz schwer am Fuß. Das Syndesmoseband war gerissen. Monatelange Zwangspause. Bei der OP stabilisierten die Ärzte das in Mitleidenschaft gezogene Sprunggelenk mit einer Stahlplatte. Jetzt, ein paar Jahre später, kamen die nervenden Schmerzen.
D/A ist in der Regionalliga der Jäger
Kunstrasen, harte Plätze aufgrund der Witterung - der Fuß reagierte in den vergangenen Wochen. Plautz trainierte im Winter mit Schmerzmitteln. „Zuletzt war das zermürbend. Ich betrete den Platz und weiß, heute kann ich keine 100 Prozent geben“, sagt Plautz. So kann es nicht weitergehen. Plautz bespricht die möglichen Szenarien mit seiner Familie und seinem Berater. Mit D/A offenbar nicht. Seine finale Entscheidung platzt in eine besondere Zeit und irritiert die Vereinsführung.
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Der Fußball-Regionalligist SV Drochtersen/Assel kämpft um den Aufstieg in die 3. Liga. Der Tabellenzweite fährt am Samstag, 7. März, zum Auswärtsspiel bei Phönix in Lübeck (Anpfiff: 14 Uhr). D/A jagt Tabellenführer SV Meppen. Der Rückstand ist marginal. Normalerweise möchte ein Fußballer in solchen Zeiten dabei sein, fit sein, spielen und seiner Mannschaft helfen. Bei Plautz kommt noch ein anderer Aspekt dazu.
Operation beeinflusst die Vertragsverhandlungen
Der Zweijahresvertrag des auf der linken Seite variabel einsetzbaren Fußballers läuft am Ende der Saison aus. In der Gemengelage liegen einige Fragen auf der Hand.
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Beißt sich Plautz nicht lieber durch? Bietet er sich nicht lieber jetzt für eine Vertragsverlängerung mit Spielanteilen an? Der Verein wird in den nächsten Wochen ziemlich genau hinschauen, welchen Spieler er bei einem möglichen Aufstieg in die 3. Liga mitnimmt und welchen nicht. D/A-Sportdirektor Sören Behrmann kritisiert Plautz scharf.
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„Wir sind sehr enttäuscht und verärgert und können die Entscheidung in dieser Saisonphase nicht verstehen“, sagt Behrmann. Plautz hätte sich der Operation schon im Dezember unterziehen lassen können. D/A sei auch deshalb so verärgert, weil der Verein Plautz im Sommer 2024 nicht hundertprozentig fit verpflichtet habe und ihn erst fit gemacht hatte. Dass „die Vereinsführung nicht froh darüber ist“, könne Plautz verstehen, sagt er im TAGEBLATT-Gespräch.
Harte Böden sind Gift für das Sprunggelenk
Nach Rücksprache mit den Ärzten muss Plautz nach der OP sicher zwei Wochen aussetzen. Danach kann er trainieren und von Tag zu Tag die Belastung steigern. Schafft er es in vier bis sechs Wochen wieder bei 100 Prozent zu sein, könnte er der Mannschaft am Ende der Saison noch helfen. Das wäre für ihn der Idealfall. Mögliche Komplikationen nicht eingerechnet. „Ich haue mich rein, wenn die Platte raus ist“, sagt Plautz.
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Für die Antwort auf die Frage, was richtig und was falsch ist, hat Plautz viel nachgedacht. Ohne den Eingriff würde er das Problem nur vor sich herschieben. Der nächste Winter kommt bestimmt. „Schlechte Plätze, kalte Temperaturen, harte Böden sind Gift“, sagt Plautz. Durch den Sommer käme er ohne Probleme.
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Die Vertragsverhandlungen lässt Plautz „auf sich zukommen“. Es sei nicht schlimm, dass der Verein noch nicht mit ihm gesprochen habe. Er kenne das Geschäft und halte die aktuelle sportliche Lage von D/A ohnehin für wichtiger als seine Person. „Wir wollen oben dran bleiben und Druck machen“, sagt Plautz. Er fühle sich „pudelwohl“ in Drochtersen. Aber alles andere liegt nicht nur in seiner Hand.
Mit Elfers und Cebulla auf links gut aufgestellt
Besonders gute Karten hat er offensichtlich nicht nach seiner Entscheidung. Die Behrmann-Kritik und die Aussage des Sportdirektors, D/A sei mit Jannes Elfers und Matti Cebulla auf der linken Seite gut besetzt, lässt Raum für personelle Spekulationen. „Für uns zählt jetzt das Sportliche. Das hat Priorität“, sagt Behrmann.
Justin Plautz sieht die Operation als „Investment für die nächsten Jahre“. Mit 26 Jahren ist er im besten Fußballalter. Im besten Fall hat er noch einige Profijahre vor sich. „Wenn der Problemherd erstmal beseitigt ist.“
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