TOldenburg irritiert D/A vor Pokalspiel: Da kommen doch keine Hooligans
1000 Fans begleiteten D/A vor zehn Jahren ins Marschwegstadion nach Oldenburg und erlebten den Pokaltriumph gegen den vermeintlichen Übergegner hautnah mit. Foto: Berlin
Werden die sonst so friedlichen D/A-Fans in Oldenburg zu Krawallmachern stilisiert? Der Kartenvorverkauf vor dem Pokalspiel verläuft mindestens merkwürdig.
Drochtersen. Eigentlich sollte hier die Nachricht stehen, dass D/A am Sonntag beim Auswärtsspiel in Bremen die Hose von Kapitän Nico von der Reith vergessen hat.
Oder die Geschichte vom zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des VfL Fredenbeck, Lars Müller, der seine Ehrenurkunde für seine 50-jährige Vereinsmitgliedschaft vor der Jahreshauptversammlung selbst unterschrieben hat. Aber dann kam doch noch eine ernste Meldung rein.
Die Fußballer der SV Drochtersen/Assel spielen ja bekanntlich am Samstag beim VfB Oldenburg um den Einzug ins niedersächsische Pokalfinale. Dieses Spiel wird nichts für D/A-Fans, die nicht lange stehen können. Und überhaupt ruft die Oldenburger Praxis beim Ticketverkauf Irritationen hervor.
Nicht mit D/A-Schals provozieren
Nach TAGEBLATT-Informationen erhielt D/A im Vorfeld lediglich ein Sitzplatzkontingent von 50 Karten. Außerdem konnten Drochterser keine Sitzplatztickets online kaufen. Die Postleitzahl 21706 war gesperrt. Wir haben es getestet.
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Zudem sollen die Sicherheitsleute des VfB den D/A-Fans davon abgeraten haben, auf den Sitzplätzen auf der Tribüne blau-rote Schals oder Vereinskluft zu tragen. Die Fans erhalten die Tickets für die Sitztribüne offenbar auch erst persönlich im Stadion, damit der Sicherheitsdienst sehen kann, wen er da auf die begehrten Plätze lässt. Stehplätze für Gäste gibt es nach VfB-Angaben etwa 1500.
Der VfB antwortete auf konkrete TAGEBLATT-Nachfragen zum merkwürdigen Gebaren rund um die Ticketvergabe übrigens mit Allgemeinplätzen. „Dies entspricht gängiger Praxis bei Spielen dieser Art. Wir glauben mit diesem Angebot allen mitgereisten Fans ein entsprechendes Angebot machen zu können und freuen uns gemeinsam mit Drochtersen/Assel auf ein packendes Spiel und eine sportlich faire Begegnung“, heißt es in einer Mail.
Fans finanzieren VfB-Profis mit
Selbst bis nach Oldenburg sollte es sich herumgesprochen haben, dass der durchschnittliche Drochterser Fan - mit Verlaub, und das soll auch gar nicht despektierlich klingen - ein mittelalter bis älterer und recht ruhiger Vertreter ist. Eher zurückhaltend selbst im heimischen Kehdinger Stadion.
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Da kommt keine Horde von Hooligans ins Marschwegstadion. Da kommen Leute, die ein bisschen jubeln möchten, ein, zwei Bierchen trinken und eine Bratwurst essen. Und damit übrigens pro Nase 15 bis 20 Euro dalassen. Und wenn auch nur 200 Fans mitreisen sollten, spült das gut und gerne das Monatsgehalt eines Oldenburger Profis in die VfB-Kasse.
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