T„Operation Luthereiche“: Heinbockel will beeindruckenden Baum retten
Die 20 Meter hohe Luthereiche ist im Wurzelbereich stark beschädigt. Die Gemeinde will dem ortsbildprägenden Baum wieder Luft verschaffen. Foto: Klempow
Heinbockels imposante Luthereiche braucht Hilfe. Sie leidet unter aufsteigender Wurzelfäule im fortgeschrittenen Stadium. Die Rettung wird einiges kosten.
Heinbockel. Diese Eiche ist beeindruckend. Für Bürgermeister Andreas Haack war es keine Frage, dass die Fehler der Vergangenheit ausgebügelt werden sollen, um den Baum zu retten. „Er ist ortsbildprägend“, so Haack.
Diagnose: Fortgeschrittene Wurzelfäule
Die Fehler der Vergangenheit würgen dieser und einer zweiten Eiche in der Heinbockeler Ortsmitte die Luft ab. Die Krone der Luthereiche ist zwar ausladend, aber den Wurzeln wird sprichwörtlich die Luft abgedrückt. Das hatte ein Gutachter im vergangenen Jahr festgestellt. Das schalltomografische Bild zeigt eine aufsteigende Wurzelfäule im fortgeschrittenen Stadium.
Der Buswendeplatz rund um die Eiche, der versiegelte Boden und die weitere Verdichtung des Erdreichs über viele Jahre „verhindern den Sauerstoffaustausch im Wurzelbereich“, kritisierte der Fachmann. Damit reichert sich CO2 im Boden an. Das befeuert die Wurzelfäule.
Luthers Geburtstag beschert Heinbockel den Baum
Der 20 Meter hohe Baum war laut Inschrift auf dem Findling 1883 gepflanzt worden. Ebenso wie in Heinbockel wurden in diesem Jahr an vielen Orten Stileichen gepflanzt. Anlass war damals der 400. Geburtstag von Martin Luther. Das Jubiläum damals bescherte so manchem Ort eine Luthereiche auf Plätzen vor Kirchen oder an zentralen Orten. So wie in Heinbockel der Brink.

Ein Findling kennzeichnet die Luthereiche. Das Pflanzjahr 1883 geht auf den 400. Geburtstag Martin Luthers zurück. Foto: Klempow
Damit die Luthereiche dort noch viele Jahre ihr Blätterdach entfalten kann, will die Gemeinde handeln. So hat es der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Die „Operation Luthereiche“ war bereits im Fachausschuss beraten worden - auch dort herrschte Einigkeit: der Erhalt der beiden ortsbildprägenden Bäume hat absoluten Vorrang.
Kein Pflaster mehr rund um den Baum
Klar ist: Dafür muss die Fläche um die Luthereiche und die benachbarte Eiche so entsiegelt werden, dass der Boden wieder luft- und wasserdurchlässig ist. Die Gemeinde hatte bei der Ingenieurgesellschaft Niederelbe aus Nottensdorf deshalb ein Entsiegelungskonzept in Auftrag gegeben.
Oldendorf
T Kunstrasenplatz: Räte haben entschieden
Kernpunkt des Umbaus: Das Pflaster soll im Umkreis von fünf Metern rund um die Bäume weichen. Der Bereich könnte später bepflanzt werden. Bislang reicht die gepflasterte Fläche bis an die Fahrbahn der Straße Kötnerende, die hier von der Dorfstraße abzweigt. Der Einmündungsbereich soll weiter mit Sattelzügen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen möglich sein. Dafür wird der Fahrbahnrand der Straße angepasst.
Kosten wird die Tiefbau-Operation zum Wohl der Luthereiche nach Auskunft der Verwaltung etwa 65.000 Euro.
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