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TOpfer von Reizgas-Vorfall in Disco: Zitteranfall und Nasenbluten

In der Diskothek Roes in Lintig kam es vermutlich zu einem Reizgas-Vorfall. 14 Menschen wurden verletzt.

In der Diskothek Roes in Lintig kam es vermutlich zu einem Reizgas-Vorfall. 14 Menschen wurden verletzt. Foto: Bleeck

„Draußen wurde mein Zustand immer schlechter“: Der 22-jährige Darius Siebert berichtet, wie sein Discobesuch im Krankenhaus endete. Die Zahl der Verletzten ist gestiegen.

Von Feenke Hornbostel 09.09.2026, 15:10 Uhr

Lintig. Nach dem Reizgas-Vorfall in der Diskothek Roes in Lintig ist die Zahl der Verletzten auf 14 gestiegen. Das teilte Stephan Hertz mit, Sprecher der Polizei Cuxhaven. Alle Personen, die sich nachträglich bei der Polizei meldeten, gelten demnach als leicht verletzt. Einer von ihnen ist der 22 Jahre alte Darius Siebert. Er musste nach dem Vorfall sogar über Nacht im Krankenhaus behandelt und überwacht werden.

Siebert war mit seiner Freundin und zwei Freunden in der Diskothek, als es zu dem Vorfall kam. „Plötzlich bemerkte ich, dass mehrere Menschen ihre Hände vor Mund und Gesicht hielten und schnell in Richtung Ausgang liefen“, erzählt er der „Nordsee-Zeitung“.

„Meine Augen und mein Hals brannten sehr stark, und ich bekam massive Atemprobleme und starken Husten“, schildert er. „Ich konnte meine Augen kaum noch öffnen und dadurch praktisch nichts mehr sehen.“ Gemeinsam mit seiner Freundin versuchte er, die Diskothek zu verlassen. Etwa drei Minuten dauerte es nach seinen Angaben, bis sie den Ausgang erreichten.

Zitteranfall, Nasenbluten und Blutgasanalyse in der Notaufnahme

Doch auch außerhalb der Diskothek wurden die Beschwerden nicht besser. „Draußen wurde mein Zustand immer schlechter“, berichtet Siebert. Er habe seine Augen nicht mehr öffnen und nichts mehr sehen können. Dazu kamen starke Atemprobleme und extremer Husten. „Außerdem hatte ich starke Brustschmerzen beziehungsweise ein starkes Druckgefühl im Brustbereich.“

Kurz darauf wurde der 22-Jährige von Rettungskräften in einen Krankenwagen gebracht. Dort wurden ihm die Augen ausgespült. Die Beschwerden waren damit allerdings noch nicht verschwunden. „Sehen konnte ich daraufhin wieder, aber die Schmerzen und der Druck hinter den Augen waren noch da“, sagt Siebert.

Ich konnte meine Augen kaum noch öffnen und dadurch praktisch nichts mehr sehen.

Darius Siebert (22)

Im Krankenhaus angekommen, wurde er direkt in die Notaufnahme gebracht. „Dort bekam ich einen starken Zitteranfall“, sagt der 22-Jährige. Daraufhin bekam er Sauerstoff.

Anschließend wurde Siebert stationär aufgenommen und weiter überwacht und behandelt. Bei den Untersuchungen wurden unter anderem Blutgasanalysen vorgenommen. „Bei den Blutgasanalysen wurden zunächst erhöhte CO2-Werte festgestellt, die im weiteren Verlauf deutlich zurückgingen“, erzählt er.

Ermittlungen gegen 19-Jährigen

Die Ärzte beobachteten seinen Zustand weiter. Während des Krankenhausaufenthalts kam es zudem öfter zu Nasenbluten. Siebert blieb über Nacht zur Überwachung im Krankenhaus. Am 7. September war der Zustand des 22-Jährigen schließlich wieder stabil und er durfte das Krankenhaus verlassen.

Noch während des Einsatzes ergaben sich Hinweise auf einen möglichen Täter. Die Polizei ermittelte einen 19-Jährigen aus Loxstedt als Tatverdächtigen und nahm ihn vorläufig fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen kam der Mann mangels Haftgründen wieder frei. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung.

Auch Landrat Thorsten Krüger war von 3 bis 6 Uhr selbst vor Ort, um sich gemeinsam mit dem Geestländer Stadtrat Niklas Grebe einen Eindruck verschaffen zu können. „Ich habe kein Verständnis für eine solche Tat. Hier wollten friedlich feiernde Menschen einen schönen Abend verbringen. Umso mehr danke ich den Betreibern, die die Diskothek nach dem Vorfall innerhalb weniger Minuten vollständig geräumt haben. Ebenso danke ich aber auch der Polizei und den Feuerwehr- und Rettungskräften, die sehr umsichtig, schnell und kompetent agiert haben“, sagt Krüger.

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