TOrchideenquartier: 8 Fragen zu Buxtehudes größtem Baugebiet
In dem vier Hektar großen Orchideenquartier werden 2,7 Hektar bebaut. Bis 2028 entstehen 250 Wohnungen, die sich auf 25 Stadtvillen verteilen. Foto: Sulzyc
250 Wohnungen entstehen im Orchideenquartier in Buxtehude. Können sich Normalverdiener die Miete leisten? Und leben dort bereits Menschen? Zu Besuch auf der Baustelle.
Buxtehude. Das Stadtpanorama im Nordwesten verändert sich unübersehbar und rasant: Buxtehudes derzeit größtes Wohnungsbaugebiet nimmt Gestalt an. Einen exklusiven Blick darauf erhielten am Donnerstag rund 30 Mitglieder des Wirtschaftsvereins Buxtehude bei einer Baustellenbesichtigung.
Die 265 Mitglieder des Wirtschaftsvereins bekommen regelmäßig die Möglichkeit zu handverlesenen Besuchen in Betrieben. Das Orchideenquartier in Buxtehude entwickelt die HBI Hausbau-Immobiliengesellschaft. Projektleiter Guido Reinke und Geschäftsführer Sven Geertz erläuterten das Projekt und nannten Insider-Details.
Mitglieder des Wirtschaftsvereins Buxtehude gehen bei einer exklusiven Führung über die Baustelle des Orchideenquartiers den Moosbeerenweg entlang. Foto: Sulzyc
1. Wie groß ist das Wohnungsbaugebiet Orchideenquartier?
Das Areal im Moor ist insgesamt 40.000 Quadratmeter groß. Davon werden 27.000 Quadratmeter bebaut. Insgesamt 250 Wohnungen entstehen. Dabei handelt es sich um Ein- bis Vierzimmerwohnungen. „Das ist ja wie ein neuer Stadtteil“, sagte die Geschäftsführerin des Wirtschaftsvereins, Stefanie Feindt, während der Baustellenbesichtigung.
2. Entstehen dort Miet- oder Eigentumswohnungen?
Das Unternehmen HBI baut die Wohnungen, um sie anschließend Kapitalanlegern anzubieten. Käufern ist es nicht verboten, selbst in eine Wohnung einzuziehen. Das werden jedoch Ausnahmen bleiben. In die meisten Wohnungen werden Mieter einziehen.
Kapitalanleger sind zurückhaltender
Bei Kapitalanlegern sei die Nachfrage nicht mehr so groß wie vor fünf oder sieben Jahren, sagte Geertz. Kriege weltweit, Wirtschaftsflaute und steigende Verbraucherpreise: Aus Unsicherheit hielten Menschen zurzeit ihr Geld zusammen.
3. Können sich Normalverdiener dort eine Mietwohnung leisten?
Von den 250 Wohnungen werden etwa 75 „mietpreisgedämpft“ für Bezieher niedriger Einkommen angeboten. Das bedeutet eine Anfangsmiete von 8,30 Euro kalt pro Quadratmeter. Alle fünf Jahre steigt die Miete. „Buxtehude ist eine Stadt mit stark angespanntem Mietmarkt“, sagte Geertz.
4. Wie hoch sind die Kaufpreise im Orchideenquartier?
Den Besuchern des Wirtschaftsvereins nannte der HBI-Geschäftsführer 5500 Euro pro Quadratmeter. Absehbar für ein Hofensemble mit Stadtvillen, das noch entsteht, seien bereits 5700 Euro pro Quadratmeter. „Die Preise steigen pro Jahr um fünf bis sechs Prozent“, sagte Geertz.
Kaufpreise in Buxtehude steigen deutlich
Laut LBS-Immobilienatlas ist im Jahr 2025 in Buxtehude der Quadratmeterpreis für neu gebaute Wohnungen um 5,9 Prozent auf im Durchschnitt 4902 Euro gestiegen, im Buxtehuder Umland um 6,2 Prozent auf 4393 Euro.
5. Leben bereits Menschen im Orchideenquartier?
Ja, seit dem 1. April. „22 Wohnungen sind bereits bewohnt“, sagte Projektleiter Reinke dem TAGEBLATT. Ende 2028, so das Ziel, soll das Orchideenquartier komplett fertig gebaut und bezogen sein.
6. Woher stammen die Leute, die in das neue Buxtehuder Quartier ziehen?
Die Bewohner und Bewohnerinnen seien überwiegend Menschen aus dem Buxtehuder Stadtgebiet und dem Umland, die umziehen, erklärte Reinke. Manche kämen auch aus Hamburg. Eine Tendenz zeichne sich ab: Viele ältere Menschen fragten die Wohnungen nach. Das seien Leute, die Ende 50 und älter seien.

Gebäude mit Ein- bis Vierzimmerwohnungen entstehen im Orchideenquartier in Buxtehude. Foto: Sulzyc
7. Wie groß ist der Parkdruck in dem Quartier?
Ein Stellplatz pro Wohnung - mit diesem Stellplatzschlüssel wird das Orchideenquartier gebaut. 214 Stellplätze in Tiefgaragen und 58 Stellplätze im Freien entstehen. 30 Prozent der Stellplätze werden mit Stromlademöglichkeiten ausgestattet. Die Nachfrage danach sei hoch, so Geertz.
8. Warum heißt die Straße im Quartier eigentlich Moosbeerenweg?
Das Orchideenquartier entsteht im Moor - und die Moosbeere wächst bevorzugt im Moor. Die in Deutschland geschützte, drei bis sechs Zentimeter hohe Pflanze blüht rosa und trägt im Herbst rote, saure Früchte.
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