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Café-Port-Inhaber

TPatissier im Luxushotel: Ein Buxtehuder erfüllt die Wünsche der Stars

Konditormeister Thorsten Hübbe ist Inhaber des traditionsreichen Café Port in Buxtehude. Auf dem Bild präsentiert er einen Eierlikörkuchen.

Konditormeister Thorsten Hübbe ist Inhaber des traditionsreichen Café Port in Buxtehude. Auf dem Bild präsentiert er einen Eierlikörkuchen. Foto: Sulzyc

Zu Beginn seiner Karriere hat Konditormeister Thorsten Hübbe in namhaften Hotels gearbeitet. Was der Buxtehuder mit Maria Schell und Karl Lagerfeld zu tun hatte.

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Von Thomas Sulzyc
Samstag, 04.04.2026, 18:00 Uhr

Buxtehude. Besondere Menschen haben besondere Wünsche, lautet eine Erfahrung in der Hotelbranche. Mit außergewöhnlichen Wünschen von prominenten Menschen hat Konditormeister Thorsten Hübbe (54) zu tun gehabt. Bevor er das 1901 eröffnete Café Port in Buxtehude im Jahr 2002 übernahm, hat er in namhaften Luxushotels gearbeitet. Im Gespräch mit dem TAGEBLATT erinnert er sich an diese Zeit.

In Buxtehude aufgewachsen, absolvierte Thorsten Hübbe seine drei Jahre dauernde Ausbildung zum Konditor in Hamburg bei der ältesten Luxushotelgruppe Europas. Die Kempinski AG betrieb zu der Zeit das Hotel Atlantic.

Als Junger Patissier im Promihotel

Nach der Ausbildung bewarb sich der Buxtehuder beim Hotel Vier Jahreszeiten in München - und erhielt eine Anstellung als Patissier. Ein Patissier ist der Konditor einer Küchenbrigade. Prominente gingen im Vier Jahreszeiten ein und aus. Der Schauspieler Heinz Rühmann zum Beispiel oder auch der japanische Kaiser.

Bereits an seinem ersten Arbeitstag in München erhielt Thorsten Hübbe diese besondere Aufgabe: Eine Süßigkeit aus Marzipan sollte er modellieren - zur Begrüßung des amerikanischen Schauspielers Macaulay Culkin. Dieser war damals als Hauptdarsteller der Filmkomödie „Kevin allein zu Haus“ (1990) sehr bekannt.

Begrüßungsgeschenk für US-Kinderstar

Mit Süßigkeiten aus der Hotelkonditorei pflegte damals das Vier Jahreszeiten in München Prominente zu begrüßen. Für den bekannten Jungstar habe er damals eine Gangsterfigur aus Marzipan modelliert, erinnert sich Thorsten Hübbe. In dem Kinoerfolg „Kevin allein zu Haus“ spielte Macaulay Culin einen acht Jahre alten Jungen, der sein Heim gegen Einbrecher verteidigte.

An den Grenzen seiner Fähigkeiten glaubte sich der junge Patissier Thorsten Hübbe während seines ersten Spätdienstes im Münchener Luxushotel Vier Jahreszeiten. Zu jeder Zeit hatten Patissiers die Wünsche ihrer prominenten Gäste zu erfüllen - seien sie auch noch so ausgefallen.

Schauspielerin bekommt nachts Appetit

Was damals Thorsten Hübbe Kopfzerbrechen bereitete: Maria Schell (1926-2005), damals Stammgast in dem Hotel, bekam in jener Nacht Appetit auf Kaiserschmarrn. Die österreichische Schauspielerin gehörte zu den größten Stars des deutschen Films der 1950er und 1960er Jahre.

Er habe noch nie zuvor in seinem Leben Kaiserschmarrn zubereitet, ging es dem jungen Patissier durch den Kopf. Ausgerechnet er, ein Norddeutscher, sollte dem prominenten Gast aus Österreich eine der bekanntesten Süßspeisen der Küche ihres Heimatlandes auf den Tisch bringen.

Thorsten Hübbe teilte der Hotelleitung seine Bedenken mit - und erhielt eine Reaktion von Maria Schell. Der Norddeutsche, habe sie gesagt, solle zu ihr aufs Zimmer kommen. Sie würde mit ihm den Kaiserschmarrn zusammen zubereiten.

Mit dem Star Maria Schell allein auf dem Zimmer? Bei dem Gedanken fühlte sich der junge Patissier nicht wohl. Eilig las Thorsten Hübbe stattdessen in einem Fachbuch nach und bereitete Kaiserschmarrn zu.

Hat die Speise Maria Schell geschmeckt? Offenbar ja. „Sie soll später immer nach dem von mir zubereiteten Kaiserschmarrn verlangt haben“, sagt Thorsten Hübbe. Ob sie das aus Höflichkeit tat, wisse er bis heute nicht.

Darauf war Karl Lagerfeld versessen

Thorsten Hübbe zog es von München nach Berlin ans Schlosshotel Vier Jahreszeiten im Grunewald. Modeschöpfer Karl Lagerfeld (1933-2019) lebte damals in dem Nobelhotel in einer Suite. „Er wollte immer frische Himbeeren“, erinnert sich der Buxtehuder. Dem Designer kam es auf abwechslungsreiche Serviervorschläge an. „Die Dekoration war ihm wichtig“, sagt Thorsten Hübbe.

Als Patissier hätte der Buxtehuder damals in ein weltbekanntes Hotel in Singapur wechseln können. Er entschied sich stattdessen für die Meisterschule in Heidelberg. Heute ist Thorsten Hübbe sein eigener Chef und betreibt das traditionsreiche Café Port in Buxtehude.

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