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Trotz Einschreiben

TPost-Ärger: Wenn Briefe einfach so verschwinden

Kein Vertrauen mehr: Christina Lamielle-Heyl ist nach mehreren schlechten Erfahrungen mit der Post enttäuscht.

Kein Vertrauen mehr: Christina Lamielle-Heyl ist nach mehreren schlechten Erfahrungen mit der Post enttäuscht. Foto: Privat

Nach zwei verloren gegangenen Einschreiben ist Christina Lamielle-Heyl aus Rotenburg über die Deutsche Post maßlos verärgert. Auch Geld ist weg. Das sagt die Gegenseite.

Von Lea Borner 23.10.2026, 14:40 Uhr

Rotenburg. Es sollte schnell gehen und zuverlässig ankommen. Deshalb zahlte die Rotenburgerin Christina Lamielle-Heyl mehr und versendete Einschreiben. Doch zwei dieser Einschreiben, die laut Deutscher Post einen „lückenlos dokumentierten Versand mit dem Nachweis der Zustellung“ garantieren, kamen bis heute nicht an.

100 Euro in Briefumschlag gesteckt - Post haftet nicht

„Ich bin am Verzweifeln“, sagt sie der „Rotenburger Kreiszeitung“. „Wichtige Briefe kann man offensichtlich nicht mehr der Deutschen Post anvertrauen.“ Ihr erster Brief mit Geburtstagswünschen an den Schwiegersohn in Hildesheim, bereits am 10. März 2026 verschickt, erreichte ihn nicht. „Dabei habe ich extra die Option des Einschreibens genommen“, sagt sie. Das sei ihr so beim Abgeben beim Supermarkt Famila geraten worden. Die dortige Abgabe sei ihre einzige Option, da Rotenburg schließlich keine zentrale Poststelle mehr hat, kritisiert sie.

Ich bin am Verzweifeln. Wichtige Schreiben kann man offensichtlich nicht der Deutschen Post anvertrauen.

Christina Lamielle-Heyl aus Rotenburg

Auch 100 Euro hatte sie in den Umschlag gesteckt. „Das war im Nachhinein leichtsinnig. Ich wusste, dass die Post auf diesem Wege nicht für Geld haftet. Aber ich dachte: Der Brief kommt schon an“, so die Lehrerin im Ruhestand. Sie sei sich des Risikos bewusst gewesen, habe aber noch an die Deutsche Post geglaubt.

Mehrfache Telefonate mit dem Kundenservice

Trotz mehrfacher Telefonate mit dem Kundenservice der Post sei sie lange keinen Schritt weitergekommen. Sie wollte wenigstens die Erstattung des Einschreibens erhalten, wofür von der Post laut Website maximal 20 Euro zurückgezahlt werden. „Es hieß immer: Ja, wir kümmern uns - passiert ist nichts“, sagt die Rotenburgerin. Eine Post-Servicefrau habe sogar am Telefon gesagt, dass der Brief morgen ankäme, was nicht der Fall war. Online auf der Sendungsverfolgung wurde lediglich angezeigt, dass das Einschreiben aufgegeben wurde, aber es gibt keinen weiteren Status bis heute.

„Unser Kundenservice hat Frau Lamielle-Heyl per Mail am 5. Mai geschrieben, dass wir ihre Sendung trotz intensiver Recherche nicht finden konnten“, entgegnet die Sprecherin der Deutschen Post, Regionale Kommunikation Nord, Maike Wintjen. Lamielle-Heyl ist jedoch nicht technikaffin und schaue selten in ihre Mails, sagt sie.

Wintjen betont außerdem: Wer Geld in einen Umschlag packt und verschickt, müsse dafür auch eine Sendung mit Haftung für Bargeld wählen. „Wenn Kunden Geld nicht per Überweisung übermitteln oder persönlich übergeben können, empfehlen wir unseren Kunden entweder das Produkt ‚Einschreiben Wert‘ für einen Aufpreis von 4,45 Euro zusätzlich zum Briefporto oder das Produkt ‚Paket National‘“, richtet sie als Information des Kundenservices aus.

Protestbrief per Einschreiben nach Bonn geschickt

Lamielle-Heyl berichtet, dass sie einen Protestbrief per Einschreiben an den Hauptsitz der Deutschen Post in Bonn geschickt habe. Hierauf erhielt sie postalisch keine Antwort. Ihr Schwiegersohn versucht es darauf per Online-Kontakt und bekommt endlich Antwort: Das Einschreiben ist verloren gegangen, wie und wo genau, sei unklar.

„Trotzdem stehe ich wie die Dumme da und weiß mir nicht zu helfen“, ärgert sich die ehemalige Lehrerin. Dass die hilfreiche Rückmeldung nur über E-Mail-Verkehr möglich war, sei mehr als ärgerlich. Es sei altersdiskriminierend, betont ihre Tochter, die den weitergehenden Mail-Verkehr übernahm. Zwischenzeitlich habe sie keine Antwort mehr erhalten, laut Postsprecherin, weil keine schriftliche Vollmacht zur Nachforschung der Versenderin, also ihrer Mutter, vorlag.

Kundenservice kann keine Nachforschungen durchführen

Deshalb habe der Kundenservice laut der Post-Sprecherin lange keine abschließenden Nachforschungen durchführen können. „Das sind die Regeln, wir bitten um Verständnis. Und wir können auch nicht mehrmals erinnern, wenn unsere Kunden etwas von uns wollen“, so Wintjen. Auf der Internetseite gebe es außerdem viele Informationen und auch Antworten auf häufige Fragen. Diese Nachforschungen beziehen sich auf ein zweites Einschreiben, denn in Lamielle-Heyls Fall blieb es nicht bei einem verschwundenen Einschreiben, berichtet die Lehrerin im Ruhestand: „Vor wenigen Wochen ist mir fast zu spät eingefallen, dass ich meiner Enkelin einen Brief vor ihrer Reise schicken will. Bevor sie aus Hamburg abreist.“

Also schrieb sie wieder einen Brief und nutzte in ihrer Eile wieder ein Einschreiben. Und wieder kam der Brief nicht an. Mittlerweile hat Lamielle-Heyls Tochter die Vollmacht nachgereicht und lediglich die Rückmeldung bekommen, dass „die Zustellung des Einschreibens nicht nachgewiesen werden kann“. Mehr nicht.

„In was für einem Land leben wir, dass nicht mal mehr auf die Post Verlass ist?“, so die Rotenburgerin kopfschüttelnd. (rk/js)

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