Zähl Pixel
Fußball

TPromi-Besuch: Ex-Profi Max Kruse tritt gegen D/A an

Ex-Profi Max Kruse spielt seit Januar für Dassendorf. Gegen D/A im Testspiel hatte er kaum Ballkontakte.

Ex-Profi Max Kruse spielt seit Januar für Dassendorf. Gegen D/A im Testspiel hatte er kaum Ballkontakte. Foto: Berlin

Er spielte 14-mal für Deutschland und knipste fleißig in der Bundesliga. Mit 37 Jahren hat er „Bock auf Fußball“. Aber Ex-Profi Max Kruse sieht gegen D/A keinen Stich.

author
Von Daniel Berlin
Freitag, 13.02.2026, 06:54 Uhr

Drochtersen. Max Kruse steht im Mittelkreis auf dem Kunstrasenplatz neben dem Kehdinger Stadion. Mit seinen orangefarbenen Schuhen stößt der ehemalige Fußballprofi und 14-fache deutsche Nationalspieler die zweite Halbzeit des Testspiels an. Der Regionalligist SV Drochtersen/Assel spielt an diesem Mittwochabend gegen den Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf. Eine Begegnung mit Promifaktor.

Das Spiel läuft vorbei an dem Mann, der für Werder Bremen, St. Pauli, den SC Freiburg, Mönchengladbach, Wolfsburg und Union Berlin in der Bundesliga kickte. In mehr als 300 Spielen im deutschen Oberhaus erzielte Kruse 97 Tore. Zwölf Millionen Euro soll Kruse zu seinen besten Zeiten als Fußballer wert gewesen sein. Heute ist der 37-Jährige Amateur. Im Dassendorfer Trikot, im kalten Nieselregen auf dem Drochterser Sportplatz.

Abreibung gegen D/A? Mal sehen

Ein paar Stunden zuvor postete Kruse auf Instagram ein Video und erzählte seinen 469.000 Followern, dass er sich mit seinem Freund Hakan in Berlin auf den Weg nach Drochtersen machen werde. „Mal sehen, ob wir da eine Abreibung bekommen oder etwas machen können“, sagt Kruse. Es wird eine Abreibung.

Sieben Minuten nach seinem ersten Ballkontakt rutscht der zweite in Kruses persönliche Statistik. Wieder ein Anstoß. Diesmal nach dem Elfmetertor von Drochtersens Stürmer Haris Hyseni zum 3:0 für D/A. Im ersten Durchgang hatten schon Jannes und Jorik Wulff getroffen. Jorik Wulff macht auch das 4:0. Danach treffen Luca Daginnus, Philipp Aue und Matti Cebulla.

Haris Hyseni macht den Ball fest. In der zweiten Halbzeit schießt er gegen Dassendorf das 3:0 per Elfmeter. D/A gewinnt am Ende 7:0.

Haris Hyseni macht den Ball fest. In der zweiten Halbzeit schießt er gegen Dassendorf das 3:0 per Elfmeter. D/A gewinnt am Ende 7:0. Foto: Berlin

7:0 für D/A. Max Kruse nimmt die Pleite sportlich. Das nächste Video, das der Ex-Profi postet, zeigt ihn auf dem Beifahrersitz auf dem Rückweg nach Berlin. „Das erste Spiel für Dassendorf hat sich gelohnt. Mal eben ne 7:0-Klatsche bekommen“, sagt Kruse in die Kamera seines Handys. „Was soll man machen? Mund abwischen. Weiter geht’s.“

Max Kruse kennt D/A und die Ambitionen

Die Kollegen duschen längst, da ordnet Max Kruse das Spiel gegen D/A im Gespräch mit dem TAGEBLATT ein. „Man muss die positiven Seiten sehen. Wir haben jetzt viele Sachen auf Video, die wir verarbeiten können“, sagt er. Kruse lobt den Gegner: „In unserer Liga wartet kein Kaliber, das so gut ist.“ Er kenne den Verein. Er wisse, dass D/A gut dastehe. Er wisse, dass D/A in die 3. Liga hoch will.

Max Kruse redet viel auf dem Platz. Er coacht seine Nebenleute. Gestikuliert. Ab der 60. Minute lässt sich Kruse für den Spielaufbau in die erste Kette fallen. Er fordert den Ball. Spielt ihn weiter. Fordert. Verteilt.

Kruse verschafft sich Bindung zum Spiel. Seine beste Aktion: Kruse schirmt mit seinem Körper an der einen Außenlinie den Ball ab, dreht sich und chipt den Ball passgenau in den Fuß seines Kollegen an der anderen Außenlinie. D/A-Mittelfeldmann Sebastian Haut holt ihn kurze Zeit später von den Beinen.

„Das Team“, sagt Kruse später, „weiß noch nicht, wo meine Stärken liegen, wo ich den Ball brauche.“ So ein Ex-Profi wie er macht automatisch Abstriche. Die Qualität ist halt nicht Bundesliga. In Dassendorf nicht und beim ihm auch nicht. „Ich bin auch nicht mehr auf Bundesliga-Niveau. Sonst würde ich da noch spielen“, sagt Kruse. Er hat andere Ansprüche.

Martin Harnik holt Kruse nach Dassendorf

Er wollte noch mal auf hohem Niveau Fußball spielen. „Mal gucken, ob es so läuft, wie ich mir es vorstelle“, sagt er. Kruse will der Mannschaft helfen. Dassendorf ist Dritter der Hamburger Oberliga.

Aber vor allem hat Max Kruse „Bock auf Fußball“. Sein alter Kumpel Martin Harnik hatte ihn „gekitzelt“. Harnik, einst Profi in Bremen, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover und Hamburg, steht seit 2020 im Dassendorfer Kader, war gegen D/A aber nicht dabei.

Kruse hat halt immer schon das gemacht, worauf er Lust hatte. Fußball, Pokern, Rennsport, Streaming, Podcast. Er trat bei „Schlag den Star“ bei ProSieben auf und bei „Promi Big Brother“ auf Sat.1. Seit Mittwochabend steht ein Abstecher in die Kehdinger Provinz ganz klein in seiner Vita.

Sebastian Haut (links) holt Max Kruse von den Beinen.

Sebastian Haut (links) holt Max Kruse von den Beinen. Foto: Berlin

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel