TRosin und Mohr schießen D/A zum Sieg gegen die beste Abwehr der Liga
Schwerstarbeit in der Offensive gegen die beste Abwehr der Liga: Haris Hyseni und Tjorve Mohr versuchen, an den Ball zu kommen. Foto: Berlin
D/A setzt ein weiteres Statement in der Fußball-Regionalliga. Drochtersen setzt sich bei Phönix Lübeck mit 2:0 durch. Die Erlösung kommt spät.
Lübeck. In den ersten acht Minuten lässt D/A Phönix Lübeck kaum aus seiner eigenen Hälfte. So stark ist der Druck beim Pressing. So aggressiv führen die Drochterser die Zweikämpfe im Mittelfeld. Aber Chancen sind auf beiden Seiten zunächst Mangelware. Ein Drochterser Auswärtssieg in Lübeck wäre ein weiteres Statement im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga.
Der Zweite, D/A, spielt beim Tabellenfünften. Phönix Lübeck stellt mit nur 21 Gegentoren die derzeit beste Defensive der Regionalliga Nord. „Eine sehr gut organisierte Mannschaft“, sagt Drochtersens Coach Oliver Ioannou. Phönix spielt stabil, ohne größere Leistungsschwankungen. Aber D/A wird diese Top-Mannschaft an diesem Samstagnachmittag vor einer trostlosen Kulisse von nicht einmal 500 Zuschauern knacken.
Die gleiche Startelf wie gegen Norderstedt
Ioannou sagt, dass ihm die Art und Weise in den 90 Minuten gegen Phönix gefallen hat. „Wir hatten einen klaren Plan, wollten nicht nur hoch pressen, sondern uns auch situativ fallen lassen und umschalten“, sagt Ioannou. So spart D/A zwischendurch mal Kräfte und schafft Kompaktheit in der Defensive. D/A zermürbt Phönix Lübeck mit Rhythmuswechseln.
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In der 20. Minute muss D/A eine gefährliche Lübecker Ecke verteidigen. Der Abschluss des Phönix-Stürmers geht knapp am Tor vorbei. Ein Drochterser hat noch seinen Fuß dazwischen.
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D/A hatte in den vergangenen Wochen viel an der Qualität seiner Standards gearbeitet. „Das sind richtig gute Bälle, die die Zielzonen erreichen“, sagt Ioannou. Er sei Fan einer Variabilität bei Freistößen und Ecken. D/A habe dafür mit Jannes Elfers, Alla Aid Hamid und Jorik Wulff sehr gute Fußballer.
Dennis Rosin staubt zur Führung ab
Zuletzt beim 5:1-Sieg gegen Norderstedt war D/A nach Standards erfolgreich. Mit Tempo und viel Effet segelten die Bälle in den Strafraum und fanden ihre Abnehmer. Gegen Phönix klappen die Standards in der ersten Hälfte noch nicht. Aber D/A geht trotzdem in Führung. Aus dem Spiel heraus.

Dennis Rosin hat das Rezept zum 1:0. Foto: Berlin
Der Ball läuft in der 24. Minute über die rechte Seite. Der sprintstarke Alla Aid Hamid setzt sich durch und zieht aus spitzem Winkel ab. Phönix-Keeper Tim Kips lässt den Ball zur Seite abklatschen. Da lauert mit Dennis Rosin eine Drochterser Offensivkraft. Rosin staubt ab und trifft zum 1:0 für D/A. Bei seinem Torjubel rührt der Hobbykoch und Influencer ein leckeres Gericht an.
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D/A lässt Lübeck jetzt ein wenig kombinieren. Aber Phönix kommt nur selten in die gefährlichen Räume. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hat Julius Jamal Kliti den Ausgleich auf dem Fuß. Sein Abschluss ist aber zu harmlos.
Liam Giwah muss verletzungsbedingt raus
Nach dem Seitenwechsel vergibt Lübecks Arthur Kuki eine gute Gelegenheit zum Ausgleich. Der Wachmacher für D/A? Offensichtlich: Denn die Gäste übernehmen wieder die Spielkontrolle. Alla Aid Hamid dribbelt sich in den vielen Abwehrbeinen fest. Jannes Elfers versucht es aus der Distanz. Haris Hyseni bekommt direkt vor dem Lübecker Tor den Ball nicht unter Kontrolle. D/A erspielt sich sogenannte Halbchancen.
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Ein Schlag ins Kontor bei D/A ist die verletzungsbedingte Auswechslung von Innenverteidiger Liam Giwah in der 64. Minute. Nikola Serra kommt für ihn. Giwah bekam einen Schlag auf den Oberschenkel. „Da hat sich alles zusammengezogen. Es fühlte sich an wie ein Muskelfaserriss“, sagt Giwah. Nach dem Spiel lindert die Wärmesalbe noch die Schmerzen. Der Innenverteidiger geht aber davon aus, dass in zwei, drei Tagen alles wieder gut ist.

Liam Giwah hat in der Defensive alles im Griff. Foto: Berlin
Lübeck beginnt in dieser Phase, in der D/A ohne Giwah auskommen muss, offensiv mehr Gas zu geben. Arthur Kuki bolzt den Ball völlig frei vor dem D/A-Tor in die dritte Etage. „In dieser Phase hatten wir auch ein wenig Glück“, sagt Oliver Ioannou. Da kommt der Treffer von Tjorve Mohr wie eine Erlösung daher.
Da frohlockt der Präsident - und greift in die Geldbörse
D/A erinnert sich wieder an seine Stärke bei ruhenden Bällen. Jorik Wulff schlägt einen Freistoß von der rechten Seite genau in den Fuß von Tjorve Mohr. Der Innenverteidiger erhöht auf 2:0. Die Entscheidung? Es passiert nichts mehr. D/A bleibt Spitzenreiter SV Meppen auf den Fersen. Und nach dem Abpfiff frohlockt der D/A-Präsident.
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Rigo Gooßen findet die Leistung „souverän“. Deshalb wird er sehr wahrscheinlich auch tief in die Tasche greifen. In der vergangenen Woche hatte Gooßen bereits erklärt, dass D/A in Sachen Rasenheizung zeitnah aktiv werden müsste, wenn die pünktlich zur nächsten Saison fertig werden soll. In der 3. Liga ist eine Rasenheizung Pflicht. D/A muss den Bau jetzt in Auftrag geben. Ob der Verein letztlich aufsteigt oder nicht.

Robin Kölle beackert bei D/A die rechte Seite. Foto: Berlin
Das 2:0 gegen Phönix Lübeck nimmt dem Präsidenten offenbar die letzten Zweifel. Die Kosten liegen bei mehr als einer Million Euro. Gooßen sagt, er fliege jetzt drei Tage nach Mallorca zum Skatspielen mit seinen Freunden. „Da überlege ich mir das noch mal“, sagt der Clubchef und schmunzelt.
Update-Hinweis: Um 21 Uhr wurden Zitate und Hintergründe hinzugefügt.

Nico von der Reith führt seine Mannschaft als Kapitän auf das Feld. Foto: Berlin
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