TSanierungsstau: Hälfte der Brücken in Buxtehude in bedenklichem Zustand
Die Brücke im Stadtpark zum Hallenschwimmbad Aquarella in Buxtehude ist in einem schlechten Zustand. Foto: Wisser
Brückenkrise in Buxtehude: 52 Prozent sind aus Sicht der Fachleute sanierungsbedürftig. Welche innerstädtischen Brücken sind betroffen? Und wie teuer ist die Sanierung?
Buxtehude. Buxtehude hat ein Problem mit den städtischen Brücken. Meist geht es um Fußgängerbrücken und Brücken auf Wirtschaftswegen. Für die großen Straßenbrücken sind die Baulastträger zuständig, etwa der Landkreis Stade bei den Kreisstraßen.
Von rund 80 Brücken im Stadtgebiet sind 53 Prozent in einem nur noch ausreichenden oder gar ungenügenden Zustand. Das ergab eine Prüfung aller Bauwerke, für die die Stadt verantwortlich ist. Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es einen erheblichen Sanierungsstau. Dieser soll in den kommenden Jahren abgebaut werden.
Diese Brücken mussten abgerissen werden
Welche Folgen die laufenden Brückenprüfungen haben, zeigt die im Volksmund Gildebrücke genannte Estequerung zwischen Gildehaus und Wohnmobilstellplatz in Buxtehude. Ihre plötzliche Sperrung zwang Fußgänger schon im Mai zu ungewohnten Umwegen. Mitte Juni wurde die Holzkonstruktion vollständig abgerissen.
Ein unabhängiges Ingenieurbüro prüft im Auftrag der Hansestadt alle Brücken in einem gesetzlich geregelten Turnus. Dabei stellte es massive Schäden an der Holzkonstruktion aus dem Jahr 1977 fest. Das galt auch für eine Brücke am Melkerstieg. Sie wurde ebenfalls gesperrt und abgerissen. Hier steht schon fest: Die Verbindung Richtung Moor und Autobahn soll nicht wieder aufgebaut werden.
Bei der Gildebrücke ist noch offen, ob sie wieder aufgebaut wird. Birte Gütersloh von der CDU und Ulrich Felgentreu von den Grünen sprachen sich in der Sitzung des zuständigen Bauausschusses dagegen aus. Eine für 2027 angekündigte Machbarkeitsstudie soll die Frage klären.
So ist der Zustand der städtischen Brücken
Der Zustand der städtischen Brücken im Detail: 7 Prozent sind in einem sehr guten, 12 Prozent in einem guten Zustand. 28 Prozent gelten als befriedigend, 30 Prozent als ausreichend. Nicht ausreichend sind 16 Prozent, ungenügend 7 Prozent.

Die Brücken über den Viver an der Viverstraße ist eine mit dem meisten Fußgängeraufkommen. Über sie ist das Stackmann-Parkhaus zu erreichen. Foto: Wisser
Die Stadtverwaltung will in den Haushaltsberatungen 2027 die nötigen Maßnahmen mit den jeweiligen Kostenschätzungen vorstellen und priorisieren. Ab dem kommenden Jahr soll jedes Jahr eine Brücke saniert werden.
Ganz oben auf der Liste steht die Erneuerung der Wirtschaftswegebrücke Langenbrooksdamm in Neukloster. Die Kosten sind bereits im Haushalt hinterlegt. Die Brücke ist in einem ungenügenden Zustand. Die Planungen für einen kompletten Neubau laufen seit der zweiten Jahreshälfte. Die Bauarbeiten sind für 2027 vorgesehen.
Deshalb wird hier Holz durch Beton ersetzt
Die Kosten liegen bei rund 300.000 Euro. Wegen gesetzlicher Vorschriften dürfen Brücken für den landwirtschaftlichen Verkehr nicht mehr in Holzbauweise errichtet werden. Deshalb entsteht hier eine Betonbrücke.
Auch zwei Brücken in der Altstadt müssen dringend erneuert werden. Dazu gehört die Brücke an der Viverstraße auf dem Fußweg zum Parkhaus Stackmann. Ihre Erneuerung soll 170.000 Euro kosten.
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Das gilt auch für die Brücke im Stadtpark zum Schwimmbad Aquarella. Hier rechnet die Stadt mit Kosten von 70.000 Euro.
Auch eine Fußgängerbrücke über die Este im Heimbruch ist in einem ungenügenden Zustand und muss ersetzt werden. Hier werden Kosten von 225.000 Euro erwartet.
Zwei Brücken sind für Fahrzeuge komplett gesperrt
Weitere Beispiele sind die Fußgängerbrücke am Stemmannsweg an der Harburger Straße. Sie sichert die Verbindung vom Wohngebiet zur Nahversorgung auf der anderen Seite der Harburger Straße. Hinzu kommt die Wirtschaftswegebrücke am Polderweg über den Harzmoorkanal. Ihr aktueller Bauzustand ist ungenügend. Die Brücke ist für alle Fahrzeuge gesperrt. Die Kosten werden auf 250.000 Euro geschätzt.
Auch eine weitere Brücke über den Harzmoorkanal ist betroffen. Die Wirtschaftswegebrücke im Zuge der Straße Großer Moorweg soll ab August 2027 im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens der Autobahn A26 durch das Amt für regionale Landesentwicklung erneuert werden.
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