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Gastronomie

TSchließungen und Eröffnungen: So lief 2025 für die Gastronomen im Kreis Stade

Das Möller's ist gerettet, die Freude groß bei allen Beteiligten (von links): Insolvenzverwalter Berend Böhme, Marion Pohndorf, Maximilian Corleis und Nicole Ebeling. Nicht im Bild ist Marco Pohndorf, der zu den vier Gesellschaftern der neuen Betreiber-GmbH gehört.

Das Möller's ist gerettet, die Freude groß bei allen Beteiligten (von links): Insolvenzverwalter Berend Böhme, Marion Pohndorf, Maximilian Corleis und Nicole Ebeling. Nicht im Bild ist Marco Pohndorf, der zu den vier Gesellschaftern der neuen Betreiber-GmbH gehört. Foto: Knappe

Das Restaurant Möller’s in Drochtersen konnte gerettet werden und auch für das Al Porto in Stade geht es unter neuem Namen weiter. Doch nicht überall im Landkreis Stade hatten Gastronomen 2025 so viel Glück.

Von Anke Settekorn Montag, 05.01.2026, 08:39 Uhr

Landkreis. Schließungen, Eröffnungen und Lebensmittelkontrollen mit erschreckendem Ergebnis: Auch im Jahr 2025 war die Gastroszene im Landkreis Stade in Bewegung.

Kneipensterben in Stade

Das Jahr 2025 endete mit einer traurigen Ankündigung für die Kneipengänger in Stade: Wirt Thomas Mäkel will das Apropos schließen. Gut 21 Jahre lang haben Thomas Mäkel und seine Lebensgefährtin Kerstin Genrich die Kultkneipe betrieben. Das Apropos wird den Stadern als Treffpunkt fehlen. Noch bis Ende Januar will Mäkel die Kneipe betreiben, danach soll Schluss sein. Er hofft auf einen Nachfolger.

Aus Al Porto wird La Riva

Viele erklärten sie für verrückt. Doch Manuela Gubbels ließ sich nicht beirren und kündigte ihren sicheren Job, um Restaurantchefin zu werden. Die Dow-Ingenieurin übernimmt das italienische Ristorante Al Porto in Stade. Sandro und Patricia Zonca führten den Betrieb seit 2002. Nach 23 Jahren war Schluss: Sie verkauften das Restaurant an Manuela Gubbels. Diese hat große Pläne: Aus dem Edel-Italiener wird das La Riva Pizzeria und Bar.

Voraussichtlich ab Februar 2026 soll es original italienische Pizza- und Pastagerichte geben, kündigte Gubbels im November 2025 an.

Vier Gesellschafter retten das Möller‘s

Aufatmen hieß es Anfang November für die Drochterser: Nach einer monatelangen Zitterpartie war das Lokal Möller‘s gerettet. Obwohl der Betrieb nicht über einen Mangel an Kunden oder Personal klagen konnte, stand er seit Ende August unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Grund für die Krise war der Ausfall von Pächterin Claudia Möller-Buttler seit März 2025. Die Unternehmerin war schwer an Krebs erkrankt.

Im November stand fest: Das Möller’s wird weiter betrieben. Eine Auffanggesellschaft namens „Das Möller‘s Gastronomiebetrieb GmbH“ hat bei D/A einen neuen Pachtvertrag über fünf Jahre unterzeichnet. Die Stammgäste schätzen die gutbürgerliche Küche des Lokals - und den Mittagstisch.

Interessenten für Elbblick-Nachfolge

Am 31. Oktober öffnete Pächter Robert Diekers zum letzten Mal das Elbblick-Restaurant auf Stadersand. Das Elbblick-Gebäude gehört der Stadt und wird von der Gebäudewirtschaft Stade (GWS) vermietet. Bei der Suche nach einem Nachmieter wird die GWS von der Stade Marketing und Tourismus GmbH (SMTG) unterstützt. Mittlerweile ist die Gaststätte geschlossen und ausgeräumt. Doch es gibt Hoffnung: Nach TAGEBLATT-Informationen gibt es ernsthafte Interessenten aus der Region, die das Elbblick-Restaurant übernehmen wollen. Bereits zum Saisonstart im Frühjahr soll es losgehen.

Koreanische Küche statt Weinspezialitäten

Ende März 2025 endete für die Buxtehuder eine Ära: Nach fast 13 Jahren wurde der Primus am 31. März geschlossen. Wirt Matthias Schönfeld hatte aus privaten Gründen aufgehört. Die Gastronomie-Tradition des denkmalgeschützten Gebäudes an der Abstraße wird jedoch fortgeführt: Im September eröffnete dort Buxtehudes erstes koreanisches Restaurant: Kimchi Lab, das auf Streetfood und koreanische Küche setzt.

Güldenstern-Casino ist gerettet

Lange war unklar, ob Familie Meusel ihre Gaststätte Casino auf der Camper Höhe weiterbetreiben kann. Im Juli gab es jedoch gute Neuigkeiten. Norbert Meusel betreibt seit zehn Jahren die Gaststätte Güldenstern Casino direkt am Sportplatz zusammen mit seiner Frau Tan und deren Sohn. Doch in diesem Jahr wollte der VfL Stade den Pachtvertrag nicht verlängern.

Der Verein scheute die Investition in einen teuren, aber notwendigen Fettabscheider - ein Gerät, das Schmutz- und Spülwasser reinigt, bevor es in die Kanalisation gelangt. Nach etlichen Monaten der Unsicherheit für den Gastronomen sprang jedoch die Stadt Stade ein. Deren Gebäudewirtschaft schloss anstelle des VfL einen Mietvertrag über fünf Jahre mit den Meusels ab - und ließ einen neuen Fettabscheider in den Keller einbauen.

Neues Angebot im Twielenflether Freibad

Zum „kleinsten Dom der Welt“ wurde der Freibad-Kiosk in Twielenfleth. Gastronom und Schausteller Mirko Rischmüller hat den Imbiss im Freibad übernommen. Im Angebot hat er unter anderem das Mamamia-Knoblauchbrot seiner Lebensgefährtin Christin Greger. Die Schaustellerin begeistert Volksfest-Fans mit ihrer Pizzeria Mamamia auf dem Pfingstmarkt in Neukloster, dem Hamburger Dom oder der Domweih in Verden. Zum Gastro-Konzept des MR Kiosk gehören auch selbst gemachte Pommes und Bratwurst aus der Fleischerei Düwer in Grünendeich.

Feines Gebäck im ehemaligen Imbiss

Torte statt Bratwurst gibt es jetzt in Dollern: Anna Bork hat große Pläne mit dem ehemaligen Imbiss an der B73. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter renovierte die polnische Konditormeisterin das leerstehende Gebäude. Es war eine Kernsanierung: Alles, von den Tapeten bis zum Mobiliar, habe vor Fett und Schmutz getrieft, berichtete Bork. Im neuen Flower Cake Café will sie Torten, polnisches Gebäck und Eis verkaufen.

25 Jahre Oxbow Corner

Ein Jubiläum gab es im Mai in Buxtehude zu feiern: Seit 25 Jahren ist Wirt Wolle das Herz der Dorfkneipe Oxbow Corner in Buxtehude-Ottensen. Wirt und Koch Wolfgang Tobaben, von allen nur Wolle genannt, pflegt eine familiäre Atmosphäre in seiner Dorfkneipe. Im Februar 2000 übernahm der gelernte Bäcker und Koch die Ottensener Gaststätte.

Die urige Gemütlichkeit und selbst gemachte Hausmannskost lockt Skatfreunde, Doppelkopfspieler, Fußballer vom SV Ottensen, Musiker, Jäger, Reiter, Radfahrer und hin und wieder Touristen in die gastronomische Institution.

Hotelbetrieb im Zwei Linden wird ausgebaut

Gut lief es auch in Balje: Schweinebauer und Gastwirt Sönke Bösch erweiterte im April das Traditionsgasthaus Zwei Linden in Balje-Hörne. Sieben Doppelzimmer und ein Appartement entstanden auf dem benachbarten Gelände der alten Dorfbäckerei Manfred Meißner, zwei Ferienwohnungen im Altenteil, gut 20 Betten. Mehr als eine Million Euro investierte Bösch in die Erweiterung des Hotels.

Neuer Pächter für den Horneburger Freibad-Kiosk

Nachdem der bisherige Pächter 2024 unerwartet das Handtuch geworfen hatte, konnte der Horneburger Freibad-Kiosk im Mai 2025 neu eröffnet werden. Jean-Pierre van der Vleut bietet dort unter anderem Pommes, Hamburger und alkoholfreie Cocktails an. Erfahrung im Gastro- und Veranstaltungsgewerbe bringt er reichlich mit. Seit 2018 betreibt er selbstständig einen Partyservice.

Kultkneipe Fofftein kehrt zurück

In Apensen wurde im April groß gefeiert: Die Kneipenszene hat ihr Fofftein wieder. In Apensen und Umgebung stand Fofftein mehrere Jahrzehnte für die gleichnamige Kneipe in der Ortsmitte. Der beliebte Treffpunkt wurde Ende 2022 geschlossen. Die Freude über die Wiedereröffnung war daher groß - und blieb. Die wiedereröffnete Kneipe ist fest in Apensen etabliert. Mittlerweile gibt es auch wieder einen Sparclub.

Mehr Döner für Buxtehude

Döner-Freunde hatten in Buxtehude allen Grund zu feiern: Das türkische Restaurant Öz Urfa hat im April sein Restaurant am Westviver eröffnet. Der Familienbetrieb hat zwei weitere Standorte in Hamburg.

Auch beim etablierten Sultan-Imbiss der Familie Özgün in der Viverstraße wurde im April gefeiert: Seit 25 Jahren bietet der Imbiss Döner in Buxtehude an - und ist nach eigenen Angaben der älteste Döner-Laden in der Hansestadt.

Neue Cafés in Stade

Frühstück, Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen gibt es im Café Butterbrot & Blattgold seit 2022 in Buxtehude - und seit Februar 2025 auch in der Stader Innenstadt. Das Inhaber-Paar Anna Zerwas und Szymon Krol hat das Café in den ehemaligen Räumen des Saltkråkan am Bürgermeister-Dabelow-Platz eröffnet.

In der Holzstraße in Stade eröffnete im Frühjahr zudem das Café Ideal. Am Pferdemarkt werden jetzt Frühstück, Brunch und ein Mittagstisch angeboten.

Nach 45 Jahren: Abschied vom Astra Pott

Während das Fofftein in Apensen wieder eröffnet wurde, wurde im Januar das Aus einer bekannten Raucherkneipe in Buxtehude angekündigt. Nach 45 Jahren sollte Schluss sein im Astra Pott an der Bahnhofstraße. Der Pachtvertrag für das Gastwirtspaar Olaf (53) und Agnieszka Gruhn (50) lief im April aus und wurde nicht verlängert. Die beiden Gastwirte gaben aber an, bereits einen neuen Job in der Gastronomie gefunden zu haben.

Neues gastronomisches Angebot im Feriendorf Altes Land

Im Feriendorf Altes Land fand ein gastronomischer Wechsel statt: Im März wurde das Restaurant Deichblick eröffnet. Betreiber sind der gelernte Hotelkaufmann Björn Dietrich und seine Partnerin Stephanie Lemmel. Die beiden übernahmen die Räume des 2024 geschlossenen Restaurants Auszeit und bieten dort jetzt regionale und saisonale Küche an.

Burger im Bierbaum

Bereits im Januar 2025 gab es im Buxtehuder Bierbaum einen Inhaberwechsel: Gastronomin Julia Simon-Wetzel wechselte mit ihrem Restaurant Waschbar 60 Grad von der Straße Am Geesttor ans Westfleth, um dort Burger auf die Karte zu bringen. „Im Bierbaum soll es wieder Essen geben“, sagt Simon-Wetzel damals dem TAGEBLATT.

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