TStadt Stade muss endlich die Probleme im Altländer Viertel lösen
Die Vermüllung ist ein Problem im Altländer Viertel. Foto: Vasel
Vermüllung, Ratten, Gewalt: Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Denn: Wer weiter untätig bleibt, stärkt nur Menschenfeinde, meint TAGEBLATT-Redakteur Björn Vasel.
Stade. Alle Jahre wieder versprechen Politik und Verwaltung in der Hansestadt Stade die Beseitigung der Missstände im Altländer Viertel. Millionen von Euro sind unter anderem im Zuge des Förderprogramms Soziale Stadt in das Quartier geflossen. Erfolg ist nicht sichtbar, dafür aber Vermüllung, Ratten, Gewalt, Kriminalität, prekäre Wohnverhältnisse.
Städte wie Gelsenkirchen gehen seit mehr als zehn Jahren gegen solche Missstände vor: mit Interventions- und Kontrollteams aus Bauordnungs- und Ordnungsamt, Polizei und Jobcenter.
Die Stadt Stade schaut weg
Erfahrenen Verwaltungsexperten wie dem Ersten Stadtrat Lars Kolk und seinem Kollegen Carsten Brokelmann dürfte das nicht entgangen sein. Doch während andere Städte sich endlich um die Bekämpfung der Folgen von Armutszuwanderung aus Bulgarien kümmern, schaut die Stadt Stade weg.
Zu einem Thema werden die gewaltsam ausgetragenen Konflikte in Familien und Gruppen mit Migrationshintergrund allenfalls, wenn die Polizei wieder einmal die Rettungskräfte vor Ort und das Elbe Klinikum Stade schützen muss.
Wer geht gegen Miethaie und Ausbeuter vor?
Das Altländer Viertel solle nicht stigmatisiert werden, sagt der Stader Pressesprecher. Doch wer kümmert sich in der Stadt eigentlich um die Opfer prekärer Wohnverhältnisse - nicht nur unter den Zugewanderten? Warum schert es niemanden, dass hier so viele Wohnungen leerstehen, obwohl bezahlbarer Wohnraum fehlt? Wer greift durch, wenn Menschen immer wieder die Regeln unseres Rechts- und Sozialstaats mit Füßen treten und Feuerwehr und Rettungsdienst nur noch unter Polizeischutz ins Quartier fahren? Wer geht gegen die Kriminellen, Miethaie und Ausbeuter vor?
Im Altländer Viertel wohnen 2900 Menschen. Auch sie haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und sozialen Frieden. So steht es im Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“
Wer weiter untätig bleibt, stärkt nur Menschenfeinde von der AfD. „Wir kümmern uns“, sagt Bürgermeisterin Melanie Reinecke. Hoffentlich.
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