TStarkes Signal: Fünf Vereine planen gemeinsam Kunstrasenplatz in Oldendorf
Der Platz im Rudolf-Pöpke-Stadion in Oldendorf soll zum ganzjährig bespielbaren Kunstrasenplatz umgebaut werden. Dafür machen sich fünf Vereine gemeinsam stark. Foto: Klempow
Hammah bekommt fast eine halbe Million Euro Zuschuss für einen Kunstrasenplatz. Welche Probleme das für den MTV löst - und wie fünf Vereine gemeinsam ein Zeichen setzen.
Hammah. Die gute Nachricht kam jüngst aus Berlin: Der Bund fördert den Bau eines Kunstrasenplatzes in Hammah mit rund 477.000 Euro aus dem Sanierungsprogramm für Sportstätten. Weil so viele Anträge eingegangen waren, war die Freude in Hammah umso größer. „Es freut mich wahnsinnig, dass das für Hammah und damit auch für einen kleineren Ort geklappt hat“, sagt Samtgemeindebürgermeister Holger Falcke, der auch Gemeindedirektor in Hammah ist.
Für ihn ist die Förderung das „I-Tüpfelchen“ auf den Projekten, die die Gemeinde in den letzten Jahren in ihrer Ortsmitte umgesetzt hat. Die Gemeinde selbst hat in ihrem Haushalt ihren Anteil von 480.000 Euro für das Sport-Projekt eingeplant.
Plätze sind nur sechs Monate bespielbar
Das hilft dem MTV Hammah bei der Lösung eines Problems, erklärt der Vorsitzende Bastian Vollmers. Denn die Rasenplätze in Hammah sind bisher von Oktober bis März kaum bespielbar - das sind sechs Monate im Jahr. In diesem Winter war die Pause sogar noch länger. „Wir sind mit einem Kunstrasenplatz für die Zukunft und wetterunabhängig gut aufgestellt“, so Vollmers.
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Den Hauptplatz schonte der Verein bislang für Pflichtspiele. Eine Rasenfläche, auf der früher vor allem Kinder und Jugendliche trainierten, belegt seit geraumer Zeit ein Containerdorf: Erst lernten Grundschüler in den Containern, weil ihre Schule saniert wurde. Jetzt kamen Kitakinder dort unter, während die Kindertagesstätte modernisiert wird.
Massive Einschränkungen für den MTV
Dem MTV stand damit nur noch der Rasen hinter dem Tennisplatz zur Verfügung - zu wenig, für zahlreiche Jugendmannschaften, drei Herrenteams und mehrere Ü-Mannschaften. „Das hat für uns massive Einschränkungen im Trainings- und Spielbetrieb bedeutet“, so Vollmers.
Genau dieser Platz wird durch den Kunstrasen ersetzt - ein Belag, der Regen und Frost weit besser standhält als Naturrasen und ganzjährig bespielbar bleibt. Mit der gesicherten Förderung bildet der Verein nun ein kleines Projektteam und geht gemeinsam mit der Gemeinde in die Detailplanung.
Zweiter Kunstrasenplatz in Planung
In der Vorplanung stecken fünf weitere Vereine in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. Auch bei diesem Projekt geht es um einen Kunstrasenplatz. Das Gemeinschaftsprojekt begeistert Holger Falcke. „Famos“, nennt er die starke Initiative über Gemeindegrenzen hinweg.
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Die Vereine SV Burweg, TSV Großenwörden, SuSV Heinbockel, MTV Himmelpforten und FC Oste/Oldendorf haben gemeinsam den Bau eines Kunstrasenplatzes beantragt. Auf einen Standort haben sich die Fünf geeinigt.
Vereine einigen sich auf Standort
Gebaut werden soll der Platz in Oldendorf. Die Gemeinde Oldendorf habe schon signalisiert, dass der bisherige B-Platz im Rudolf-Pöpke-Stadion in Frage kommt. Dann müsste auch keine neue Flutlichtanlage gebaut werden.
Dennoch liegen die Kosten nach aktueller Schätzung bei rund 800.000 Euro. Holger Falcke hat schon ein Förderprogramm für 2027 im Sinn. Hätte ein Antrag Erfolg, könnte der Bau mit 50 Prozent bezuschusst werden. Weil die Samtgemeinde für Außensportanlagen nicht zuständig ist, könnte sie sich nur über einen Zuschuss von bis zu 60.000 Euro beteiligen. Die verbleibenden 340.000 Euro müssten zu einem großen Teil die jeweiligen Gemeinden übernehmen. Denn die Vereine können das nicht leisten.
Kostenverteilung nach Vereinsbedarf
In ersten Gesprächen hätten die Gemeinden signalisiert: Das Projekt kann nur mit einem Zuschuss und mit einer „angemessenen Beteiligung“ der Vereine klappen. Bleibt bei fünf Vereinen die Frage, wie die Hälfte der Baukosten auf die Kommunen verteilt werden müssten. Denn der Bedarf für einen Kunstrasenplatz ist je nach Verein unterschiedlich groß.
Die Vereine haben deshalb ein Konzept gemacht, das die Nutzung regelt. Die soll an fünf Werktagen auf jeweils zwei Zeitfenster fürs Training aufgeteilt werden. Eines dieser Zeitfenster (Slot) wird für die vereinsübergreifende Jugendspielgemeinschaft genutzt.

Der FC Oldendorf/Oste ist einer von fünf Vereinen, die sich für den Bau eines gemeinsamen Kunstrasenplatzes stark machen. Foto: Klempow
Zeitfenster für jeden Verein
Die verbleibenden Slots würden aufgeteilt werden: Drei für den FC Oste/Oldendorf, drei für den MTV Himmelpforten und jeweils einer für den SV Burweg, TSV Großenwörden und den SuSV Heinbockel.
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Pro Slot, das Jugendtraining herausgenommen, entstünde jeweils ein Anteil von 38.000 Euro. Bei drei Slots entfiele beispielsweise auf Himmelpforten ein Anteil von 114.000 Euro. Das fällt auch für den FC Oldendorf/Oste an - dabei sind neben Oldendorf aber auch die Gemeinden Estorf und Kranenburg gefragt, die Anteile sollen nach der Einwohnerzahl aufgeteilt werden. Für die Gemeinde Estorf liegt der bei bis zu 30.000 Euro. Der Rat unterstützt das Projekt - vor allem, weil die Vereine das starke Signal der Gemeinsamkeit senden. „Wir sehen das als anerkennenswert“, sagt Bürgermeister Werner Hinck zum Ratsbeschluss vom Donnerstag.
Grundlage für das Projekt und einen Förderantrag ist nun die Zustimmung aller Gemeinden. Bis Ende Mai soll geklärt sein, ob alle mit antreten.
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