TStreit um Halle Süd in Buxtehude: Sanierung bevorzugt - CDU skeptisch
Das Schulzentrum Süd in Buxtehude ist in die Jahre gekommen. Die Sporthalle ist mit Ausnahme eines Anbaus 45 Jahre alt. Foto: Wisser
Sanierung oder Neubau? In Buxtehude steht die Entscheidung über die Zukunft der Halle Süd bevor. Ein Verlierer dieser Entscheidung steht aber schon fest.
Buxtehude. Die Sanierung mit einem neuen Hallenteil kostet weniger als Abriss und Neubau der Halle Süd in Buxtehude am Schulzentrum Süd. Die Stadtverwaltung berechnete für Abriss und Neubau Investitionskosten von 19,31 Millionen Euro, für die Sanierung 16,40 Millionen Euro. Nachdem die Sanierungskosten bekannt wurden, forderte die Politik vor drei Wochen einen Vergleich mit dem Neubau.
Laut Bau- und Finanzabteilung schneidet der Neubau auch bei den Folgekosten schlechter ab. Die Finanzierungskosten sind höher, und die Sanierung kann schneller beginnen. Das ist wichtig, weil die Baukosten jedes Jahr steigen. Verzögerungen kosten Geld.
Energiekosten: Wärmepumpe teurer als Gasheizung
Überraschenderweise würde die sanierte Halle auch bei den Energiekosten sparen. Stadtbaurätin Michaela Springhorn erklärt, dass die geplante Wärmepumpe im Neubau im Vergleich zur Gasheizung in einer sanierten Halle teurer ist. Das liege an den hohen Stromkosten für die Wärmepumpe.
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Ein Neubau wäre nur bei der Lebensdauer überlegen: 90 Jahre gegenüber 80 Jahren für die sanierte Halle. Insgesamt kostet der Neubau einschließlich aller Folgekosten 57,1 Millionen Euro, die Sanierung 49,7 Millionen Euro. Springhorn bevorzugt zudem die Sanierung, da viel alter Beton wiederverwendet werden kann. Beton enthält das Bindemittel Zement. Und allein die Herstellung dieses Bestandteils verursacht rund sechs bis sieben Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.
CDU präsentiert eigenes Angebot für Hallenneubau
Die Reaktionen auf die Vergleichsberechnung sind gemischt. SPD und Grüne, vertreten durch die Fraktionsvorsitzenden Nick Freudenthal (SPD) und Ulrich Felgentreu (Grüne), stehen der Sanierung positiv gegenüber, wollen aber erst ihre Fraktionen konsultieren.
Die CDU bleibt skeptisch. Sie legte ein eigenes Angebot für einen Neubau vor, das 9,3 Millionen Euro veranschlagt. Die Verwaltung stellte jedoch fest, dass viele Kostenpunkte fehlen, darunter Mehrwertsteuer und Außenanlagen. Die tatsächlichen Kosten für die „CDU-Halle“ lägen bei 17,35 Millionen Euro.
CDU-Mitglied Thomas Ringhoff hält diese Rechnung für überhöht und warnt vor Sanierungsrisiken. Die CDU fordert außerdem, größere Bauprojekte an Generalunternehmen zu vergeben, um Preissteigerungen zu vermeiden. Sie verweist dabei auf kostenstabile Schulbauprojekte des Landkreises Stade. Derzeit vergibt die Buxtehuder Verwaltung die Gewerke einzeln. Die Baukosten für die neue Halle Nord und die Halepaghen-Schule sind deutlich höher ausgefallen als ursprünglich geplant.
SPD und Grüne kritisierten die CDU-Fraktion
In der Diskussion kam es zum Schlagabtausch zwischen CDU, Grünen und SPD. „Wir haben hier die Fachleute“, betonte SPD-Mann Freudenthal und kritisierte die CDU für mangelndes Vertrauen in die Verwaltung. Er warf der CDU vor, das Geschäft der AfD zu betreiben. Grünen-Ratsherr Michael Gerkens stufte die Argumentation der CDU als „Blödsinn“ ein. Auch Generalunternehmer wollten Geld verdienen.
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CDU-Fraktionschef Olaf Riesterer verteidigte die Fragen seiner Partei und betonte, man wolle Steuergelder nicht verschwenden. „Unsere Fragen sind legitim. Wir wollen helfen“, beantwortete er die SPD-Attacke.
Dieser eine Verlierer steht bereits fest
Die Entscheidung über Sanierung oder Neubau fällt diese Woche im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss. Der Baubeginn für die Sanierung wäre 2027. Abriss und Neubau könnten erst ein bis zwei Jahre später beginnen, weil dieses Verfahren komplett neu gestartet werden müsste. Die Sanierungsvariante ist bereits in einer fortgeschrittenen Planungsphase.
Unabhängig vom Ausgang steht ein Verlierer fest: der Landkreis Stade. Er soll 11,5 Millionen Euro der Kosten tragen, hat dafür aber kein Geld eingeplant. Das Geld fließt allerdings nur, wenn die Kreisverwaltung die Kosten als notwendig anerkennt.
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