T„Es wird unwetterartig“: Deutscher Wetterdienst blickt auf den Kreis Stade
Die Fahrräder bleiben wohl geparkt: 17 Zentimeter Schnee lagen in Jork am Donnerstagmorgen. Am Freitag sollen bis zu 15 Zentimeter Neuschnee dazukommen. Foto: Richter
Wie wird das Wetter? Meteorologe Marc Wenthe vom Deutschen Wetterdienst über die Aussichten für die nächsten Tage im Kreis Stade und die Zuverlässigkeit längerfristiger Vorhersagen.
Landkreis. Sturmtief Elli bringt am Freitag vom Atlantik noch mehr feuchte, schneereiche Luft mit in den Landkreis Stade. Am Montag hatte Marc Wenthe die Schneefälle im Kreis Stade und in Hamburg und Umgebung noch als „normal für eine winterliche Witterungsperiode“ charakterisiert. Doch jetzt bahnt sich aus seiner Sicht tatsächlich eine außergewöhnliche Lage an.
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In Hamburg-Fuhlsbüttel hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag 23 Zentimeter Schnee gemessen. So viel lag im Januar dort zuletzt 1981. Vor allem südlich der Elbe soll es am Freitag noch erheblich mehr werden: Dort rechnet der DWD mit 10 bis 15 Zentimetern Neuschnee. „Es wird auf jeden Fall unwetterartig. Der Schnee liegt sehr hoch, Schneeverwehungen werden ein großes Thema sein“, sagt Wenthe.
Der Wetter-Korridor ist gut vorhersagbar
Elli wird mildere Luftmassen nach Süden drücken und auf der Nordseite die Kaltluft von Nordosten anzapfen, sagt der Meteorologe. Die Grenze dazwischen verlaufe in Niedersachsen, zwischen Elbe und Weser. „Wir können den Korridor schon vorhersagen, in dem sich das bewegt.“ Wo der Schwerpunkt dann ganz genau ist, werde sich noch herausstellen.
Im Januar sei eine über längere Zeit geschlossene Schneedecke im Hamburger Raum ungewöhnlich. Eine über den ganzen Monat Januar durchgehend mindestens einen Zentimeter dicke Schneedecke gab es seit Beginn der Wettermessungen im Jahr 1936 nur sechs Mal – zuletzt 2010. Im Februar war das über diesen Zeitraum nur vier Mal der Fall, in den Jahren 1954 und 2010 lag immerhin fast den gesamten Februar über Schnee.
Wettervorhersagen nur kurzfristig verlässlich
Viele Menschen schauen zurzeit gebannt auf diverse Wetter-Apps, um zu sehen, ob die kommende Woche die befürchtete bittere Kältewelle bringt. In der Nacht zum Sonnabend sollen die Temperaturen auf etwa minus fünf Grad Celsius sinken, in der Nacht zum Sonntag sogar auf minus zehn Grad, bestätigt der DWD-Meteorologe. Er verweist darauf, dass über die kommenden zwei, drei Tage hinaus eine Vorhersage nur bei ziemlich eindeutiger Wetterlage zuverlässig ist. Denn sehr viele Faktoren könnten das Geschehen noch beeinflussen.
„Die Nacht zum Sonntag ist die kälteste Nacht“, sagt Wenthe. Danach werde es auch schon wieder milder. Bis Mittwoch, 14. Januar, macht der DWD keine Wettervorhersage, sondern gibt einen Ausblick – und der zeigt keine signifikanten Wettergefahren mehr.
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