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TTriumphe und Enttäuschungen: Die emotionalsten BSV-Momente im DHB-Pokal

2020: Ohne Zuschauer feiert der BSV einen Heimsieg im DHB-Pokal gegen Dortmund und bedankt sich bei den Fans in der Ferne.

2020: Ohne Zuschauer feiert der BSV einen Heimsieg im DHB-Pokal gegen Dortmund und bedankt sich bei den Fans in der Ferne. Foto: Jan Iso Jürgens

Titel, Tränen, Handball-Krimis: Die Pokalgeschichte des Buxtehuder SV hat bewegende Momente geschrieben. Das sind die sechs Highlights aus fast vier Jahrzehnten.

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Von Daniel Berlin
02.10.2026, 16:05 Uhr

Buxtehude. Vier Mal stand der BSV im Finale des DHB-Pokals, zehn Mal im Halbfinale. Emotionale Momente gab es eine Menge.

1. Das Treffen der Weltstars

Die Handballerinnen des BSV werden zur Nummer in Deutschland. 1987 steigt Buxtehude in die 2. Liga auf. Trainer Hans Dornbusch verpflichtet die damals weltbeste Handballerin Svetlana Kitić aus Jugoslawien, Olympia-Siegerin und Welthandballerin 1988. Der Star verzaubert die Stadt.

Am 24. März 1988 tritt der BSV im Achtelfinale gegen den Erstligisten SG Jarplund Weding an. Und gegen eine weitere Ausnahmespielerin: Jara Ivančíková. Sie wird nach dem Spiel ihren Wechsel nach Buxtehude verkünden.

Freundschaftliche Umarmung nach dem Pokalfight: Jara Ivancikova (links) und Svetlana Kitic.

Freundschaftliche Umarmung nach dem Pokalfight: Jara Ivancikova (links) und Svetlana Kitic. Foto: Strüning

Ivančíková wirft 8 Tore, Kitić sogar 18. Sie rettet den BSV in die Verlängerung. In der zweiten Verlängerung kommt der Handball-Krimi zu seinem Höhepunkt. Kitić trifft zum 33:32 für Buxtehude. Aber der Erstligist schlägt noch mal zurück. 33:34. Raus mit ganz viel Applaus.

2. Pokalsieger der Herzen

„Pokal verloren, Spiel und Herzen gewonnen...“, titelt das TAGEBLATT am 28. Mai 1990. Der BSV schlägt am Vortag den designierten Meister TV Lützellinden mit 19:18, verpasst aber den Pokaltriumph, weil die Hypothek aus dem mit acht Toren verlorenen Hinspiel zu groß ist. Buxtehuder Tränen trocknen schnell. Denn der Aufsteiger qualifiziert sich für den Europapokal.

Der BSV gewinnt das Rückspiel gegen Lützellinden, aber es reicht nicht.

Der BSV gewinnt das Rückspiel gegen Lützellinden, aber es reicht nicht. Foto: Berlin

Das Rückspiel steigt in der Fredenbecker Geestlandhalle. „Beide Fan-Blöcke wetteiferten mit einer Geräuschkulisse aus Pauken, Trompeten, Glocken, Hupen und Rasseln, dass die Rockgruppe Einstürzende Neubauten vor Neid erblasst wäre“, schreibt das TAGEBLATT. Zur Halbzeit sieht es beim 8:12 finster aus. Dann folgt ein glorreicher zweiter Durchgang. Jara Ivančíková erzielt elf Tore.

3. Erster Titel greifbar nahe

Der BSV steht am 28. April 1996 zum zweiten Mal in einem Pokalfinale und ist ganz dicht dran am ersten Titel. In Bremen verliert Buxtehude gegen den VfB Leipzig mit 22:23. Die Spielerinnen verzweifeln vor allem an Kerstin Mühlner (Mutter von Ex-BSV-Spielerin Maxi Mühlner), die trotz einer Armverletzung mit ihren sieben Toren das Spiel entscheidet.

Buxtehude verliert in Bremen gegen Leipzig. Auf der ersten Pokaltitel muss der BSV weitere 19 Jahre warten.

Buxtehude verliert in Bremen gegen Leipzig. Auf der ersten Pokaltitel muss der BSV weitere 19 Jahre warten. Foto: Berlin

Vier Tore holt der BSV in der Schlussphase auf. Camilla Andersen drückt der Partie mit zehn Treffern ihren Stempel auf.

4. Der geplante Pokal-Triumph

Bis zu diesem 16. Mai 2015 stand der BSV zehn Mal im Halbfinale und vier Mal im Finale um dem DHB-Pokal. Gefeiert haben immer die anderen. Das soll diesmal anders werden. Nach dem Erfolg im Viertelfinale gegen Leverkusen bewirbt sich der BSV um die Austragung des Final-Four-Turniers. Und bekommt den Zuschlag. Buxtehude setzt im nahen Hamburg auf den Heimvorteil.

Stefanie Melbeck kam nach zwei Jahren Pause zurück - und erzielte entscheidende Tore beim Pokalsieg gegen Oldenburg.

Stefanie Melbeck kam nach zwei Jahren Pause zurück - und erzielte entscheidende Tore beim Pokalsieg gegen Oldenburg. Foto: Jan Iso Jürgens

Die Mannschaft liefert und schlägt die Füchse Berlin im Halbfinale mit 34:22. Für das Endspiel zieht der BSV einen letzten Trumpf. Während der Saison reaktivierte der Verein Stefanie Melbeck nach zwei Jahren Handball-Ruhestand. Das Halbfinale verpasst sie noch wegen der Hochzeit ihres Bruders. Im Finale gegen den VfL Oldenburg steht Melbeck auf der Platte.

Drei Minuten vor dem Abpfiff steht es 27:27. Dann beginnt das Handball-Märchen. Melbeck erzielt zwei Tore in der Schlussphase. Der BSV gewinnt 30:28. Es brechen alle Dämme. Eine späte Genugtuung für die 38-Jährige, die 1033 Bundesliga-Tore erzielte und 223 Mal für die deutsche Nationalmannschaft spielte, aber nie über zweite Plätze hinauskam.

5. Der ungeplante Pokal-Triumph

Die eigentliche Sensation beim zweiten Pokalsieg des BSV ist der Gewinn des Halbfinals gegen die Übermannschaft der SG BBM Bietigheim am 27. Mai 2017. Buxtehude demütigt den amtierenden Deutschen Meister, der in 26 Bundesligaspielen keinen einzigen Punkt abgegeben hat, beim 30:22-Sieg. Und das auch noch in Bietigheim.

Offenbar hatte der Meister das Halbfinale auf die leichte Schulter genommen. Die Hälfte der Mannschaft feierte unter der Woche den Titel in der Bundesliga. Kurz vor dem Tag X war ein Sponsorentermin scheinbar wichtiger als die akribische Vorbereitung auf den BSV.

Antje Peveling (damals Lenz) vernagelt ihr Tor. Vor 2200 Zuschauern führt der BSV schnell 4:0, dann 9:2, zur Halbzeit 12:7. SG-Coach Martin Albertsen bekommt seine Mannschaft nicht mehr auf Kurs. Der BSV feiert den Finaleinzug nach einer Glanzleistung.

Im Finale ist Metzingen Favorit gegen Buxtehude. Friederike Gubernatis markiert in der spannenden Schlussphase das 23:21 und wird mit zehn Toren beste Torschützin. Maxi Hayn fliegt zum entscheidenden 24:22 für den BSV. Am Ende steht es 24:23.

6. Das Geisterspiel

Am 4. November 2020 spielt David gegen Goliath. Der BSV gegen das übermächtige Borussia Dortmund. Achtelfinale. In der Liga ein paar Wochen zuvor hatte Buxtehude gegen Dortmund 19:36 verloren. Fans sind nicht erlaubt. Die Ränge sind leer. Die Corona-Pandemie macht einen möglichen Heimvorteil zunichte.

Dieses Spiel hätte Zuschauer verdient. Aber die Partie beginnt aus BSV-Sicht wenig verheißungsvoll. Erst im 13. Angriff erzielt Luisa Scherer das erste BSV-Tor. Mitte der ersten Hälfte steht es standesgemäß 6:12 gegen die Mannschaft, die verlustpunktfrei ein paar Monate später die Deutsche Meisterschaft feiern wird.

Doch der Favorit wirkt nicht souverän, eher überheblich. Auf der Bank wird es laut. Trainer André Fuhr ist ungehalten. Der BSV verkürzt zur Pause auf 12:14. Mit den Treffern von Lone Fischer zur 16:15-Führung und zum 19:17 gerät die Partie zum Krimi. Dortmund macht den Rückstand wett. 25:25. Noch 13 Sekunden.

Linksaußen Teresa von Prittwitz, damals die jüngste im Team, wirft zwei Sekunden vor Schluss den Ball vorbei an Nationaltorhüterin Isabell Roch ins Glück. Auch ohne Zuschauer verwandeln die Spielerinnen die Halle Nord in ein Tollhaus.

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