TTrotz Insolvenz: Gibt es Hoffnung für den Bösehof?
Geschäftsführerin Natascha Grotjohann (links) und Marketingmanagerin Carina Toscani-Tiedemann freuen sich, dass viele Gäste ihrer Einladung gefolgt sind. Foto: Blumenthal
Das Insolvenzverfahren des Hotels „Bösehof“ in Bad Bederkesa ist am 1. April eröffnet worden. Warum die Stimmung im Traditionshotel trotzdem gut ist.
Bad Bederkesa. Von Insolvenzsorgen war bei der Feier am 1. Mai nichts zu spüren. Marketingmanagerin Carina Toscani-Tiedemann, Geschäftsführerin Natascha Grotjohann und das Team haben zum ersten Mal einen Frühschoppen im Garten des Hotels organisiert. Eine Feier in lockerer Atmosphäre mit Snacks und Getränken, Live-Musik, Kinderspielgeräten, Hausführungen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad lockte das rund 150 Gäste an.
Bei den Hausführungen durften die Gäste einen Blick in die Hotelzimmer, den Wellnessbereich und die Veranstaltungsräume werfen und etwas über die Geschichte des Hotels erfahren. Einige fragten in diesem Zuge direkt nach Zimmerpreisen und danach, wo bei einer Feier denn eine Band Platz hätte.
„Wir möchten den Gästen etwas zurückgeben“
Die Maifeier bringe zwar kaum Geld ein, das sei aber auch nicht der Anspruch, sagt Geschäftsführerin Natascha Grotjohann. „Wir wollen den Gästen damit etwas zurückgeben und zeigen, dass wir weiterhin da sind und kämpfen.“

Ulrike O. (links) und Britta K. lassen es sich nach einer Fahrradtour bei der Maifeier des „Bösehof“ gut gehen. Foto: Blumenthal
Die Insolvenz ist auch bei den Gästen Thema. Britta K. und Ulrike O. aus Bad Bederkesa kennen das Hotel lange, waren hier bereits zum Frühstücken, auf dem Schützenball und zum Gänseessen. Bei einem Glas Sekt genießen sie die Atmosphäre. „Wir hoffen auf eine positive Zukunft. Ohne den Bösehof würde Bad Bederkesa etwas fehlen“, sagt Britta K. Auch bei Ulrike O. und ihren Kollegen ist die Zukunft des „Bösehof“ ein Thema. „Viele haben schöne Erinnerungen an das Hotel, haben hier ihre Hochzeit gefeiert. Es wäre schon sehr schade, wenn es das nicht mehr gäbe.“
Nachfolger gefunden?
Seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. April habe es im Hotel keine spürbaren Veränderungen gegeben. „Wir haben einen ausgezeichneten Insolvenzverwalter, die Zusammenarbeit findet auf Augenhöhe statt. Er setzt nicht überall den Rotstift an oder sagt, wir sollen jetzt mal günstigeres Fleisch kaufen oder Ähnliches. Die Qualität soll nicht darunter leiden, da sind wir uns einig“, sagt sie.
Betrieb gesichert
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„Trotzdem müssen wir natürlich schauen, welche Prozesse wir optimieren können“, so Grotjohann. Insolvenzverwalter Dr. Thilo Streck aus der Hamburger Kanzlei LWS verfolgt das Ziel, einen Käufer zu finden, der „an einer dauerhaften Aufrechterhaltung und Fortführung des Geschäftsbetriebs interessiert ist“. Und es deutet viel auf einen baldigen Erfolg hin. „Wir sind weiter in Gesprächen mit Interessenten. Noch ist nichts unterschrieben, aber wir sind guter Dinge, dass es bald jemanden gibt, der die Immobilie als Hotel weiterführt. Genau so, wie es jetzt ist“, so Grotjohann.
Viel Unterstützung der Gäste - Buchungslage erfreulich
Seit April zahlt das Hotel auch die Gehälter wieder selbst. Diese waren durch die Insolvenzgeldvorfinanzierung von Januar bis März abgedeckt worden. Gehaltskürzungen habe es bisher nicht gegeben. Die Mitarbeiter sind weiterhin mit an Bord, zwei neue Auszubildende in der Küche ab August stehen schon fest. Weitere für Rezeption und Service werden gesucht.
Die Buchungslage der Hotelzimmer und privaten Veranstaltungen sei erfreulich. „Wir waren im April bei rund 70 Prozent Auslastung. Ein, zwei Veranstaltungen wurden von Gästen abgesagt, aus Angst, wir könnten schließen. Aber das war es dann auch“, so Grotjohann. Das Feedback und die Unterstützung der Gäste sei weitestgehend positiv.
Natascha Grotjohann wagt bereits den Blick ins kommende Jahr. Wenn es nach ihr geht, soll dann die erfolgreiche Feier am 1. Mai wiederholt werden.
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