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Fußball-Regionalliga

TTrotz heftiger Verletzungssorgen: D/A schlägt Altona 93

D/A kämpft sich in das Spiel gegen Altona 93.

D/A kämpft sich in das Spiel gegen Altona 93. Foto: Berlin

Dieser D/A-Sieg gegen Altona 93 beeindruckt, weil die Mannschaft personell eigentlich aus dem letzten Loch pfeift. Der 3:1-Erfolg ist gut für die Seele.

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Von Daniel Berlin
Sonntag, 26.04.2026, 17:00 Uhr

Drochtersen. Ein paar verheißungsvolle D/A-Flanken segeln in den ersten Spielminuten in den Altonaer Strafraum. Gefährlich ist das nicht. Die Gastgeber sind vor 832 Zuschauern bemüht um Spielkontrolle. Dass das nur bedingt funktioniert, ist erklärbar.

Die Liste der verletzten und angeschlagenen Leistungsträger ist lang bei D/A: Robin Kölle, Jannes Elfers, Dennis Rosin, Nikola Serra, Alla Aid Hamid, Martin Sattler, Sebastian Haut, Maximilian Geißen. Außerdem ist Innenverteidiger Tjorve Mohr nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Wie will D/A-Trainer Oliver Ioannou so viel Qualität ersetzen?

Startelfdebüt für Philipp Aue

In der Innenverteidigung setzt der Coach am Sonntagnachmittag gegen den Tabellenletzten Altona 93 auf Liam Giwah, Matti Steinmann und Kapitän Nico von der Reith. Auf den Außenbahnen beginnen Philipp Aue und Matti Cebulla.

Für Aue ist es in dieser Saison das Startelfdebüt. Jorik Wulff, Jannes Wulff und Mauritz Nagel bilden das Mittelfeld. Haris Hyseni und Miguel Fernandes beginnen im Angriff. Auf einer Schlüsselposition hat Ioannou eine Veränderung vorgenommen.

Torwart Bennet Marquardt bestreitet für D/A sein erstes Regionalligaspiel.

Torwart Bennet Marquardt bestreitet für D/A sein erstes Regionalligaspiel. Foto: Berlin

Stammkeeper Patrick Siefkes sitzt auf der Bank. Für ihn rückt Bennet Marquardt in die Mannschaft. Für den 20-Jährigen ist es eine Premiere. 2024 wechselte Marquardt vom SV Eichede nach Drochtersen. Seither stehen lediglich drei Einsätze in der zweiten D/A-Mannschaft in seiner Statistik.

Steinmann humpelt verletzt vom Rasen

Die personelle Lage der Drochterser spannt sich nach etwas mehr als einer Viertelstunde weiter an. Matti Steinmann wird nach einem Zweikampf im Mittelfeld minutenlang behandelt und humpelt dann vom Rasen. Für ihn kommt Justin Plautz in die Partie. Erneut muss Oliver Ioannou seine Abwehr umstellen. Wie viele solcher Rückschläge verkraftet eine Mannschaft?

Spielerisch passiert im Kehdinger Stadion entsprechend nicht viel. D/A muss andere Register ziehen, defensiv gut stehen, Zweikämpfe gewinnen, sich irgendwie in dieses Spiel arbeiten. Altona hat Halbchancen. Bennet Marquardt fasst bei hohen Bällen solide zu.

Maurits Nagel bringt D/A in Führung

Da kommt der Treffer von Maurits Nagel zum 1:0 in der 36. Minute wie eine Erlösung. Nagel stand zuletzt vor einem Jahr in der Startelf und zieht jetzt gegen Altona von der Strafraumkante einfach mal ab. Frei, unbedrängt. Der Ball scheint für Hamburgs Torwart Michel Dorow nicht unhaltbar.

Erstmals nach einem Jahr wieder in der Startelf: Maurits Nagel bedankt sich mit dem Führungstreffer.

Erstmals nach einem Jahr wieder in der Startelf: Maurits Nagel bedankt sich mit dem Führungstreffer. Foto: Berlin

Das Tor beflügelt. D/A präsentiert sich jetzt auch in der Offensive agiler. Ein schneller Einwurf von Liam Giwah auf Miguel Fernandes leitet in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die 2:0-Führung ein. Haris Hyseni zieht im Strafraum zentral vor dem Tor trocken ab. In der personellen Verfassung ist das wie Balsam.

Torschütze vom Dienst bei D/A: Haris Hyseni schießt das 2:0.

Torschütze vom Dienst bei D/A: Haris Hyseni schießt das 2:0. Foto: Berlin

Nächste Schrecksekunde nach einer Stunde

Nach einer Ecke von Matti Cebulla trudelt der Ball kurz nach Wiederanpfiff fast zum 3:0 für D/A über die Linie. Erneut sieht Keeper Michel Dorow nicht gut aus.

Die Partie ist zäh. In der 60. Minute zucken die Zuschauer auf der Haupttribüne zusammen. Liam Giwah verletzt sich bei einem Zweikampf am Kopf. Es wird ruhig im Kehdinger Stadion. Fünf Minuten behandelt die medizinische Abteilung den D/A-Verteidiger. Unter Applaus und mit einem Kopfverband spielt Giwah weiter. Die Mannschaft beißt auf die Zähne.

Dass D/A kämpferisch und spielerisch überlegen ist, dürfte Trainer Oliver Ioannou gefallen. Der Coach hatte nach dem Spiel beim HSC Hannover infrage gestellt, dass seine Spieler das Maximum aus sich herausgeholt haben.

D/A vergibt zwei Hochkaräter

Haris Hyseni vergibt in der 65. Minute das 3:0 nach einem Querpass von Miguel Fernandes. Diesmal ist Dorow auf dem Posten. Fünf Minuten später trifft Fernandes nach einem Steckpass von Jorik Wulff nur das Außennetz. Die Partie wird kurz noch mal spannend, weil Altona 93 in der 73. Minute den Anschlusstreffer erzielt. Bilael-Pascal El-Nemr lässt Bennet Marquardt keine Chance. Aber D/A mobilisiert alle Kräfte.

In der 86. Minute legt der eingewechselte Jannes Elfers, eigentlich angeschlagen, für Jannes Wulff auf. Der stochert den Ball im Fünfmeterraum irgendwie über die Linie. Das ist die Entscheidung.

„Wir hatten viele Jungs in der Startelf, die sonst nicht so viel Spielzeit bekommen“, sagt Oliver Ioannou. Das zeige, dass die Mannschaft absolut intakt ist. „Die Spieler sind da, wenn man sie braucht.“ Dass spielerisch nicht alles läuft, sei ihm bewusst gewesen bei der Vielzahl von Umstellungen. „Die Jungs haben toll gekämpft“, sagt Ioannou. Er hat die Leidenschaft gesehen.

Soll das Spiel im Mittelfeld ankurbeln: Jannes Wulff.

Soll das Spiel im Mittelfeld ankurbeln: Jannes Wulff. Foto: Berlin

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