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TVerkehrsversuch in Buxtehude: Vom Chaos zur Ordnung in der Bahnhofstraße

Bahnhofstraße

Bahnhofstraße Foto: Wisser

Verkehrsversuch in Buxtehude: Chaos oder Erfolg? Einen Monat nach dem Start zeigt sich eine Tendenz. Verkehrsteilnehmer akzeptieren die neuen Regeln, doch nicht alle sind zufrieden.

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Von Thomas Sulzyc,
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Von Karsten Wisser
11.09.2026, 17:39 Uhr

Buxtehude. Zum Auftakt des Verkehrsversuchs am 10. August herrschte in den ersten Tagen noch Wildwest in der Einbahnstraße. Bei einer Beobachtung am Mittwoch, 12. August, fielen in der Zeit von 12 bis 12.15 Uhr vor Marktkauf in der Bahnhofstraße zwölf Verkehrsverstöße auf. Sechs Autofahrer fuhren verbotenerweise entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Vier Radfahrer nutzten lieber den früheren Radweg als die Fahrbahn. Zwei E-Scooter flitzten über den Fußweg.

Einen Monat später ist das Durcheinander vorbei. Verkehrsteilnehmer auf der Bahnhofstraße halten sich an die Regeln - jedenfalls missachten sie die Verkehrsanordnungen offenbar nicht häufiger als in anderen Straßen auch. Auch parken Autofahrer so gut wie gar nicht mehr verbotenerweise in entgegengesetzter Richtung in der Einbahnstraße. Vor vier Wochen war das noch auffällig.

Polizei: Anzahl der Verkehrsverstöße geht zurück

Bei einer erneuten Beobachtung am Donnerstag, 10. September, in der Zeit von 12 bis 12.15 Uhr vor Marktkauf jedenfalls fallen weniger Verkehrsverstöße auf, insgesamt fünf. Ein Auto mit Hamburger Kennzeichen fährt verbotenerweise in Richtung Bahnhof. Ein anderes Auto mit Kennzeichen aus dem Landkreis Stade überwindet etwa 70 Meter verbotenerweise entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung - eine Fahrt von einer Grundstückseinfahrt zur anderen.

Das Bild vom 1. September um 17.20 Uhr zeigt einen Rückstau auf der Bahnhofstraße. Damit der Verkehr effektiver abfließt, plant die Stadt, die Ampelschaltung zu verändern.

Das Bild vom 1. September um 17.20 Uhr zeigt einen Rückstau auf der Bahnhofstraße. Damit der Verkehr effektiver abfließt, plant die Stadt, die Ampelschaltung zu verändern. Foto: Sulzyc

Zwei E-Scooter-Fahrer nutzen jeweils lieber den Fußweg (den früheren Radweg) als die Fahrbahn. Ein Radfahrer fährt im Linksverkehr lieber auf dem Fußweg. Ob ihr Verhalten auf den Verkehrsversuch zurückgeht, lässt sich nicht seriös behaupten. Vermutlich missachten sie Verkehrsregeln auch woanders, wenn es praktisch für sie selbst ist.

Die Polizei bestätigt diese Tendenz. „Verstöße werden immer noch festgestellt. Die Anzahl hat sich aber inzwischen deutlich verringert“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Die Bahnhofstraße war vor dem Verkehrsversuch kein Unfallschwerpunkt und ist es auch seither nicht geworden.

Mit dieser These hat die Stadtbaurätin recht

Vier Wochen benötigten Verkehrsteilnehmer, um sich an die veränderte Verkehrsregelung zu gewöhnen, hatte Stadtbaurätin Michaela Springhorn gesagt. Das Bild auf der Bahnhofstraße zeigt: Damit hat sie recht gehabt.

Buxtehudes Stadtbaurätin Michaela Springhorn baut in der Bahnhofstraße vor dem Stadthaus Informationstafeln zu dem Verkehrsversuch auf.

Buxtehudes Stadtbaurätin Michaela Springhorn baut in der Bahnhofstraße vor dem Stadthaus Informationstafeln zu dem Verkehrsversuch auf. Foto: Sulzyc

Die Leute akzeptieren die neue Verkehrsregelung. Aber mögen die Menschen sie auch? Die Sprecherin der Initiative Bahnhofstraße, Beatrice Kietzmann, zumindest sieht ihre Befürchtungen nach einem Monat bestätigt: „Ich habe noch niemanden getroffen, der gesagt hat, er fände es toll.“

Die Geschäftsinhaberin fährt mit dem Fahrrad zu ihrem Ladengeschäft - mittlerweile auf Umwegen. „Weil ich mich auf der Fahrbahn in den Verkehr einfädeln muss und die Abgase vom Auto vor mir einatme.“ Früher habe sie auf dem Radweg an den Autos vorbeifahren können. „Ich kann nicht erkennen, dass sich die Aufenthaltsqualität auf der Bahnhofstraße gesteigert hat“, sagt Kietzmann noch.

Eine ältere Buxtehuderin, die mit dem Fahrrad nach wie vor auf dem Bürgersteig unterwegs ist, will nicht auf der Straße fahren. „Das ist mir zu gefährlich“, sagt die 69-Jährige. Das würde sie nur machen, wenn die Autos ganz aus der Bahnhofstraße weg wären.

Gesprächsrunden mit Geschäftsleuten und Anwohnern

Eine besonders störende Folge der Einbahnstraßenregelung: Lästige Rückstaus auf der Bahnhofstraße und in Nebenstraßen bilden sich zeitweilig - vor allem mittags und am frühen Nachmittag, sagen eine Mitarbeiterin und eine Kundin von Beatrice Kietzmann unisono.

Beatrice Kietzmann ist Geschäftsinhaberin und Sprecherin der Initiative Bahnhofstraße.

Beatrice Kietzmann ist Geschäftsinhaberin und Sprecherin der Initiative Bahnhofstraße. Foto: Sulzyc

Kietzmann wird laut Stadtverwaltung bald eine zentrale Gesprächspartnerin sein. Die Stadt hatte im Rahmen der Bürgerbeteiligung zugesagt, Anwohner und Geschäftsleute der Bahnhofstraße sowie der Seitenstraßen einzubeziehen.

Eine Folge der Einbahnstraßenregelung in der Bahnhofstraße sind temporäre Staus in Nebenstraßen: Das Bild vom 1. September um 17.20 Uhr zeigt einen Rückstau in der Poststraße.

Eine Folge der Einbahnstraßenregelung in der Bahnhofstraße sind temporäre Staus in Nebenstraßen: Das Bild vom 1. September um 17.20 Uhr zeigt einen Rückstau in der Poststraße. Foto: Sulzyc

Der Runde Tisch für die Geschäftsleute ist zwischen Ende Oktober und Mitte November geplant. Für die Ampel an der Kreuzung Bahnhofstraße/Poststraße wird über eine geänderte Schaltung nachgedacht, auch basierend auf subjektiven Eindrücken.

Mehr und schnelle Autos in der Brüningstraße

„Die Möglichkeit, den Verkehrsversuch abzubrechen, falls er scheitert, bleibt bestehen“, erklärt Thomas Bücher von der Stadt Buxtehude. Vorrang habe jedoch, den Versuch erfolgreich umzusetzen. Eine Gesprächsrunde mit Anwohnern der Brüningstraße war für diese Woche vorgesehen, musste aber wegen eines Krankheitsfalls in der Verwaltung verschoben werden.

Laut Anwohnern wird die Brüningstraße als Schleichweg benutzt, um die Bahnhofstraße zu umfahren.

Laut Anwohnern wird die Brüningstraße als Schleichweg benutzt, um die Bahnhofstraße zu umfahren. Foto: Wisser

Eine Anwohnergruppe hatte sich zuvor mit einem sachlichen Schreiben an die Stadt gewandt. Die Brüningstraße dient offenbar als Schleichweg, wenn Autofahrer die Bahnhofstraße meiden. Das Hauptproblem der Anwohner: Es fahren nicht nur mehr Fahrzeuge, sie sind auch deutlich schneller unterwegs. „Wir prüfen bereits Maßnahmen, um die Situation zu verbessern“, sagt Thomas Bücher.

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