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Radrennen

TVerstorbener Sohn: Airbus-Ingenieur fährt mit emotionalem Antrieb

Gregorized: Immanuel Buchholz ist bereit für seine Spendenfahrt beim Race Across Germany.

Gregorized: Immanuel Buchholz ist bereit für seine Spendenfahrt beim Race Across Germany. Foto: Buchholz

Das Race Across Germany ist eine extreme Herausforderung. Der Buxtehuder Immanuel Buchholz steigt hier mit aufs Rad - angetrieben von einem Herzensprojekt.

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Von Fenna Weselmann
01.07.2026, 17:45 Uhr

Buxtehude. Von der Flensburger Hafenkante bis nach Garmisch-Partenkirchen - wenn Immanuel Buchholz am Freitag, 3. Juli, um 8.54 Uhr beim Race Across Germany startet, steckt dahinter mehr als sportliche Ambition. Ein trauriger Anlass brachte den Buxtehuder zum Ultracycling. Jetzt soll seine Fahrt krebskranken Kindern helfen.

Immanuel Buchholz ist komplett auf sich gestellt

Die 1100 Kilometer sind eine gewaltige Herausforderung, zumal in der Kategorie „Nonsupported“. Während andere Fahrer eine Crew zur Betreuung und Versorgung im Rücken haben, ist Immanuel Buchholz auf der Strecke komplett auf sich allein gestellt. Nur ein Päckchen mit Verpflegung kann er an einem der Checkpoints deponieren.

Hilfe am Streckenrand ist nicht erlaubt. Wer hier finisht, beweist absolute Eigenständigkeit und Durchhaltevermögen, heißt es dazu vom Veranstalter.

Die Wetterprognose stimmt zuversichtlich

Tatsächlich hat Immanuel Buchholz Sorge, dass ihn die wenigen Schlaf- und Verpflegungspausen am Ende trotzdem wertvolle Zeit kosten. Deshalb freut ihn die Wetterprognose. Extreme Hitze und strammer Gegenwind werden wohl ausbleiben.

„Sonst wäre es deutlich schwieriger“, erklärt der Mittvierziger. Dann bräuchte er noch mehr Energie und Wasserzufuhr. Das würde weitere Stopps erfordern.

Der Extremsportler hat sein Ziel zurückgeschraubt

Am Anfang hatte der Extremsportler sein Ziel hoch gesteckt. Er wollte Garmisch in unter 49 Stunden erreichen. Das würde zugleich die Qualifikation für das legendäre Race Across America bringen.

Mittlerweile ist das ambitionierte Vorhaben in den Hintergrund gerückt. „Ich will nur im vorgegebenen Zeitlimit durchkommen“, sagt er. Das liegt nicht zuletzt an den unerwarteten Hindernissen in der Vorbereitungsphase. Denn die verlief alles andere als rund.

Die Vorbereitung ist ein Kampf gegen Schmerzen

Ein Muskelfaserriss und mehrere Infekte werfen ihn zurück. Hinzu kommen Probleme mit dem neuen Rad. Bei ultralangen Strecken ist jedes Detail entscheidend und kleinste Fehlstellungen machen sich sofort bemerkbar. Auf den Testtouren kämpft Immanuel Buchholz plötzlich mit Rückenschmerzen und dem sogenannten Hot-Foot-Syndrom.

Das Tüfteln an Rad und Ausrüstung hat den Buxtehuder Airbus-Ingenieur viel Zeit und Nerven gekostet.

Das Tüfteln an Rad und Ausrüstung hat den Buxtehuder Airbus-Ingenieur viel Zeit und Nerven gekostet. Foto: Buchholz

Selbst ein professionelles Bikefitting schafft keine Abhilfe. Erst die Erkenntnis, dass es an der Sitzlänge liegt, wird zum Gamechanger. Der Airbus-Ingenieur tüftelt an Vorbau und Lenker, konstruiert schließlich selbst die nötigen Teile. Der Rücken macht nun wieder mit, nur mit Blick auf die Füße sucht er noch nach der Lösung.

Der enorme Zeitaufwand stellt alle auf die Probe

Zwischendrin wollte er die Teilnahme schon verschieben. „Aber meine Frau Denise hat mich bestärkt“, erzählt Buchholz. Überhaupt ist er dankbar, dass sie und die Kinder sein Vorhaben mittragen. „Alles an Zeit und Geld fließt in das Hobby. Es gibt kein anderes Thema und alle sind schon ultra genervt“, sagt er.

Allein seit Jahresbeginn hat Immanuel Buchholz mehr als 7000 Trainingskilometer auf dem Rad abgerissen, um sich auf das bevorstehende Ultracycling-Event vorzubereiten.

Allein seit Jahresbeginn hat Immanuel Buchholz mehr als 7000 Trainingskilometer auf dem Rad abgerissen, um sich auf das bevorstehende Ultracycling-Event vorzubereiten. Foto: Buchholz

Die meisten Trainingseinheiten zielen auf die aerobe Ausdauer. „Nach 60 Kilometern muss es sich anfühlen, als würdest du dir gerade die Schuhe zubinden“, erklärt Buchholz. Der Aufwand ist enorm. Seit Anfang des Jahres hat er 7000 Kilometer abgerissen - mit durchschnittlich fast 18 Stunden pro Woche im Sattel. Dabei sind auch Extremfahrten wie die 540 Kilometer in 24 Stunden zu seinen Eltern nach Rathenow und zurück.

Superkraft: Im Herzen fährt Gregor immer mit

Einfach nur zur Selbstfindung antreten, war dem Buxtehuder nicht genug. Zumal der treibende Motor mehr als sportlicher Ehrgeiz ist. Seine Motivation geht viel tiefer. Immanuel Buchholz startet in Gedenken an den an Krebs verstorbenen Sohn. Der kleine Gregor fährt im Herzen immer mit - und ist seine Superkraft.

In der Trauer über den unfassbaren Verlust des Vierjährigen hilft ihm der Extremsport, den Schmerz zu verarbeiten. „Gerade die langen Strecken allein wirken wie eine Kontemplation.“ Und über das Rennen möchte er nun auch anderen helfen.

Spendenfahrt zugunsten von „Knack den Krebs“

Seine Teilnahme ist verbunden mit einer Spendenaktion für den Förderverein der Kinderkrebshilfe Hamburg. „Knack den Krebs“ ist vielfältig aktiv. Unterstützt werden sowohl Forschungsprojekte als auch Betroffene, die wie Familie Buchholz mit der Diagnose Krebs bei einem Kind konfrontiert sind.

Spenden sind unter www.kinderkrebs-hamburg.de möglich, abrufbar über den QR-Code. Die Beträge gehen direkt an den Förderverein der Kinderkrebshilfe Hamburg. Mit der Angabe „Team Gregorized“ beim Verwendungszweck können diese eindeutig der Aktion zugeordnet werden.

Das Race Across Germany ist live zu verfolgen

Immanuel Buchholz hofft auf viel Unterstützung - und natürlich die 1100 Kilometer zu knacken. Für die offizielle Wertung muss das Ziel in unter 58 Stunden erreicht sein. Dabei sind insgesamt 7500 Höhenmeter zu überwinden.

Wer mit Immanuel Buchholz mitfiebern möchte, kann seine Position ab Rennbeginn verfolgen. Unter www.raceacrossgermany.de gibt es einen Live-Ticker. Startnummer des Buxtehuders ist die 126.

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