TVogel, Bogen, Keiler: Harsefelds Nachwuchs zeigt sich zielsicher
Die neunjährige Frieda Buchwald nahm am Vogelstechen teil. Foto: P. Meyer
Harsefeld steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen des Schützenfestes. Dabei gab es am Freitagabend ein Novum - wegen der Hitze.
Harsefeld. „Gut Schuss“, hieß es am Samstagmittag auch bei den jüngeren Besuchern des Festplatzes in Harsefeld. Denn beim Schützenfest stellen nicht nur die Erwachsenen ihr Können unter Beweis.
Schützenfest Steinkirchen: Erst Party mit Isi Glück, dann die Königswürde
Gerade Kindern und Jugendlichen bietet der Verein Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Dabei geht es zwar auch um eine ruhige Hand, ein gutes Auge und den ein oder anderen Millimeter - doch im Mittelpunkt steht eine große Portion Spaß.
Prinzessin gesucht und Vogel versenkt
„Einer ging genau in die Mitte“, berichtet die neunjährige Frieda Buchwald stolz, nachdem sie den Schnabel des am Seil hängenden Holzvogels mit Schwung in der Zielscheibe gesetzt hat. Beim Vogelstechen für Kinder unter zehn Jahre ermittelt der Schützenverein Harsefeld jedes Jahr Prinz und Prinzessin.

Pressewartin Anja Gienke und Martin Schlicht, Vizepräsident der Sportabteilung. Foto: P. Meyer
„Preise gibt es aber für alle Kinder“, betont Pressewartin Anja Gienke. Einige seien gestiftet, andere vom Verein finanziert. „Wir wollen den Kindern ein schönes Fest bereiten.“ Angebote, wie der „Keiler-Shoot“, soll allen Teilhabe ermöglichen - mit Luftdruck und Korken zielen die Kinder hier auf Wildschweine: Vier Schuss kosten einen Euro.
T Der Ortsbrandmeister regiert die Neulander Schützen
Landkreis Stade
Schützenfeste 2026: Neuland hofft auf eine neue Majestät
Dass es beim Vogelstechen Preise gibt, hatte auch Frieda Buchwald gehört. Daher habe sie sich besondes gut auf das Vogelstechen vorbereitet. „Wir haben zuhause mit einer Schaukel geübt“, erzählt die Schülerin. Ob es für den Titel der Prinzessin reicht, wird Frieda erst später erfahren.
Hitze stellte den Freitagabend auf den Kopf
Mehr Routine haben Johanna Pankel (18) und Finja Plett (17). Die beiden sind Mitglieder des Schützenvereins Harsefeld, wollen in diesem Jahr allerdings nicht um eine Würde schießen, sondern nur um Preise. Eine Würde hatte Johanna Pankel bereits im vergangenen Jahr erlangt: 2025 wurde sie Beste Jungschützin Freihand. „Es lief eigentlich ganz gut“, sind sich die Freundinnen einig.

Johanna Pankel (rechts) und Finja Plett am Schießstand. Foto: P. Meyer
Am Schützenfest schätzt Finja Plett besonders die Geselligkeit: „Man lernt viele neue Leute kennen“, sagt sie. Die Party am Samstagabend mit DJ sei da Pflichtprogramm, ebenso wie der Festumzug am Sonntag durch die Harsefelder Innenstadt.
T Kinogeschäft im Kreis Stade: Bringt der Sommer die Betreiber immer ins Schwitzen?
Zu den Highlights gehört auch jedes Jahr der Fackelumzug und das Feuerwerk am Freitagabend. In diesem Jahr hätte allerdings die Hitze dem Schützenverein beinahe ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn die Brandschutzanforderungen wurden kurzfristig erhöht. „Wir durften keine echten Fackeln benutzen und kein Feuerwerk starten“, erklärt Anja Gienke.

Im Laufe des Nachmittags füllte sich der Festplatz. Foto: P. Meyer
Mit LED-Fackeln und einer spontanen Idee des Vizepräsidenten Kevin Brosch verlief der Auftakt des Schützenfestes allerdings doch noch gut. „Er hat spontan eine Lasershow organisiert“, so Gienke. Das sei als Alternative zum Feuerwerk auch gut angekommen.
Zielsicher wie der Opa: Jonas probierte sich am Bogen
Einzig die Hitze hatte einige der Besucherinnen und Besucher abgehalten, den Fackelumzug zu besuchen. Auch der Samstag startete noch schleppend: „Wir merken, dass heute Einschulungen stattfinden“, sagt Anja Gienke. Im Laufe des Nachmittags füllte sich allerdings der Festplatz.
T Hitze und Trockenheit vermiesen Getreideernte im Kreis Stade
Landkreis Stade
T Einschulung: Bekannte Gesichter aus dem Kreis Stade erinnern sich
Beliebt war unter anderem die Bogenschieß-Station, an der sich der neunjährige Jonas Hauff ausprobierte. Eine Stunde ist Familie Hauff aus Neuenkirchen hergefahren. „Wir besuchen die Oma in Harsefeld“, erzählt Jonas, dessen Opa hier bereits vor 25 Jahren zum Schützenkönig proklamiert wurde.
Nach Vogelstechen und einer Stärkung an der Pommesbude probierte Jonas dann das Bogenschießen aus. Unter Anleitung der Bogenabteilung gelangen ihm einige gute Treffer.

Der neunjährige Jonas Hauff schießt nicht zum ersten Mal. Foto: P. Meyer
„Unsere Bogenabteilung ist mittlerweile richtig groß geworden“, erzählt Martin Schlicht, Vizepräsident der Sportabteilung. Besonders für Kinder sei die Sparte interessant. Sportlich biete der Verein seit Frühjahr etwas Neues: „Wir haben jetzt eine Dartsabteilung“, erklärt Schlicht. Im kommenden Jahr wolle das Team auch in den Ligabetrieb einsteigen.
Schwestern-Duo schoss in verschiedenen Kategorien
Mit Julia und Elisabeth Samhuber hat sich am Samstagmittag auch ein Schwester-Duo an den Schießstand gewagt. Die 13-jährige Julia schoss dabei um die Würde der Kinderkönigin, ihre 16-jährige Schwester Elisabeth um den Jugendpreis.

Die Schwestern Julia (rechts) und Elisabeth Samhuber kommen jedes Jahr auf das Harsefelder Schützenfest. Foto: P. Meyer
„Wir haben zum ersten Mal an so einem Wettbewerb teilgenommen“, sagt Julia Samhuber. Auf dem Schützenfest sind die beiden Harsefelderinnen allerdings schon öfter gewesen. Elisabeth Samhuber: „Es ist immer ein guter Ort, um sich mit Freunden zu treffen.“
Gegen Belästigung: Freibad und Eissporthalle Harsefeld mit Hilfskampagne
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.