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Radsport

TVon Peru nach Buxtehude oder: Vom Kindheitstraum zu den Cyclassics

Rosa Galvez mit einigen Mitstreiterinnen während einer Tour.

Rosa Galvez mit einigen Mitstreiterinnen während einer Tour. Foto: privat

Seit sie sich erinnern kann, wollte sie Fahrradfahren. Erst durfte sie nicht, dann hatte sie zu wenig Zeit. Jetzt aber sitzt Rosa Galvez fest im Sattel und animiert andere Frauen.

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Von Jan Bröhan
16.07.2026, 05:50 Uhr

Buxtehude. Rosa Galvez liebt das Radfahren, bis sie zum Radsport kam, war es ein langer Weg. Seit einem Jahr ist die 45-Jährige auch bei den Triathleten des Buxtehuder SV.

Aufgewachsen ist Rosa Galvez in Peru bei Lima. In Lima fahre man kein Rad, sagt sie, „zu gefährlich“. „Und Mädchen machen sowas sowieso nicht“, erzählt sie und lacht. Überhaupt sei sie nicht besonders sportlich aufgewachsen.

Die kleine Rosa wollte aber immer Radfahren. Als sie zehn Jahre alt war, durfte sie. Auf einem geliehenen Bonanza-Rad lernte sie Radfahren. „Ich war überglücklich.“

Das Glück mit dem Geschenk währt nicht lange

Zum 15. Geburtstag bekommen die Mädchen in Peru eine Art „große Ball-Party“, man putzt sich heraus, man präsentiert sich. „Da hatte ich gar keinen Bock drauf“, erzählt sie. Sie wünschte sich - natürlich - ein Fahrrad. Und sie bekam es. In Grün-Lila.

Rosa Galvez freut sich schon auf die Cyclassics, die in diesem Jahr wieder in Buxtehuder starten.

Rosa Galvez freut sich schon auf die Cyclassics, die in diesem Jahr wieder in Buxtehuder starten.

„Ich fuhr damit zur Schule, durch die Stadt - da habe ich richtig Ärger bekommen“, erzählt Rosa Galvez. Sie machte Ausflüge. Bei einem hatte sie sich dann „richtig hingelegt“. Bei dem Sturz brach sie sich den Oberschenkel. Das war‘s dann erst mal mit dem Cruisen.

Im Ausland entdeckt sie eine ganz neue Radwelt

Mit 16 Jahren wollte Rosa Galvez weg, die Welt entdecken. Sie machte ein Austauschjahr in England, südlich von London.

Sie kaufte sich ein Rad auf dem Flohmarkt. „Man konnte im Alltag einfach Radfahren - Hammer“, schildert sie ihre Eindrücke.

Als Au-pair zog es die Peruanerin anschließend nach Deutschland. In Blankenese wurde ihr erstmals „bewusst“, dass es auch Radsport gibt. Sie war von den Cyclassics begeistert.

Sie blieb in Deutschland. Sie verliebte sich. Mit ihrem damaligen Ex-Mann zog sie nach Apensen. „Wir waren richtig jung“, sagt Rosa Galvez, und schnell Eltern von zwei Söhnen.

Sie hat keine Zeit für den Radsport

Neben der Erziehung der beiden Söhne studierte Rosa Galvez weiter. Gleichzeitig genoss sie die Freiheit, im Landkreis Stade einfach jede Strecke mit dem Rad fahren zu können.

Zudem wurde ihr mit den Kindern bewusst, wie viele Sportangebote da sind, und dass gefühlt, „alle was machen“. Sie verbrachte viel Zeit in Sporthallen. Der älteste Sohn war als Handballtalent auf dem Sprung in den Profibereich, studiert jetzt Sport in Kiel und trainiert Nachwuchsteams.

Nachdem sie ihr Studium beendet hatte, bekam sie ihren ersten Job im Labor der Elbe Kliniken.

Sie sparte, sie bezahlte Studiengebühren ab. „Ich fühlte mich richtig reich“, erzählt Rosa Galvez und lacht. 2015 kaufte sie sich dann in Elmshorn ihr erstes Rennrad. Dass sie aber nie die erwünschte Zeit hatte fürs Radfahren, blieb durch Erziehung und Doktorarbeit vorerst so.

Crashkurs und dann todmüde aufs Sofa

„Ich hatte das Fahrrad, aber keine Ahnung“, sagt Rosa Galvez. Sie ging dann einfach mal zum Treffpunkt der Radsportabteilung des Buxtehuder SV. Sie wählte die kleinste Runde von 50 Kilometern. „Ich wäre fast gestorben.“

Vier Frauen waren damals im Verein. Während der Tour bekam sie, die ahnungslose Anfängerin, einen „Crashkurs“. Was ist Windschattenfahren, wie schaltet man, wann sollte man Essen und Trinken, von A bis Z. „Danach war ich platt und habe vier Stunden auf dem Sofa geschlafen.“

Während der Corona-Pandemie ändert sich ihr Leben

Rosa Galvez hatte ihre Doktorarbeit fertig. Während der Pandemie kam sie mit ihrem „Doktor-Vater“ zusammen, der ist auch Abteilungsleiter Radsport beim BSV. Und macht sich gern über ihr altes, aber geliebtes Rad lustig.

Drei Jahre lebte sie in den USA, hatte einen Job in San Diego. Das Rad reiste mit. „Das war auch schon in Ghana.“ In San Diego, Kalifornien, lernte Rosa Galvez die Social Rides kennen, wo Menschen für gemeinsame Touren zusammen kommen. „Ich bin viel Rad gefahren.“ Endlich.

Zurück in Buxtehude war sie natürlich angefixt. Doch Rosa Galvez findet es schade, dass fast keine Frauen in der Radsportabteilung sind.

Sportliche Monatsfahrten für interessierte Frauen

Also wird sie aktiv. Auf Instagram wirbt sie unter SheRidesBux für gemeinsame Touren. „Das wird gut angenommen“, sagt sie, manche treten auch beim BSV ein.

So macht sie Werbung auf Instagram, zu finden unter SheRidesBux.

So macht sie Werbung auf Instagram, zu finden unter SheRidesBux. Foto: privat

Rosa Galvez geht es aber um die Gemeinschaft, jede ist willkommen. „Das verbindet“, sagt sie. Jeden dritten Sonntag im Monat bietet sie „sportliche Fahrten ohne Druck“ an. In der Gruppe passe man sich an. „Wir haben eine Whatsapp-Gruppe und andere fangen auch schon an, Touren zu planen“, freut sie sich.

Endlich kann sie ihrer Leidenschaft frönen. Die Cyclassics, die sie einst bestaunte, lässt sie sich natürlich nicht entgehen. Der Startschuss ist ja in Buxtehude, das verpflichtet.

Ihr Fahrrad, das ihr Mann für zu alt hält und von dem sie sich nicht trennen kann, hat übrigens auch einen Namen. „Den verrate ich aber nicht“, sagt Rosa Galvez und lacht.

Ihre Social Rides

  • 40 km, 24 - 26 km/h (LG3), jeden 3. Sonntag ab 11 Uhr in der Innenstadt am Halepaghen-Brunnen, danach Kaffee & Socializing, offen für alle Frauen: Rennrad / Triathlon / Einsteigerinnen.
  • 19. Juli – Sommerwind Ride
  • 16. August – Cyclassics Vibes
  • 20. September – Golden Light Ride
  • 18. Oktober – Abschlussfahrt

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