Zähl Pixel
Naturphänomene

TVon Rot bis Gold: Dieser Käfer ist ein Farb-Feuerwerk auf sechs Beinen

Der Gold-Rosenkäfer ist ein Schmuckstück unter den Käfern.

Der Gold-Rosenkäfer ist ein Schmuckstück unter den Käfern. Foto: Reinhard Paulin

Der Gold-Rosenkäfer ist nicht zu übersehen: Er ist mit zwei Zentimetern Körperlänge sehr groß. Und er brilliert durch prächtige Farben. Wie macht er das?

Von Wolfgang Kurtze Samstag, 23.08.2025, 14:50 Uhr

Landkreis. Im hellen Licht fallen die bunten Käfer besonders auf. Dann entwickelt sich an ihren Flügeldecken ein wahres Farb-Feuerwerk. Rot, Gelb, Grün und Gold wechseln sich ab und gehen ineinander über.

Die Farben entstehen durch den Aufbau der Körperhülle. Spiegelung und Brechung der Lichtwellen verursachen je nach Einfall der Lichtstrahlen diese Farbeffekte.

Fliegt der Rosenkäfer, ist er im Sonnenlicht nicht zu übersehen. Neben der auffälligen Farbe zeigt er noch eine Besonderheit: Rosenkäfer nutzen im Gegensatz zu anderen Käfern ihre Deckflügel nicht zum Fliegen.

Lesen Sie auch

Sie bleiben fest am Körper und sind in der Mittelnaht miteinander verwachsen. Während des Fluges werden die häutigen Unterflügel unter den Deckflügeln hinausgeschoben. Sie sind während des schwirrenden Fluges sehr beweglich.

Große Käfer benötigen Zeit für ihre Entwicklung

Rosenkäfer werden zur Familie der Blatthornkäfer gezählt. Unter ihnen gibt es wahre Käfer-Riesen. Der tropische Goliathkäfer ist einer von ihnen.

Bis zu zwölf Zentimeter lang kann er werden. Aber große Käfer wie Goliathkäfer und Rosenkäfer benötigen lange Zeit für ihre Entwicklung. Die Larve des Goliathkäfers zum Beispiel benötigt bis zu fünf Jahre, ehe sie sich verpuppt.

Lesen Sie auch

Der Rosenkäfer braucht nicht so lange, zwei bis drei Jahre Entwicklungszeit reichen in der Regel. Alle Larven dieser großen Käfergruppe fressen Pflanzenreste besonders gern, so auch der Rosenkäfer.

Dazu betreibt das Rosenkäfer-Weibchen Brutfürsorge: Es legt die Eier dort ab, wo die schlüpfenden Larven sofort Nahrung finden können. Gern sucht es deshalb nach alten Baumstümpfen oder zerfallenden Ästen. Sind sie nicht zu finden, legt sie ihre Eier in Komposthaufen ab.

Verwittertes Totholz enthält Eiweiß für die Larven

Frisches Totholz ist uninteressant. Das Holz soll schon von Bakterien etwas aufbereitet sein und etwas Eiweiß enthalten. Denn die Larven können Zellulose im Holz nicht verdauen. Nur mit Hilfe von Bakterien im Darm ist das möglich. Sie nehmen die Zellulose auf und produzieren Eiweiß, von dem die Larve lebt.

Lesen Sie auch

Wenn die Larve endlich fertig entwickelt ist, schlüpft der Käfer im Herbst aus der Puppe. Er bleibt aber den Winter über noch in der wärmenden Erde. Erst im darauffolgenden Frühjahr krabbelt er aus dem Boden. Nach fünf oder sechs Monaten geht das Käferleben zu Ende.

Noch vor zehn oder 20 Jahren waren Rosenkäfer nur selten im Norden zu beobachten. Aber die wärmeren Winter bringen es mit sich, dass die Larven die kalte Jahreszeit besser überstehen können. Der ausgewachsene Käfer mag Pflanzensäfte und Pollen.

Lesen Sie auch

Er frisst nicht nur den Blütenpollen von Rosen (deshalb der Name Rosenkäfer), auch Distelblüten sucht er auf. Das übertreibt er gelegentlich ein wenig. Er beißt sich manchmal von außen her in die Blüte hinein.

Dann macht er sich über alle Staubgefäße samt Blütenstaub her. Im Herbst frisst der Rosenkäfer auch Fallobst. Die angefaulten Stellen machen ihm den Weg zur süßen Frucht leicht.

Lesen Sie auch

Serie und Buch

Was kreucht und fleucht in der Region? Wolfgang Kurtze, Vorsitzender der Lions-Naturschutz-Stiftung, schreibt über Phänomene und Kuriositäten in der Natur. Das TAGEBLATT veröffentlicht die Artikel des promovierten Biologen in loser Reihenfolge.

Die Serie „Phänomene der Natur“ rückt Wissenswertes aus der Natur in den Mittelpunkt. Der zweite Band von Wolfgang Kurtze ist für 19,90 Euro im Buchhandel erhältlich. Herausgeber ist die Lions Stiftung Stade zur Förderung des Natur- und Umweltschutzes.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel