Zähl Pixel
Live-Talk

TWahlkampf-Showdown in Buxtehude: Dessel und Mewes im Bürgermeister-Duell

Der Bürgermeister-Talk im Rebel´s Choice in Buxtehude: Die beiden Moderatoren Anping Richter und Fenna Weselmann und die beiden Kandidaten Ralf Dessel und Katharina Mewes (von links).

Der Bürgermeister-Talk im Rebel´s Choice in Buxtehude: Die beiden Moderatoren Anping Richter und Fenna Weselmann und die beiden Kandidaten Ralf Dessel und Katharina Mewes (von links). Foto: Wisser

Im Finale des Bürgermeisterwahlkampfs in Buxtehude zeigen sich die Kandidaten kämpferisch und fair, während sie im TAGEBLATT-Bürgermeister-Talk ihre Positionen schärfen.

author
Von Karsten Wisser
22.09.2026, 18:15 Uhr

Buxtehude. Finale im Wahlkampf um das Buxtehuder Bürgermeisteramt. Beide Kandidaten für die Stichwahl am Sonntag, 27. September, zeigten sich beim zweiten Bürgermeister-Talk im „Rebel‘s Choice“ in Buxtehude kämpferisch.

Ralf Dessel (55), erster Stadtrat und Stellvertreter der amtierenden Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, und Katharina Mewes (42) von der Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freie Wählergemeinschaft (BBG/FWG) stellten sich den kritischen Fragen der TAGEBLATT-Moderatorinnen Fenna Weselmann und Anping Richter und des Publikums. Das Ziel: vor der Stichwahl die Positionen der beiden Kandidaten schärfen.

Katharina Mewes.

Katharina Mewes. Foto: Wisser

Viele Hunderte Bürger verfolgten die Live-Übertragung des Talks, um sich vor der Wahl weiter zu informieren. Die hohe Wahlbeteiligung und das Interesse an den TAGEBLATT-Veranstaltungen zeigen, wie sehr die Kommunalwahl die Menschen bewegt. Insgesamt fanden kreisweit 16 Talks und Kneipengespräche statt.

Abschluss eines fairen Wahlkampfs um das Bürgermeisteramt

In der Kneipen-Atmosphäre des Irish Pubs wirkten beide Kandidaten konzentriert und fokussiert. Erfreulich: Persönliche Angriffe blieben aus. Der Wahlkampf in Buxtehude verläuft fair – das war auch schon so, als noch drei Kandidaten im Rennen waren. Clemens Ultsch (38), Ratsherr und Kreisvorsitzender der Linkspartei, schied in der ersten Runde der Bürgermeisterwahl am 13. September mit 14,01 Prozent der Stimmen aus. Die Stichwahl wurde nötig, weil weder Dessel noch Mewes die absolute Mehrheit erreichten. Dessel kam auf 48,86 Prozent, Mewes auf 37,16 Prozent. Dessel fehlten am Ende 266 Stimmen zum Sieg.

Trotz der Fairness erlaubten sich beide Seiten kleine Spitzen. Als Mewes anmerkte, sie würde als Bürgermeisterin gerne mit Dessel als Stellvertreter zusammenarbeiten, konterte dieser: „Ich suche ebenfalls die Zusammenarbeit – als Bürgermeister mit Ihnen als Fraktionsvorsitzende der BBG/FWG.“ Dessel stellte zudem klar, dass er unabhängig vom Wahlausgang in Buxtehude bleibt. Sein Amtseid lasse keinen Zweifel daran.

Ralf Dessel.

Ralf Dessel. Foto: Wisser

Die Verlängerung des Wahlkampfs um 14 Tage hat beiden Kandidaten gesundheitlich zugesetzt. Erkältet und mit Wasser gegen den Hustenreiz kämpfend, standen sie zuletzt stundenlang bei kühlem Wetter auf den Marktplätzen in der Altstadt und in Altkloster, um Wähler zu mobilisieren. Nun gilt es, die Anhänger aus der ersten Wahlrunde erneut zu aktivieren. Erfahrungsgemäß sinkt die Wahlbeteiligung bei Stichwahlen deutlich.

Großes Interesse an der Kommunalwahl 2026

Einen kleinen Nachteil hat Dessel, der von CDU, SPD und FDP unterstützt wird: Er kann sich nicht selbst wählen, da er in Apensen wohnt und in Buxtehude keine Stimme abgeben darf.

Von Dessel wollte das TAGEBLATT wissen, wie er sich von seiner Chefin Oldenburg-Schmidt abgrenzen will. „Oder bekommen wir eine dritte Amtszeit von Oldenburg-Schmidt?“, fragte Chefreporterin Anping Richter. Dessel versprach, die Digitalisierung der Verwaltung schneller voranzutreiben und stärker zu vermitteln: „Ich bin die Schweiz.“ Mewes wolle flachere Hierarchien einführen, damit Mitarbeiter eigenständiger entscheiden können, beschreibt sie ihren Führungsstil und betonte, sie werde klare Entscheidungen treffen und Führung zeigen, wenn es nötig sei.

Beide Kandidaten wollen die Autobahn-Anschlussstelle

Auf die Frage, wie viel „Grün“ in ihr steckt, setzte sich Mewes von den Grünen, die sie unterstützen, ein Stück ab: „Ich bin bei der BBG/FWG, nicht bei den Grünen.“ Sie sprach sich für einen Umwelt- und Klimaschutz mit realistischen Zielen aus, der die Akzeptanz der Betroffenen berücksichtigt. Das Ziel, Buxtehude bis 2035 klimaneutral zu machen, hält sie für unrealistisch.

Kritische Fragen: Fenna Weselmann und Anping Richter moderierten das Duell der beiden Bürgermeisterkandidaten.

Kritische Fragen: Fenna Weselmann und Anping Richter moderierten das Duell der beiden Bürgermeisterkandidaten. Foto: Wisser

Beide Kandidaten setzen sich für eine eigene Autobahn-Anschlussstelle für Buxtehude ein. Während Mewes eine kleinere Ortsumgehung Richtung Harburger Straße bevorzugt, will Dessel die Prüfung des Ausbaus der Rübker Straße abwarten.

Klare Worte fand Dessel zur AfD: Er werde als Bürgermeister keine Vorlage einbringen, die nur mit AfD-Stimmen mehrheitsfähig wäre. Mewes antwortete differenzierter: Sie wolle argumentativ überzeugen und sei sicher, Mehrheiten im Rat für wichtige Entscheidungen zu finden.

Sie sorgten für den reibungslosen technischen Ablauf: Jonas und Matthias Rambow (rechts) aus Drochtersen.

Sie sorgten für den reibungslosen technischen Ablauf: Jonas und Matthias Rambow (rechts) aus Drochtersen. Foto: Wisser

Die strittigen Themen sind bekannt: der Bahnhofsbau, Schulsanierungen und zahlreiche Projekte, die finanziert werden müssen. Wer den Bürgermeister-Talk noch einmal sehen möchte, findet ihn unter TAGEBLATT.de.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel