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TWahlkampf in und um Stade: Das Kreuz mit den Wahlplakaten

Gute Idee: Parteiübergreifend machen Mitglieder des Samtgemeinderats Horneburg Werbung für die Kommunalwahl. Im Original ist der weiße Ritze-Aufdruck noch zu sehen bei Ralf Kimmel.

Gute Idee: Parteiübergreifend machen Mitglieder des Samtgemeinderats Horneburg Werbung für die Kommunalwahl. Im Original ist der weiße Ritze-Aufdruck noch zu sehen bei Ralf Kimmel. Foto: Strüning

Da weiß der geneigte Wähler ja schon gar nicht mehr, wo er hingucken soll, bei diesem Dauerfeuer an Wahlplakaten. Dabei gibt es spannende Auffälligkeiten. Und manche Peinlichkeit.

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Von Lars Strüning
16.08.2026, 18:11 Uhr

Stade. Manches ist kurz vor Straßenverkehrsgefährdung: Überall entlang der Straßen sind Menschen auf kleinen und großen Plakaten abgebildet. Nicht alle erfreuen das interessierte Auge.

Drei bemerkenswerte Beispiele aus dem Wahlkampf

Ausgeschnittene Bilder von Menschen auf rotem Hintergrund fliegen durch den Orkus, alte Männer mit Schlips und Anzug buhlen um Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Die CDU sagt: „Ganz klar“ und der Ortsname folgt, in Stade meint der Bürgermeisterkandidat „Stade hat ein Versprechen“. Muss man nicht alles verstehen. Aber es geht noch bemerkenswerter. Drei Beispiele.

Die CDU in der Samtgemeinde Horneburg hat große Banner aufgestellt, um Menschen für die lokale Politik zu gewinnen. „Lust, Dein Horneburg mitzugestalten?“, heißt es da zum Beispiel. Und weiter: „Dann komm zu uns?“ Aber wieso mit Fragezeichen?

CDU-Poster in Horneburg: ein Fragezeichen zu viel.

CDU-Poster in Horneburg: ein Fragezeichen zu viel. Foto: Strüning

Sollte da nicht lieber ein Ausrufezeichen stehen? Kann passieren, aber die CDUler hätten es zumindest korrigieren können. Das ist zum Beispiel in Nottensdorf auch geschehen. Hier wurde das zweite Fragezeichen einfach schwarz übermalt, schon ergibt alles einen Sinn.

Apropos schwarz übermalt. Der Samtgemeinderat Horneburg ruft fraktionsübergreifend auf, zur Wahl zu gehen. Sehr löblich. Ralf Kimmel (CDU) aus Dollern trägt gern sein Ritze-T-Shirt von der legendären Kneipe mit zweifelhaftem Ruf auf St. Pauli. Markenzeichen an der Kneipentür und auf Kimmels T-Shirt sind zwei gespreizte Frauenbeine. Im Original ist das noch zu sehen. In der an die Presse verschickten Version nicht mehr.

Schamhaft wurden die Schenkel geschwärzt

Schamhaft wurde das Motiv geschwärzt und dann an den Verteiler gesendet. Warum Kimmel zum offiziellen Fototermin eine derartige Klamotte trägt, bleibt sein Geheimnis. Die Malaktion am PC soll aber nicht er, sondern eine Kollegin von den Grünen unternommen haben. Moralisch einwandfrei. Das gilt auch für den nächsten Fall.

Kai Koeser (SPD): „Stade stark machen.“

Kai Koeser (SPD): „Stade stark machen.“ Foto: Privat

Wir sind wieder bei der SPD in Stade und ihrem Bürgermeisterkandidaten. Sorry, Kai Koeser. „Stade stark machen“ steht auf seinem roten Plakat mit entschlossenem Gesichtsausdruck. Koeser hat viel investiert in seinen Wahlkampf, auch große Banner im Stadtgebiet gebucht. Und dann das.

Martin Kohler (AfD): „Berlin stark machen.“

Martin Kohler (AfD): „Berlin stark machen.“ Foto: Privat

Mitbewerber um politische Mandate in der Hansestadt spielten dem TAGEBLATT ein Foto zu - mit leichter Häme. Auch in Berlin will ein Politiker seine Stadt „stark machen“. Es ist Martin Kohler, und der kommt von der AfD. Nun hat Koeser mit dem extremen Rechtsausleger im deutschen Parteiensystem gar nichts am Hut, aber auch diese kleine Episode zeigt, wie schwierig guter Wahlkampf ist.

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