TWas Fredenbecker in ihrer Samtgemeinde stört – und was ihnen gefällt
Nächster Halt: Deinste. Bald soll hier wieder die Bahn halten. Die Menschen in der Samtgemeinde Fredenbeck dürfte das freuen, denn sie wünschen sich laut Meinungsumfrage einen besseren ÖPNV. Foto: Meyer
Die Fredenbecker Grünen wollten wissen: Welche Sorgen und Wünsche haben die Bürger? Eine starke Meinung haben die Befragten beim Thema Bus und Bahn. Die Ergebnisse.
Fredenbeck. „Wo drückt der Schuh?“ Das fragte der Ortsverband Fredenbeck von Bündnis90/Die Grünen die Bürger der Samtgemeinde Fredenbeck. Im Herbst 2025 führten die Grünen diese nicht repräsentative Umfrage durch, bei der 291 Bürger ihre Meinung sagten - rund fünf Prozent der Haushalte in der Samtgemeinde. Die Auswertung zeigt: An manchen Stellen drückt den Fredenbeckern sprichwörtlich der Schuh. Aber er sitzt auch gut.
Schulnote mangelhaft: Bürger wollen mehr Bus und Bahn fahren
Das muss besser werden. Um den Verkehr sorgen sich die Befragten am meisten. Das meistgenannte Einzelproblem ist der Radweg an der Kreisstraße, die Schwinge und Fredenbeck verbindet - durch extreme Schlaglöcher und Baumwurzeln sei das Radfahren sehr gefährlich, meint ein anonymer Fredenbecker.

Auf diesem Radweg von Schwinge in Richtung Fredenbeck gibt es viele holprige Stellen. Foto: Meyer
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Samtgemeinde benoten die Kutenholzer als ausreichend, die Fredenbecker und Deinster als mangelhaft. Einer der Befragten sagt: „Wer kein Auto hat, fühlt sich abends, an Wochenenden oder in den Schulferien schlichtweg abgehängt.“ Bus- und Bahnfahren ist beliebt, zeigt die Umfrage.
Kommunalpolitik
T Fredenbeck: AfD-Talk vor dem Rathaus trifft auf starken Gegenwind
Der Wunsch nach mehr Busverbindungen, die nicht nur zu den Schulzeiten fahren, ist groß. „Die EVB müsste häufiger zu Stoßzeiten, halbstündlich, fahren - sehr schlechte Anbindung nach Stade“, regt ein Kutenholzer an, und ein Mulsumer wünscht sich, dass die Bahnstrecke Mulsum-Stade-Bremervörde reaktiviert wird.

In einigen Orten der Samtgemeinde wie Mulsum, Fredenbeck oder Deinste fährt keine EVB-Bahn. Nur wie hier in Kutenholz hält die Linie RB 33. Foto: Meyer
Immerhin: Die Reaktivierung dieser Bahnstrecke ist in Planung. Halten soll die Bahn auch in Deinste, was einen Deinster freuen würde. Dem Umfrageteilnehmer würde es helfen, mit der Bahn zu seinen Arztterminen zu fahren.Kein Arztbesuch oder Einkauf: Besonders Deinster sind unzufrieden
Dieser Wunsch des Deinsters zeigt, dass Mobilität und Daseinsfürsorge eng zusammenhängen. Bei der Daseinsfürsorge hat die Samtgemeinde Nachholbedarf. Sorgen bereitet den Menschen die medizinische Versorgung, besonders die Deinster finden die Gesundheitsversorgung, aber auch die Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Dorf mangelhaft. Beides bewerten die Fredenbecker und Kutenholzer mit der Schulnote drei weder gut noch schlecht, weil beide Dörfer mit Arzt und Supermarkt versorgt sind.
Würdenträger 2026
T Schützen, Politik und Schnitzel: So tickt Fredenbecks neuer König
Pächter Klaus Kläre
T Fredenbecks Badesee: Mit 78 noch auf der Suche nach neuen Abenteuern
Weiterhin wünschen sich die Befragten mehr bezahlbaren Wohnraum und durchdachte Erschließungspläne für Neubaugebiete, mehr gastronomische Angebote und gemeinschaftliche Treffpunkte. Wichtig ist den Bürgern auch der Ausbau erneuerbarer Energien, es brauche mehr Windkraftanlagen und besonders in kleineren Ortsteilen E-Ladesäulen. In die Pflicht nehmen die Menschen die Verwaltung: Teilweise würden Bürgeranfragen nicht beantwortet und politische Entscheidungen nicht transparent genug gemacht.
Fredenbecker, Deinster und Kutenholzer leben gerne in ihrer Gemeinde
Das läuft gut. Die Samtgemeinde punktet im Bereich allgemeines Wohlbefinden. Soziales Miteinander und ehrenamtliches Engagement auf den Dörfern und in den Vereinen stimmen die Menschen positiv. Ein Umfrageteilnehmer aus Fredenbeck meint: „Hier engagieren sich viele nette Menschen in unterschiedlichen Bereichen: Kirche, Sportvereine, Feuerwehr, DRK, Landfrauen, Politik.“
Die Lebensqualität ist überall zufriedenstellend. Bei der Frage „Wie gerne lebst du in deinem Dorf?“ geben Fredenbeck, Deinste und Kutenholz jeweils die Schulnote zwei. Außerdem lässt sich aus der Bürgerbefragung ableiten, dass Dorfbewohner aller drei Mitgliedsgemeinden in kinder- und familienfreundlichen sowie sauberen Dörfern leben.

Die beiden Vorstandssprecher des Grünen-Ortsverbands Fredenbeck, Christian Heise (links) und Markus Winter (rechts) - hier mit Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer - haben die Bürger befragt. Foto: Meyer
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.