TWas der THC bietet und der BSV nicht: Die Gründe für den Exodus
Teresa von Prittwitz wurde vom BSV ausgebildet und reifte in der Hansestadt zu einer gestandenen Bundesliga-Spielerin. Foto: Iso Jürgens
Der BSV macht gute Angebote, hat aber die schlechteren Argumente. Ein namhaftes Trio sucht internationale Spiele und Titel - das kann Buxtehude aktuell nicht bieten und ist dennoch stolz.
Buxtehude. Als die Schlusssirene am Mittwochabend in Dortmund ertönte und der Buxtehuder SV beim 33:33 einen überraschenden Punkt sicherte, jubelten viele Spielerinnen, andere vergossen Tränen oder ließen die Köpfe hängen. „Das waren Emotionen in alle Richtungen“, sagte Trainer Nicolaj Andersson. Das dürfte in der Kaderplanung ähnlich aussehen.
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BSV verliert Top-Spielerinnen
Mit Anika Hampel und Maj Nielsen verlängerten Anfang der Woche zwei Leistungsträgerinnen. „Wir freuen uns“, sagte BSV-Manager Peter Prior, ließ aber durchblicken, dass sich andere Vertragsverlängerungen schwierig gestalten.
Am Donnerstag veröffentlichte der BSV den angedeuteten Dämpfer: Vize-Weltmeisterin Jolina Huhnstock, Kapitänin Teresa von Prittwitz und Levke Kretschmann (Spielerin des Jahres) wechseln zu Europapokalsieger Thüringer HC.
Keine sportliche Perspektive
„Diese Entwicklung trifft uns ganz hart“, sagt Prior. Buxtehude hatte früh die Gespräche gesucht und den Spielerinnen gute Angebote gemacht.
Der THC lieferte aber die besseren Argumente. Denn den Dreien ging es nicht um finanzielle Aspekte, wie Thüringens Trainer Herbert Müller dem TAGEBLATT bestätigt.
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„Ihnen ging es in den Gesprächen um die sportliche Perspektive. Das gefällt mir“, so Müller. Um Zahlen sei es erst spät und unkompliziert gegangen.
Die Gründe für den Wechsel nach Thüringen sind bei allen identisch. „Der THC hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass dort die Chance besteht, international zu spielen, um die deutsche Meisterschaft mitzukämpfen und sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln“, sagt etwa von Prittwitz.

Jolina Huhnstock wurde in Buxtehude zur Nationalspielerin. Foto: Marijan Murat/dpa
Wildert der THC in Buxtehude?
Erst 2025 wechselten mit Lotta Heider und Laura Kuske zwei Spielerinnen nach Thüringen. Nun folgt das nächste Trio. „Das ist Zufall“, so THC-Trainer Müller.
Er habe die Spielerinnen bereits vor ihrer BSV-Zeit auf dem Zettel gehabt. Die Entwicklung von von Prittwitz verfolgte Müller schon, als diese noch in der Jugend spielte. Die 25-Jährige ist in Nürnberg geboren, Müller trainierte einst den 1. FC.
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Die Nummer von Levke Kretschmann holte sich Müller während ihrer Zeit bei Zweitligist HL Buchholz 08-Rosengarten. Huhnstock wurde, wie Kuske, vom THC ausgebildet und die Thüringer hätten sie gerne schon früher zurückgeholt.
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Huhnstock: Zurück zur Familie
“Ich habe keinen Fünfjahresplan und es war nie zu 100 Prozent klar, dass ich zum THC zurückkehre, aber es war auch kein Zufall“, sagt Huhnstock, an der auch andere Vereine interessiert waren. In Thüringen habe die Nationalspielerin beste Möglichkeiten, um sich weiterzuentwickeln.
Die Entscheidung sei ihr dennoch nicht leicht gefallen. Sie fühlt sich in Buxtehude gut aufgehoben. Hier lernte sie ihren Freund kennen, der mit in ihre alte Heimat ziehen wird. Huhnstock ist in Bad Langensalza geboren.
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Früh Klarheit schaffen
Teresa von Prittwitz ist nach Isabelle Dölle dienstälteste BSV-Spielerin. Sie kam 2016 als B-Jugendliche aus Bayern zum BSV.
Von Prittwitz beendet im Frühjahr ihr Studium. „Es ist ein guter Zeitpunkt, um etwas Neues anzufangen“, sagt sie. Im Team wird auch ihre Ausstrahlung fehlen.

Jolina Huhnstock wurde in Buxtehude zur Nationalspielerin. Foto: Marijan Murat/dpa
Ihr war es wichtig, dass die Mannschaft früh (Ende Januar) über die Abgänge informiert wurde und der BSV den Fokus voll auf das gemeinsame Ziel des Klassenerhalts legen kann.
Für die aktuell verletzte Levke Kretschmann geht der steile Weg nach oben weiter. Noch vor zwei Jahren spielte sie in der zweiten Liga, war beim BSV direkt Leistungsträgerin und wurde letzte Saison zur besten Spielerin gewählt.
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Kompliment und Herausforderung
Für den Buxtehuder SV steht hingegen der nächste Umbruch an. „Es ist schwierig“, sagt Prior, insbesondere, da der BSV sportlich schon einmal attraktiver war.
„Aber wir sind guter Dinge, dass wir bald gute Lösungen finden und einen schlagfertigen Kader haben werden.“ Das neue Trainerteam um Jonas Schlender und Philipp Warnholz,sei involviert. Schlender löst Andersson nach der Saison ab.Handball-Bundesliga
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Prior betont, dass es 2022 schon einmal gelungen sei, viele Leistungsträgerinnen zu ersetzen. „Das war ein harter Schlag, aber auch das haben wir überstanden. Deshalb werden wir auch diese Herausforderung meistern“, so Prior. Damals wechselten etwa Annika Lott, Lisa Antl und Meret Ossenkopp.
Den BSV als Ausbildungsverein sieht Prior als Anerkennung für gute Arbeit. Bei der WM im Dezember holten sechs (ehemalige) BSV-Spielerinnen Silber. „Das darf einen auch stolz machen“, sagt Prior. Für den BSV sei es bitter, für ihre Entwicklung aber schön.
Die Vertragssituation beim BSV
- Abgänge: Jolina Huhnstock, Levke Kretschmann und Teresa von Prittwitz (alle Thüringer HC)
- Bis 2025/26: Isabelle Dölle, Sophie Fasold, Larissa Kroepel, Annie Linder, Lin Lück, Enna Oberländer, Tessa Pieperjohanns, Maja Schönefeld, Lina Steinecke, Isa Ternede
- Bis 2026/27: Johanna Andresen, Lilli Frey, Oliwia Kaminska, Christin Kaufmann, Aida Mittag, Carina Senel
- Bis 2027/28: Anika Hampel, Maj Nielsen
Quelle: alsco-hbf.de

Noch einmal für den BSV: Levke Kretschmann arbeitet nach einem Wadenbeinbruch derzeit an ihrem Comeback. Foto: Jan Iso Juergens IsoluxX Fotogr
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