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TWenn das Schnitzel fehlt: Fredenbecker vermissen Treffpunkte im Ort

Teller bleibt leer? In Fredenbeck gibt es lediglich drei Lokale, die Speisen anbieten.

Teller bleibt leer? In Fredenbeck gibt es lediglich drei Lokale, die Speisen anbieten. Foto: Meyer

Um Schnitzel zu essen, müssen Fredenbecker in die Nachbarorte fahren. Doch den Menschen fehlen nicht nur Restaurants. Drei Einheimische schauen über den Tellerrand.

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Von Thies Meyer
Donnerstag, 28.05.2026, 13:05 Uhr

Fredenbeck. Im größten Dorf der Samtgemeinde Fredenbeck steht das Schnitzel auf keiner Speisekarte, in den kleineren Nachbarorten schon. Dieses Szenario steht sinnbildlich für ein Problem.

Fredenbeck fehlen Treffpunkte im Dorf, wo sie mit Freunden und Bekannten eine gute Zeit bei Gesprächen, Essen und Getränken verbringen können. Es gibt Treffpunkte, aber wenige.

Fredenbeck: Dreimal so groß wie Deinste, aber weniger Restaurants

Das belegt auch eine aktuelle Bürgerbefragung der Grünen. „Keine Gaststätte oder vernünftiges Dorfgemeinschaftshaus. Von rundem Geburtstag bis Beerdigung nichts möglich“, sagte ein Fredenbecker anonym. Wie ist die Lage vor Ort?

Beim San Valentino stehen Pizza und Pasta auf der Speisekarte und beim Döner Treff servieren die Imbissbetreiber Döner Kebap und andere türkische Spezialitäten. Das Freden-Eck ist ein Bistro, das diverse alkoholische und nicht-alkoholische Drinks ausschenkt, und eine kleine Auswahl an warmen Speisen wie Baguettes anbietet.

Fredenbecks Nachbardorf Deinste hat zum Beispiel mehr Lokale zu bieten. Schnitzel steht dort auf der Speisekarte im Gasthof Zur Eiche und im Eysten. Zudem gibt es das Landhotel Deinste und Il Mulino.

Mit dem Bürgerkulturzentrum Metas Huus in Fredenbeck gibt es außerdem einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. Metas Huus hat allerdings im Vergleich zu anderen Dorfgemeinschaftshäusern in der Samtgemeinde aber weniger Platz für Versammlungen oder private Feiern.

Nach Ende der Niedersachsenschänke: Kann diese Idee die Lücke schließen?

Als 2022 die Kult-Gaststätte Niedersachsenschänke in der Schwingestraße schloss, war das für die Schützen „ein Schlag“, so Matthias Schulze, Präsident des Schützenvereins Fredenbeck.

„Ach, wie schön war das damals“: Vor allem ältere Mitglieder des Schützenvereins Fredenbeck sagen Präsident Matthias Schulze immer mal wieder, wie sehr sie Orte des Zusammenkommens in Fredenbeck vermissen.

„Ach, wie schön war das damals“: Vor allem ältere Mitglieder des Schützenvereins Fredenbeck sagen Präsident Matthias Schulze immer mal wieder, wie sehr sie Orte des Zusammenkommens in Fredenbeck vermissen. Foto: Rivinius-Stucke

Der Verein muss sein Schützenfest seitdem in Eigenregie im Zelt auf die Beine stellen, statt auf dem Saal zu feiern. Auch weitere Feiern betrifft das Schänken-Aus, zum Beispiel organisiert der Schützenverein die Kindermaskerade seitdem in der Grundschule Am Raakamp. Schulze ist amtierender Schützenkönig in Fredenbeck. Sein Lieblingsessen: Schnitzel Holsteiner Art, mit Spiegelei und Bratkartoffeln. Schnitzel bestellte er sich in der Niedersachsenschänke früher regelmäßig. Es fehlt ihm.

Wenn man am Donnerstagabend ins Freden-Eck schaue, dass sich dort viele Menschen zu Gesprächen und Getränken treffen, sehe man die „Sehnsucht“ der Menschen nach Treffpunkten und Gastronomie, erzählt der gebürtige Hammaher Schulze. Er ist „überzeugt“, dass Fredenbeck Treffpunkte fehlen. Er hat eine Idee, wie man das ändern könnte.

„Ein Dorfgemeinschaftshaus wäre ein Ersatz zum fehlenden Saalbetrieb und eine gute Einrichtung, wo größere Feiern stattfinden könnten.“ Es gebe zwar das Metas Huus, doch das sei dafür zu klein.

Ur-Fredenbecker Lars Müller: „Diese rustikale deutsche Küche fehlt einfach“

Die Handballer des VfL Fredenbeck lechzen auch nach einem Rückzugsort, an dem mit einem Siegerschnitzel und Siegergetränk gemütlich gefeiert werden kann. VfL-Vorstandsmitglied und stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Fredenbeck Lars Müller hat den Wunsch, dass es einen Ort abseits der Geestlandhalle oder des Freden-Eck gibt, an dem sich die Mannschaften des VfL und auch ihre Fans treffen könnten - die dritte Halbzeit sozusagen.

Lars Müller ist eines der bekanntesten Gesichter des Handballvereins VfL Fredenbeck und Fredenbecker durch und durch.

Lars Müller ist eines der bekanntesten Gesichter des Handballvereins VfL Fredenbeck und Fredenbecker durch und durch. Foto: Berlin

Wie der Teilnehmer der Bürgerbefragung vermisst auch Müller Räumlichkeiten für einen „Butterkuchen“ bei Trauerfeiern. Manchmal vermietet der Schützenverein seinen Schießstand für Trauergesellschaften, erzählt Schulze. Angesprochen auf Fredenbecks Schnitzel-Problem, stimmt Müller Schulze zu: „Diese rustikale deutsche Küche fehlt einfach.“ Der Handballbegeisterte nennt Deinste als Vorbild.

Eingefleischter Fredenbecker richtet den Blick nach Deinste

Rainer Schnackenberg engagiert sich im Fredenbecker Geest Marketing- und Touristikverein und spielt beim TC Fredenbeck Tennis. Fredenbeck kümmere sich um vieles, aber das Angebot an Treffpunkten müsse die Politik „verbessern“. Auf dem Bratwurst-Festival in Deinste tauschte sich Schnackenberg mit Bekannten aus. „Das haben alle bemängelt: Es fehlen Treffs“, so Schnackenberg. Für Fredenbecker aller Altersgruppen.

Rainer Schnackenberg kennt sich in Fredenbeck aus.

Rainer Schnackenberg kennt sich in Fredenbeck aus. Foto: FGMT

Beim Tennishaus trinken er und seine Kollegen „das ein oder andere Kaltgetränk nach dem Training“, erzählt Schnackenberg. Nach Spielen wünscht er sich mehr Auswahl zum Ausgehen. „Wir können froh sein, dass wir das Freden-Eck haben.“

Das Bistro Freden-Eck gehört zur überschaubaren gastronomischen Landschaft in Fredenbeck.

Das Bistro Freden-Eck gehört zur überschaubaren gastronomischen Landschaft in Fredenbeck. Foto: Meyer

Er bedauert, dass das San Valentino seinen „schönen Saal“ zu wenig nutzt, denn seitdem die Niedersachsenschänke abgerissen wurde und das San Valentino „Zur Linde“, das Ex-Vereinslokal des VfL, beerbt hat, fehlen Räumlichkeiten für größere Gesellschaften.

Weil der größte Ort in der Samtgemeinde kein Schnitzel auf der Speisekarte hat, „gehen viele Fredenbecker nach Deinste“, weiß Schnackenberg, der gerne Das Eysten besucht.

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