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Fußball-Regionalliga

TWichtiger Auswärtssieg: D/A erkämpft drei Punkte beim VfB Lübeck

D/A-Stürmer Tom Sanne jubelt. Gegen den VfB Lübeck trifft er doppelt.

D/A-Stürmer Tom Sanne jubelt. Gegen den VfB Lübeck trifft er doppelt. Foto: Claus Bergmann

D/A kann erst mal aufatmen. Der Sieg gegen den VfB Lübeck bringt ein wenig Ruhe. Tom Sanne trifft doppelt. Und ein Ex-Lübecker verzichtet aus Respekt auf den Torjubel.

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Von Daniel Berlin
29.08.2026, 18:10 Uhr

Lübeck. D/A schlägt den VfB Lübeck vor 2000 Zuschauern im Stadion an der Lohmühle mit 3:2. Drochtersen zeigt vor dem Tor mehr Gier. Am Ende wird es noch mal knapp. Aber D/A schaukelt den Sieg über die Zeit.

Beide Mannschaften sind mit durchwachsenen Leistungen in die Regionalliga gestartet. Der VfB steht nach zwei Unentschieden gegen Flensburg und den VfB Oldenburg und drei Niederlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Für den Verein geht es in diesem Jahr nur um den Klassenerhalt. Das Geld sitzt nicht mehr so locker an der Lohmühle.

D/A will sich nach der 0:1-Niederlage am vergangenen Samstag gegen den SV Werder Bremen II rehabilitieren und in der Tabelle ein paar Plätze nach oben klettern.

Hedendorfer unterstützen D/A in Lübeck

In den ersten Minuten des Spiels agieren beide Mannschaften zerfahren. Sie bieten dem Publikum Fehlpässe im Mittelfeld. Schwere Kost. Bei D/A verpuffen aufgrund der fehlenden Präzision vielversprechende Kombinationen.

Unter den Zuschauern ist die halbe Mannschaft des Bezirksligisten VSV Hedendorf/Neukloster. VSV-Coach Björn Stobbe hatte eine Woche zuvor die Kreisauswahl beim Benefizspiel für die Hinterbliebenen der Gewalttat in Stade gegen D/A betreut. Stobbe und seine Kicker aus Hedendorf waren so stolz auf ihren Einsatz für den guten Zweck, dass sie den Drochtersern auf der Tribüne etwas zurückgeben wollten.

D/A-Trainer Oliver Ioannou muss im Mittelfeld improvisieren. Er schickt Jannes Wulff an der Seite seines Bruder Jorik Wulff in die Schaltzentrale. Matti Steinmann fällt aus. Er ist krank. Sonst vertraut Ioannou der Startelf aus dem Bremen-Spiel.

D/A trifft und jubelt: Das 1:0 durch Sanne

Sean Busch und Christopher Schepp vergeben in der elften Minute die ersten Möglichkeiten für D/A. Der Lübecker Joel Amadi spitzelt Busch im letzten Moment den Ball vom Fuß. Im Nachsetzen verpasst Schepp per Kopf nach einer Flanke von Ole Schulz.

Tom Sanne hatte gegen Werder Bremen II noch reihenweise Hochkaräter vergeben. Diesmal ist er da. In der 20. Minute schläft die Lübecker Defensive bei einer Flanke von Ole Schulz. Sanne hält seinen Kopf rein. D/A feiert die 1:0-Führung.

D/A-Keeper Jesper Heim parierte einige Großchancen.

D/A-Keeper Jesper Heim parierte einige Großchancen. Foto: Claus Bergmann

Wie gegen Bremen: D/A vergibt Hochkaräter

D/A hat mehr vom Spiel zweier angeschlagener Teams. Nach einer halben Stunde mehren sich die Chancen für eine beruhigende 2:0-Führung. Alla Aid Hamid schließt einen Konter aber lieber selbst ab, anstatt per Querpass auf die mitgelaufenen Kollegen abzulegen. Jorik Wulff schießt den Ball bei einem Freistoß aus 22 Metern rechts am Tor vorbei. Er greift sich fassungslos in die Haare. Dominique Ndure scheitert aus Nahdistanz an VfB-Torwart Finn Böhmker.

D/A fehlen die Glücksmomente, hatte Vereinspräsident Rigo Gooßen nach der Niederlage gegen Werder gesagt. Für solch einen Glücksmoment hätte Tom Sanne in der Nachspielzeit der ersten Hälfte sorgen können.

D/A fährt einen Konter über links. Ole Schulz setzt Christopher Schepp in Szene. Der sieht rechts Tom Sanne. Doch im direkten Duell mit dem Torhüter zieht Sanne den Kürzeren.

Nach Wiederanpfiff agiert D/A in der Offensive ideenlos. Lübeck spielt jetzt mit mehr Druck auf die lautstarke Fankurve. Ein Schuss von Colin Ulrich fälscht D/A im letzten Moment zur Ecke ab. In der 60. Minute schlägt der Ball im Drochterser Tor ein.

Nach einem Freistoß kommt Selim Ajkic fast unbedrängt zum Kopfball. 1:1. D/A-Keeper Jesper Heim verhindert mit einer sensationellen Parade wenig später den Rückstand.

Ex-Lübecker verzichtet auf den Torjubel

Dominique Ndure ist da schon auf dem Weg zur Bank. Der Schiedsrichter muss ihm nach einem Foul Gelb-Rot zeigen. Macht er aber nicht. Sofort bringt Ioannou Matti Cebulla für Ndure.

Ein ehemaliger Lübecker im D/A-Trikot killt die Stimmung an der Lohmühle in der 65. Minute. Luca Menke jubelt nicht nach seinem Kopfball zur Drochterser 2:1-Führung. Seine Kollegen und die Bank um so mehr. „Es ist immer etwas Besonderes, gegen seinen Ex-Verein zu spielen“, sagt Menke. Er habe sich in Lübeck in den zwei Jahren extrem wohl gefühlt. Eine intensive Zeit. „Das war wie nach Hause kommen“, sagt er.

Luca Menke (rechts) trifft gegen seine ehemaligen Kollegen aus Lübeck. Den Torjubel erspart er sich.

Luca Menke (rechts) trifft gegen seine ehemaligen Kollegen aus Lübeck. Den Torjubel erspart er sich. Foto: Claus Bergmann

Menke ist es egal, wer die Tore schießt. Er als Innenverteidiger möchte am liebsten zu Null spielen. Das hat D/A in der laufenden Saison noch nicht geschafft.

Sanne klettert zu seinen Kumpels auf den Zaun

In der Schlussphase behält D/A die Nerven. Zunächst scheitert Ole Schulz aus 23 Metern volley an der Latte. Tom Sanne marschiert in der 84. Minute durch den VfB-Strafraum und erzielt das 3:1. Sanne klettert auf den Zaun und lässt sich von den mitgereisten Fans feiern. Der VfB Lübeck gibt sich aber nicht auf.

Ware Pakia kann an der Strafraumkante unbedrängt abschließen. Da schläft die D/A-Abwehr und Jesper Heim ist diesmal machtlos. Wenig später pfeift der Schiedsrichter ab.

D/A-Coach Ioannou atmet an der Seitenlinie durch. „Das war für uns in der aktuellen Lage ein unheimlich wichtiges Spiel“, sagt er. Der Moment, direkt nach dem Gegentor zu kontern, habe der Mannschaft Kraft gegeben. Ioannou stuft den Erfolg als „Willenssieg und Mentalitätssieg“ ein.

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