TWildunfall: Wichtige Tipps von Stader Polizei, Jäger und ADAC
Ein Reh steht an einer Landstraße. Foto: Patrick Pleul/dpa/dpa-tmn
Wie sollen sich Autofahrer bei Wildwechsel und Wildunfällen verhalten? Experten nennen die wichtigsten Verhaltensregeln.
Horneburg. Die größte Gefahr droht in der Morgen- und Abenddämmerung sowie bei Nacht und bei Nebel. Steht ein Tier am Straßenrand, sollten Autofahrer abblenden, hupen, bremsen.
Als Erstes: Unfallstelle sichern
Was Autofahrer im Fall eines Unfalls zu tun haben, weiß die Kreisjägerschaft Stade. Sollte es zu einem Wildunfall kommen, gilt es, die Unfallstelle abzusichern. Das heißt: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen.

Crashtest der Unfallforschung der Björn Steiger Stiftung mit Reh - bei 80 km/h. Foto: Guido Kirchner/dpa
Wenn Menschen verletzt sind, muss Erste Hilfe geleistet und gegebenenfalls der Notruf gewählt werden (112). Der zuständige Jäger muss benachrichtigt werden. Die Polizei hat die Adressen.
Tote Tiere möglichst - ohne dabei sich oder andere zu gefährden - an den Straßenrand ziehen, dabei Handschuhe wegen Infektionsgefahr tragen. Aber Achtung: Wer Wild mitnimmt, macht sich der Wilderei strafbar.
Zu noch lebenden, verletzten Tieren immer Abstand halten. Wildschweine zum Beispiel können Menschen mit ihren messerscharfen Zähnen schwer verletzen. Sie können bis zu 200 Kilogramm schwer sein und bis zu 50 km/h schnell rennen.
Für die Versicherung sollten sich Autofahrer eine Wildunfallbescheinigung vom Jäger ausstellen lassen. Die Schäden am Fahrzeug übernimmt die Teilkaskoversicherung.
Wildunfälle: Diese Pflichten haben Autofahrer
Selbst wenn am Fahrzeug kein Schaden entstanden und das Wild geflohen ist, bittet die Jägerschaft Stade darum, in jedem Fall die Polizei zu benachrichtigen und den Ort genau zu beschreiben, wo es zum Unfall kam. Idealerweise auch mit einem Zettel oder Band den Ort markieren, denn ein Jäger kann mit seinem Hund das Tier finden und von seinen Qualen erlösen.
Deshalb die Bitte der Jägerschaft: Nicht einfach weiterfahren, sondern anhalten, Stelle markieren, Polizei anrufen. Wenn ein Reh die Straße überquert, sollte unbedingt das Fernlicht ausgeschaltet werden.
Droht ein Zusammenstoß: kontrolliert bremsen und Lenkrad festhalten. „Ein Ausweichmanöver ist in der Regel deutlich riskanter“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Ein Tier komme selten allein. Oft folgen Nachzügler aus dem Familienverband.
Generell wichtig: Fuß vom Gas und immer bremsbereit sein. Bei 100 km/h beträgt der Bremsweg noch 80 Meter. Wenn das Reh in 60 Metern Entfernung steht, beträgt die Aufprallgeschwindigkeit laut ADAC noch 61 km/h.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.