Zähl Pixel
Fußball-Kreisliga

TZoff um zehn Minuten: Hedendorf und Agathenburg kämpfen neben dem Platz

Die VSV Hedendorf/Neukloster II fühlt sich betrogen.

Die VSV Hedendorf/Neukloster II fühlt sich betrogen. Foto: FuPa

Während des Kellerduells in der Fußball-Kreisliga fällt der Schiedsrichter aus. Das Spiel wird fortgesetzt - und hat nun ein gerichtliches Nachspiel.

author
Von Jan Bröhan
24.09.2026, 08:15 Uhr

Hedendorf. Was war da los in dem Kreisligaspiel zwischen den VSV Hedendorf/Neukloster II und dem SV Agathenburg/Dollern am 13. September?

Der TAGEBLATT-Bericht brachte zunächst nur die Kuriosität auf den Punkt: „Die Mannschaften liefen ersatzgeschwächt auf, die Schiedsrichter schließlich auch.“

Der Unparteiische Stefan Moche konnte verletzungsbedingt beim Stand von 1:1 nicht weitermachen, Assistent Kai Saul hatte als neuer Referee ohne Linien-Unterstützung Mühe, die Partie unter Kontrolle zu behalten. Hedendorf entschied eine vom Kampf geprägte Begegnung glücklich für sich.

Trainer Carsten Junge und der SV Agathenburg/Dollern fühlen sich im Recht.

Trainer Carsten Junge und der SV Agathenburg/Dollern fühlen sich im Recht. Foto: FuPa

Nach dem 2:1-Sieg des Gastgebers war die Aufregung beim Aufsteiger aus Agathenburg allerdings groß. Die Verletzungsunterbrechung des Schiedsrichters hat gute zehn Minuten gedauert. Und nun gingen die Ansichten bei der wirklichen Spieldauer komplett auseinander.

Deshalb legte Agathenburg Beschwerde ein

„Die Nettospielzeit hat nur 80 Minuten betragen“, sagt A/D-Trainer Carsten Junge. Nachdem sich der Schiedsrichter kurz nach dem Seitenwechsel verletzte und gestützt vom Platz begleitet wurde, stoppte er die Zeit. Er und sein Co-Trainer nehmen immer die Zeit, so Junge.

Die Mannschaften einigten sich darauf, dass der Assistent das Spiel ohne Unterstützung an der Linie fortsetzen soll. „Wir konnten aber ja nicht wissen, dass ihn das völlig überforderte“, sagt Junge.

Aus Junges Sicht waren sowohl der Platzverweis sowie das 1:2 („fünf Meter im Abseits“) „klare Fehlentscheidungen“.

Die angekündigte Beschwerde beim Sportgericht des NFV-Kreises Stade legte der SV Agathenburg/Dollern aber wegen der zehn zu wenig gespielten Minuten ein.

Das Sportgericht entscheidet schnell

Die Beschwerde landete bei Robert Schlimm, dem Vorsitzenden des Sportgerichts. Bis zum Donnerstag vergangener Woche entschied er, dass das Spiel wiederholt werden muss.

Aufgrund des Berichts des Schiedsrichters sieht Schlimm „einen klaren Regelverstoß“, sodass er allein und schnell, ohne Anhörungen, entscheiden konnte. Der Schiedsrichter habe „selbst eingeräumt“, dass er die Ausfallzeit nicht nachspielen ließ. „Die fußballerische Wahrscheinlichkeit, dass in dieser Zeit noch etwas passiert, ist groß“, sagt Schlimm.

A/D-Trainer Junge hatte nach dem Spiel aufgrund seiner Unmutsbekundungen gegenüber dem Schiedsrichter noch die Rote Karte gesehen und ist für zwei Spiele gesperrt. Geschenkt, aus seiner Sicht. Was ihn beschwichtigt: „Der Schiedsrichter hat bezüglich der Zeit seinen Fehler erkannt.“

Die Hedendorfer haben eine andere Wahrnehmung

„Für uns liegt da eine vermeintliche Fehlinterpretierung vor“, sagt VSV-Obmann Thorsten Friese. Laut den Hedendorfern seien 90 Minuten gespielt worden - aber eben keine zehn Minuten nachgespielt. Das liege aber im Ermessen des Schiedsrichters.

Auch dem TAGEBLATT haben Augenzeugen berichtet, dass nach etwa 92 Minuten abgepfiffen worden sei.

Friese weiß, dass Einsprüche meistens wenig Erfolg haben. Die Mannschaft habe sich das aber explizit gewünscht. Also legte er fristgerecht in dieser Woche Einspruch beim Bezirkssportgericht in Lüneburg ein.

Friese gibt zudem zu bedenken, was wirklich wahrscheinlich gewesen wäre. Schließlich hätten die VSV in Überzahl auch noch ein Tor erzielen können. Auf Grundlage wahrscheinlicher Auswirkungen werde auch beurteilt.

Letztlich wird es auf Bezirksebene nun aber darum gehen, herauszufinden, ob zehn Minuten der Echtspielzeit oder der Nachspielzeit fehlen. „Wir können nur abwarten“, sagt Friese.

Das Spiel wurde aus der Wertung genommen, der Nachholtermin vorerst auf den 28. Oktober (20 Uhr) gelegt.

„Für uns ist es eine zweite Chance“, sagt Junge.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel