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Schifffahrt

TZwei Schiffe der Buxtehuder Reederei NSB sitzen fest

Das Archivbild aus dem Jahr 2012 zeigt Fischerboote vor Öltankern südlich der Straße von Hormus.

Das Archivbild aus dem Jahr 2012 zeigt Fischerboote vor Öltankern südlich der Straße von Hormus. Foto: Kamran Jebreili/AP/dpa

Wegen der Blockade der Seestraße von Hormus harren die Frachter im Persischen Golf aus. Wie aufregend ist das für Reederei und Crew?

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Von Thomas Sulzyc
Donnerstag, 12.03.2026, 18:11 Uhr

Buxtehude. Das iranische Militär droht seit Tagen mit einem Beschuss oder mit dem Entern, sollten Handelsschiffe die Seestraße von Hormus passieren. Deshalb sitzen zwei Schiffe der „Niederelbe Schifffahrtsgesellschaft“ (NSB) aus Buxtehude im Persischen Golf fest. Das sagte NSB-Kommunikationschef Dominique Kreuzkam auf Nachfrage dem TAGEBLATT.

Der NSB gehören die Frachtschiffe, mit denen Charterer jeweils ihre Waren verschiffen, nicht. „In die Straße von Hormus fahren die Eigner nicht hinein“, sagt der NSB-Sprecher. Die zwei Schiffe harren im Persischen Golf aus.

200 Schiffe sitzen fest - davon zwei von der NSB

Bei den zwei betroffenen Schiffen handele es sich um Containerschiffe. Das eine habe Platz für 2800 Container, das andere für 1700. Welche Waren sie jeweils geladen haben, sagte der NSB-Sprecher nicht. Das sei Sache des Charterers.

Mehr als 200 Frachtschiffe sitzen in der Region um die Straße von Hormus fest, davon etwa 25 von deutschen Reedern. Das berichtete gestern die Deutsche Presse-Agentur, die sich auf Auskunft der Deutschen Seemannsmission berief.

Gut 4000 Seeleute seien demnach an Bord der mehr als 200 Frachtschiffe. Auf den zwei Schiffen der NSB, die im Persischen Golf ausharren, befinden sich insgesamt 44 Seeleute. Besatzungsmitglieder aus dem Landkreis Stade seien nicht an Bord.

Die aktuelle Sicherheitslage gilt als angespannt. Seeleute im Persischen Golf hören laut Medienberichten Explosionen. Die von der NSB bereederten Frachtschiffe liegen in einem Seegebiet, in dem sie ankernd liegen dürfen.

NSB-Sprecher: „Stimmung an Bord ist gut“

Unaufgeregt geht die Buxtehuder Schifffahrtsgesellschaft mit der Blockadesituation um. „Die Stimmung an Bord ist gut“, sagte Dominique Kreuzkam dem TAGEBLATT. NSB stehe in Kontakt mit den Schiffsbesatzungen.

Die Versorgung der Seeleute mit Lebensmitteln sei nicht gefährdet. Schiffsbesatzungen hätten Erfahrung damit, auf dem Wasser auszuharren. „Das Warten auf Dinge ist in der Schifffahrt normal“, sagte der NSB-Sprecher.

Auf die Frage nach dem wirtschaftlichen Schaden für die NSB, antwortete Dominique Kreuzkam: „Für uns laufen keine Kosten auf.“ Von dem gegenwärtigen Stillstand könnten die Charterer wirtschaftlich betroffen sein.

Im Norden der Iran, im Süden der Oman: Die Seestraße von Hormus ist nur 50 Kilometer breit. In Friedenszeiten passiert ein Fünftel der weltweiten Öltransporte diesen Handelsweg.

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