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Achtung: Polizei warnt vor Schockanrufen im Landkreis Stade

Im Landkreis Stade haben Betrüger in den vergangenen Tagen rund 30.000 Euro durch sogenannte Schockanrufe erbeutet.

Im Landkreis Stade haben Betrüger in den vergangenen Tagen rund 30.000 Euro durch sogenannte Schockanrufe erbeutet. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Eine tödlich verletzte Schwangere, Geld für eine lebensnotwendige OP: Mit solch erfundenen Fällen haben Kriminelle im Kreis Stade zehntausende Euro erbeutet. Das rät die Polizei.

Von Redaktion Dienstag, 05.05.2026, 09:33 Uhr

Landkreis. Im Landkreis Stade kam es in den vergangenen Tagen vermehrt zu sogenannten Schockanrufen. Bislang sind drei Taten bekannt, bei denen insgesamt rund 30.000 Euro durch Betrüger erbeutet wurden. Darüber informiert die Polizei Stade in einer Pressemitteilung. Darüber hinaus seien mehrere weitere Betrugsversuche registriert worden.

Behauptung: Schwangere Frau wurde tödlich verletzt

Die Täter geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus und schildern dramatische Notlagen. In den aktuellen Fällen haben die Täter behauptet, ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person - teils sogar eine schwangere Frau - tödlich verletzt worden sei.

Um eine angebliche Inhaftierung abzuwenden, wurde von den Angerufenen eine hohe Kaution gefordert. In anderen Varianten wird vorgegeben, es müsse dringend Geld für eine lebensnotwendige Operation gezahlt werden. Anschließend würde bei den Geschädigten das Geld oder Wertgegenstände persönlich abgeholt.

So schlagen Sie den Telefonbetrügern im Kreis Stade ein Schnippchen

Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche und gibt folgende Verhaltenstipps:

  • Nehmen Sie Anrufe von unbekannten Telefonnummern möglichst nicht direkt entgegen. Nutzen Sie stattdessen einen Anrufbeantworter.
  • Seien Sie misstrauisch bei emotionalen Notlagen und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Beenden Sie das Gespräch sofort, wenn Geldforderungen gestellt werden oder persönliche Informationen von Ihnen verlangt werden.
  • Die Polizei, Staatsanwaltschaft oder Rettungsdienste verlangen niemals Geld für Kautionen oder medizinische Notfälle am Telefon.
  • Prüfen Sie die Angaben der Anrufer eigenständig, indem Sie bekannte Telefonnummern von Angehörigen selbst wählen.

Ein wichtiger Hinweis betrifft das sogenannte Caller ID Spoofing (Spoofing): Dabei können Betrüger Telefonnummern manipulieren, sodass auf dem Display scheinbar eine bekannte Nummer - etwa von Angehörigen oder der hiesigen Bank - angezeigt wird. Tatsächlich steckt jedoch eine andere Rufnummer dahinter.

Persönliches Codewort innerhalb der Familie vereinbaren

Hier gibt es die Möglichkeit, innerhalb der Familie ein persönliches Codewort für Notfälle zu vereinbaren. Dieses kann im Ernstfall abgefragt werden, um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um den echten Angehörigen handelt und nicht um einen Betrüger.

Betroffene, die einen solchen Anruf erhalten haben, melden Sie sich unter der Telefonnummer 04141/102215 bei der Polizei Stade. Zudem sollten diese auch ihre Angehörigen und Nachbarn über die Betrugsmasche informieren.

Des weiteren rät die Polizei, sich umgehend den Notruf unter 110 zu informieren, wenn sie aufgefordert werden, Geld oder Schmuck zu übergeben. Nur so gelingt es der Polizei dann möglicherweise die Täter auf frischer Tat zu erwischen.

Für weitere Informationen und/oder individuelle Beratung zum Thema Telefonbetrug können sich Betroffene/Interessierte an die Beauftragte für Kriminalprävention der PI Stade unter der Telefonnumer 04141/102 109 wenden. (ham/PM)

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