TArbeitsunfall im Alten Land – Reetdachdecker schwer verletzt
Ein 52-jähriger Handwerker ist bei Dacharbeiten in Jork verunglückt. Foto: Vasel
Bei Reetdacharbeiten stürzt ein Handwerker in Neuenschleuse am Freitag in die Tiefe. Er wird schwer verletzt. Wenig später landet Christoph 29 in Jork.
Jork. Kurz nach 8 Uhr war der Notruf in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen eingegangen. Der Disponent setzte nicht nur die Ortsfeuerwehr Borstel in Marsch, sondern auch die Ortsfeuerwehr Buxtehude mit ihrer Drehleiter.
Handwerker rutscht bei Dacharbeiten ab
Der Reetdachdecker hatte am Freitagmorgen auf dem Dach eines Altländer Bauernhauses „eine Plane abgedeckt“, sagte der stellvertretende Gemeinde- und Ortsbrandmeister Jochen Minners.

Die Drehleiter geht in Neuenschleuse in Stellung. Foto: Vasel
Dabei sei der 52-Jährige von einer Latte abgerutscht. Die Dachlatte war laut Angaben der Polizei „durchgebrochen“. Der Handwerker aus Sittensen sei rund drei Meter in die Tiefe gestürzt und schließlich auf den hölzernen Dielen des Dachbodens des denkmalgeschützten Fachwerkhauses aufgeschlagen. Die Kollegen wählten umgehend die 112.
Feuerwehr setzt Drehleiter zur Rettung ein
Weil die Schwere der Verletzungen unklar war, sollte der Reetdachdecker möglichst schonend aus dem 1865 erbauten Fachwerkhaus gerettet werden. „Das war lediglich über ein kleines Fenster im Giebel möglich“, so Minners.
Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Borstel sperrten die Kreisstraße 39 in beide Fahrtrichtungen. Wenig später ging die Drehleiter der Buxtehuder Feuerwehr vor dem Fachwerkgebäude in Stellung.

Notfallsanitäter, Notärzte und Feuerwehrleute arbeiten Hand in Hand. Foto: Vasel
Notfallsanitäter des DRK-Rettungsdienstes und ein Notarzt des Elbe Klinikums versorgten den laut Polizei schwer verletzten Sittenser. Einsatzkräfte der DRK-Rettungswache in Guderhandviertel und der Feuerwehr legten den 52-Jährigen behutsam in eine sogenannte Schleifkorbtrage.
Diese schoben sie durch ein Fenster und über ein Baugerüst „in sieben Metern Höhe“ in den Rettungskorb der Buxtehuder Drehleiter.

Die Trage liegt sicher im Korb der Buxtehuder Drehleiter. Foto: Vasel
Mit der 2024 in Dienst gestellten, seinerzeit 800.000 Euro teuren Rosenbauer-Drehleiter können Menschen aus bis zu 23 Metern Höhe gerettet werden. Damit der Patient sicher im Korb liegt, wird bei diesen Rettungseinsätzen vorher ein Gestell mit Führungsschienen montiert. Patienten mit einem Körpergewicht von bis zu 300 Kilogramm können in diesem Korb sicher transportiert und gerettet werden.
Christoph 29 fliegt Schwerverletzten in Hamburger Klinik
Während der Rettungsaktion landete der Rettungshubschrauber Christoph 29 - stationiert beim Bundeswehrkrankenhaus Hamburg - unmittelbar vor der Hofstelle mitten auf der Kreisstraße 39, wenige Meter von den Straßenbäumen entfernt. Auf der K39 staute sich der Verkehr, unter anderem schwere Lkw, die auf der Ausweichstrecke tagtäglich Container zwischen den Häfen Hamburg und Bremerhaven transportieren.

Rettungshubschrauber Christoph 29 landet in Neuenschleuse auf der K39. Foto: Vasel
Bei der Erstversorgung hatten die Rettungskräfte festgestellt, dass der Mann Verletzungen an der Wirbelsäule erlitten hat. „Deswegen wurde ein Rettungshubschrauber nachalarmiert“, erklärte der Stader Polizeisprecher Daniel Kraus.
Notfallsanitäter und Notärzte versorgten den Schwerverletzten im Rettungswagen, wenige Minuten später hob Christoph 29 mit dem Mann in Richtung Hamburg ab. Zuerst war das BG Klinikum Boberg im Gespräch, letztlich flogen die Retter das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf an.
Das Dach des denkmalgeschützten Wohn- und Wirtschaftsgebäude (1870/1900) und die ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Obstscheune von 1900 werden aktuell neu mit Reet eingedeckt. Die Feuerwehr hob die Vollsperrung gegen 9.15 Uhr auf.

Blick auf den Einsatzort auf einer denkmalgeschützten Hofstelle in Neuenschleuse. Foto: Vasel
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