TBikerboykott und Deicherhöhung: So lief das Jahr am Lühe-Anleger
Die Saison am Lühe-Anleger endet Mitte Oktober. So lief das Jahr 2026 für die Budenbetreiber. Foto: Meyer
Am 18. Oktober endet die Saison am Lühe-Anleger und die Food Trucks brechen ihre Zelte ab. Wie die Saison für die Inhaber lief und was sie sich fürs nächste Jahr wünschen.
Grünendeich. Von März bis Oktober versorgen Imbissbuden am Lühe-Anleger Besucher mit Pommes, Currywurst und anderen Snacks. Bereits die letzten Jahre waren für die Budenbetreiber nicht einfach aufgrund gestiegener Energie- und Lebensmittelpreise, unter anderem durch den Ukraine-Krieg.
Durchwachsen sei auch die diesjährige Saison am Lühe-Anleger gewesen, resümiert Amir Afschartabbar, Inhaber der Foodtrucks Zeit für Glück, Königlich & Köstlich und Elb-Frisch. Gut losgegangen sei es im Mai mit vielen Touristen und guten Bilanzen. Einen Einbruch habe es allerdings aufgrund des Parksystems gegeben.
Neues Parksystem führt zu Umsatzeinbruch
Am Lühe-Anleger parken Besucher seit Ende Juni 2026 ticket- und schrankenlos. Gleichzeitig wurden die Parkgebühren von 1,00 Euro auf 1,20 Euro pro halber Stunde angehoben. Letzteres war besonders bei Motorradfahrern auf Ablehnung gestoßen, die sogar eine Petition dagegen starteten.
Altes Land
T Parken ohne Schranken am Lühe-Anleger – Das ist neu
Die Erhöhung der Gebühren sowie der Boykott durch die Biker habe bei ihm negativ zu Buche geschlagen, erklärt Afschartabbar. Er könne beide Seiten in dem Konflikt verstehen, wünscht sich allerdings von den Boykotteuren Verständnis: „Damit bestrafen sie Leute, die gar nicht an den Entscheidungen beteiligt sind.”
Sinkende Kaufkraft und steigende Preise
Zusätzlich habe sich die sinkende Kaufkraft der Kunden bemerkbar gemacht und das bei steigenden Preisen für den Gastronom zum Beispiel bei Strom, Gas und Löhnen. „Es ist ein Spagat”, sagt Afschartabbar.
Agim Hajrullahu, Inhaber von Grill Ann' Diek, fasst zusammen: „Wir haben eine Wirtschaftskrise in Deutschland.” Er habe in diesem Jahr weniger Besucher bedient als zuvor, unter anderem aufgrund der gestiegenen Spritpreise. Außerdem habe das Wetter nicht mitgespielt: „Erst war es zu heiß und dann kam der Regen.”
Trotz der schwierigen Situation bleibt Afschartabbar optimistisch. „Das Alte Land ist die touristische Visitenkarte der Region”, sagt er und hofft, dass die auch nächstes Jahr Gäste an den Lühe-Anleger zieht. Der wird sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern.
Deicherhöhung bereitet Sorgen
Grund ist die Deicherhöhung zwischen dem Lühe-Sperrwerk und dem Schöpfwerk Twielenfleth. Die soll vor vermehrten und höher auflaufenden Sturmfluten schützen. Im Zuge der Erhöhung wird der Deich um bis zu 25 Meter verbreitert. Das bedeutet für die Buden-Inhaber: Der Platz für Imbissbuden wird kleiner, der Anleger neu gestaltet. Außerdem soll der Anleger während der Bauarbeiten als Bauhof dienen.
„Da schlagen bei mir als Stader zwei Herzen in meiner Brust”, so Afschartabbar. Einerseits bereite ihm das Projekt und die damit einhergehende Baustelle Sorgen. Andererseits solle die nächste Generation sich genauso sicher vor Hochwasser fühlen können, wie die jetzige. Außerdem sei die Umgestaltung des Anlegers eine Chance für den Standort.

Amir Afschartabbar sieht die Deicherhöhung und die damit einhergehende Umgestaltung als Chance für den Lühe-Anleger. Foto: privat
„Dadurch könnte eine ganz neue Aufenthaltsqualität geschaffen werden”, mein Afschartabbar. Er hofft, dass der Anleger zu einer zeitgemäßen Anlage für alle Generationen werde. Was er sich außerdem wünscht für die nächste Saison: Frieden, denn der treibe die Wirtschaft an.
Hajrullahu hofft auf besseres Wetter im nächsten Jahr und dass sich die wirtschaftliche Lage stabilisiert. Der Lühe-Anleger sei ein schöner Treffpunkt für die Menschen aus der Region. Er wünscht sich, dass zahlenmäßig so viele Menschen wie noch vor ein paar Jahren kämen.
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