TEr schätzt Iron Maiden und das Grundgesetz: Matthias Riel tritt wieder an
Werbung in eigener Sache: Matthias Riel hält seinen Wahlkampfflyer in den Händen. Foto: Vasel
„Ich bin noch nicht fertig“, sagt Matthias Riel. Deshalb will er am 13. September als Bürgermeister der Gemeinde Jork wiedergewählt werden. Der 55-Jährige hat viel vor.
Jork. Seit November 2019 ist er Bürgermeister der Gemeinde Jork. 88,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler schenkten dem Nachfolger von Gerd Hubert (BVJ) seinerzeit das Vertrauen. Der Diplom-Verwaltungswirt arbeitet seit 2007, als Kämmerer und Verwaltungsvize, im Rathaus. Bei der Wahl am 13. September hat der 55-Jährige zum zweiten Mal keinen Gegenkandidaten.
Unabhängigkeit ist ihm wichtig
Er selbst sehe sich weniger als ein Politiker, sondern als einen „Geschäftsführer eines kommunalen Unternehmens“. Er trete bewusst weder für Parteien noch Wählervereinigungen an, sondern als „Einzelwahlvorschlag“. Unabhängigkeit sei ihm wichtig. Gleichwohl freue es ihn natürlich, dass unter anderem CDU, BVJ und SPD seine erneute Kandidatur unterstützen.
In seinem Berufsalltag schätze er die Begegnungen mit den vielen engagierten Menschen. Privat mag er Wandern, Radfahren, Kultur, geschichtsträchtige Städte, Berge, Nord- und Ostsee, gutes Essen und Zeit mit seiner Freundin. Riel liest Krimis, aber auch Sachbücher über Politik und Zeitgeschehen. Sein „Lieblingsbuch“ sei das Grundgesetz: „Es bildet das Fundament unseres Zusammenlebens.“ Es stehe für Freiheit, Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaat.
Diese Errungenschaften zu sichern, treibe ihn auch in seiner Lehrtätigkeit für Kommunalrecht an der Hochschule Osnabrück an.

Bürgermeister Matthias Riel mit seinen Hunden Klara und Caty. Foto: Vasel
Musikalisch schätze er Iron Maiden. Sehr wichtig seien ihm seine Labrador-Dame Klara und die Podenca Caty, die beide aus dem Tierschutz stammen. Bei ausgedehnten Spaziergängen mit ihnen bekomme er den Kopf frei. Sie erinnerten ihn immer wieder daran, „wie wichtig Geduld, Vertrauen und Verantwortung“ seien.
Er versteht sich als Teamplayer
Dass er im Herbst erneut in den Ring steigt, liege an drei Gründen. Der 55-Jährige verweist auf die exzellente, vertrauensvolle und sachbezogene Zusammenarbeit im Rat. Denn „ein Bürgermeister allein kann nichts beschicken“, sagt Riel. Er sei glücklich, dass er „auf ein gutes Team bauen kann“, das seinen lösungsorientierten Pragmatismus teile. Sie hätten viele Fördertöpfe anzapfen können. Knapp 100 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit (77 Planstellen) halten die Kommune am Laufen.
Hochwasserschutz sichern, Wirtschaft stärken
Hinzu komme, dass wichtige Projekte noch in der Umsetzung oder in Planung seien. Riel verweist auf Neu-/Umbau der Grundschulen in Jork und Königreich für den Ganztag. Hinzu komme der Neubau einer Sporthalle, eines Kunstrasenplatzes und des Archivs in Jork sowie der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses Königreich/Estebrügge. Mehr als 37 Millionen Euro werden investiert.
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Mit Gehrden und Gartenstraße sei die Straßensanierung angelaufen. Es gehe weiter: Im Zuge der Dorfentwicklung soll am Fleet die Verkehrsberuhigung unter Beteiligung der Anwohner kommen. Geld fließe in Pumpen, um Wohngebiete vor Starkregen zu schützen.
Vorantreiben will er auch die Ausbaggerung der verschlickten Borsteler Binnenelbe. Es gelte, Jork und Borstel vor Sturm- und vor Starkregenfluten zu schützen, Klei für Deichbau zu gewinnen und das Gewässer als Reservoir für die Beregnung im Obstbau zu erhalten. Weiteres Projekt: Inwertsetzung des Borsteler Hafens als Erlebnisort für maritime Geschichte und Natur.
Als Bürgermeister wolle er sich in den nächsten acht Jahren auch für Gewerbe- und Wohngebiete einsetzen - unter Berücksichtigung des Obstbaus. An der Este will er einen Supermarkt ansiedeln.
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Mehr Arbeitsplätze und Einnahmen über Gewerbe- und Einkommensteuer seien wichtig, damit Jork weiter Geld für Kultur („unverzichtbar“), Tourismus, Sport oder Straßensanierung ausgeben und Kredite bedienen könne.
Bezahlbaren Wohnraum schaffen
Am Westerminnerweg will Riel neuen Wohnraum schaffen - auch mietpreisgedämpft. Ende 2027 könnte das Areal der alten Grundschule bebaut werden. Platz wäre für bis zu 50 Wohnungen und Praxen.
Ehrenamt weiter stärken
„Ohne Ehrenamtliche können wir das Rathaus zuschließen“, sagt Riel und verweist beispielhaft auf die Modernisierung der Festhalle. Hier bringen sich die Kleine Jorker Bühne und Lust auf Kultur ein. Weitere Beispiele seien Feuerwehr, Borsteler Sommerklänge, Dorfgenossenschaft Este (Brüggerei) und Sportvereine. Er plane die Einrichtung einer Freiwilligenagentur.

Lediglich Schauspielerin Anne Roemeth, Bürgermeisterin der Gemeinde Jork in der ZDF-Serie Neuer Wind im Alten Land, machte Matthias Riel sein Amt streitig. Foto: Vasel
Wichtig sei ihm, Bürgerbeteiligung weiter auszubauen - wie bei Radwegekonzept, Leader und Dorfregion. Riel: „Wir können die Gemeinde nur gemeinsam voranbringen.“
Bei Kita und Krippe werde er sich weiter für ein wohnortnahes, bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Angebot einsetzen. Im Bereich Bildung und Feuerschutz sei die Gemeinde Jork durch laufende Investitionen und Feuerwehrbedarfsplan „gut aufgestellt“. Die Digitalisierung der „bürgerserviceorientierten Verwaltung“ und die interkommunale Zusammenarbeit will er ausbauen.
Im Frühjahr soll es eine Klausurtagung von Politik und Verwaltung geben, wie bei der 17-Punkte-Zielvereinbarung in dieser Wahlperiode das Arbeitsprogramm abgesteckt werde. Er wolle die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rat mit CDU, Bürgerverein, SPD und Grünen sowie FDP/Piraten fortsetzen.
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