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TBilanz der Silvesternacht im Kreis Stade: Schwerverletzte und hohe Schäden bei Feuern

Mehrere Brände hielten Polizei und Feuerwehr im Landkreis in Atem. Am Ziegelkamp in Stade geht der Schaden in die Hunderttausende.

Mehrere Brände hielten Polizei und Feuerwehr im Landkreis in Atem. Am Ziegelkamp in Stade geht der Schaden in die Hunderttausende. Foto: Polizei

Brände, Schwerverletzte, Sprengstoff im Kinderzimmer: Zum Jahreswechsel waren die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Kreis Stade im Dauereinsatz.

Von Britta Feindt und Andre Hellwig Freitag, 02.01.2026, 05:45 Uhr

Landkreis. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst blicken auf eine einsatzreiche Silvesternacht zurück. Polizeisprecher Rainer Bohmbach bilanziert etwa 50 Einsätze.

Die Ortswehren im Landkreis seien insgesamt zu 26 Feuern alarmiert worden. 11-mal waren es Kleinbrände wie Mülltonnen, und 8 Brände gab es in der Nähe von Gebäuden.

Zu 54 Einsätzen rückten Rettungsdienst und Notärzte in der Silvesternacht aus, bei zwei Einsätzen wurden Menschen durch Böller so schwer verletzt, dass sie ins Universitätsklinikum nach Hamburg-Eppendorf gebracht werden mussten.

Die Örtliche Einsatzleitung Rettungsdienst des Landkreises war bei zwei Feuern zusätzlich im Einsatz und kümmerte sich vor Ort um die Organisation des Rettungseinsatzes.

Sprengstoff in Buxtehuder Kinderzimmer entdeckt

Die Polizei nahm neben Störungen und Sachbeschädigungen durch Böller, Körperverletzungen und Brandstiftungen an Mülleimern auch in vier Fällen Strafanzeigen wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoff- und das Waffengesetz auf.

In Buxtehude stellten die Einsatzkräfte Feuerwerkskörper in einer Wohnung sicher: Ein 46-jähriger Mann hatte in Bremen Pyrotechnik der Kategorie F3 und F4 gekauft. Sein zwölfjähriger Sohn hatte sie dann in seinem Kinderzimmer aufbewahrt, so Bohmbach.

Eine „sehr lautstarke Explosion“ hörten und fühlten Streifenbeamte in Stade-Hahle. Sie kontrollierten daraufhin auf dem Penny-Parkplatz eine Gruppe junger Leute im Alter von Anfang 20 Jahren. Sie hatten 16 nicht zugelassene Feuerwerkskörper dabei, die von den Beamten sichergestellt wurden.

In Himmelpforten überprüfte die Polizei einen 44-jährigen Mann, der offenbar pyrotechnische Gegenstände auseinandergebaut und anschließend gezündet hatte.

In Stade-Wiepenkathen schoss ein Unbekannter mit einer Schreckschusspistole in die Luft und flüchtete anschließend mit einer größeren Gruppe vor den eingesetzten Beamten. „Hier liegt möglicherweise ein Verstoß gegen das Waffengesetz vor“, sagt der Polizeisprecher.

In Assel und in Himmelpforten hielten sich ein 18- und ein 24-Jähriger beim Abbrennen von Feuerwerk nicht an die vorgeschriebenen Abstände zu benachbarten Reetdachhäusern und müssen nun den Angaben nach mit Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen.

Stader Feuerwehr rückt zweimal Richtung Drochtersen aus

Ein Feuer in Kehdingen rief die Stader Feuerwehr auf den Plan, wie Kreisfeuerwehrsprecher Stefan Braun berichtet. Die Drehleiter des Zugs I wurde gegen 23.40 Uhr nach Drochtersen alarmiert. Die Einsatzkräfte hatten den Brand schnell unter Kontrolle, das Stader Fahrzeug konnte die Einsatzfahrt abbrechen.

Um 0.20 Uhr rückte Zug I in die Grünendeicher Straße in Stade aus, wo es auf einem Balkon im 1. Stock brannte. Um 0.47 Uhr gab es wieder eine Alarmierung für die Drehleiter nach Drochtersen, deren eigenes Fahrzeug zurzeit durch eine Inspektion nicht zur Verfügung steht. Auch in diesem Fall konnte die Einsatzfahrt unterwegs abgebrochen werden.

Einsatzkraft der Feuerwehr bei Brand verletzt

Zug I der Stader Feuerwehr löschte um 1.13 Uhr in der Mittelnkirchener Straße brennenden Unrat ab, als um 1.19 Uhr ein weiteres Feuer in der Straße Am Ziegelkamp gemeldet wurde, sagt der Kreisfeuerwehrsprecher.

Abkömmliche Einheiten der Stader Feuerwehr und die Ortsfeuerwehr Wiepenkathen rückten zur neuen Einsatzstelle aus. Eine Garage brannte, das Feuer hatte bereits auf das angrenzende Wohnhaus übergegriffen. Schon auf der Anfahrt war das Feuer zu sehen, berichtet Braun, unverzüglich wurden der Zug II und die Ortsfeuerwehr Bützfleth nachgefordert.

Ein Garagenbrand griff Am Ziegelkamp in Stade auf ein Wohnhaus über.

Ein Garagenbrand griff Am Ziegelkamp in Stade auf ein Wohnhaus über. Foto: Hellwig

Die komplette Garage stand in Flammen, der Brand hatte sich in das Dach des Wohnhauses ausgebreitet. Überall aus dem Dach trat Qualm hervor, und so blieb den mehr als 100 Feuerwehrleuten nichts anderes übrig, als weite Teile der Dachhaut aufzunehmen, um an die Brand- und Glutnester heranzukommen, sagt der Kreisfeuerwehrsprecher. Bei den Löscharbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmitglied leicht am Arm. Die Feuerwehr schätzt den Sachschaden auf 200.000 Euro.

Als es um 1.36 Uhr im Taubenweg in Hahle und um 1.51 Uhr in der Graf-Lüder-Straße im Sachsenviertel brannte, rückten einzelne Fahrzeuge und Einsatzkräfte vom Feuer Am Ziegelkamp ab und löschten die Kleinbrände, so Braun. Die Ermittlungen der Polizei zur Brandursache laufen.

Mehrfamilienhaus am Kopenkamp in Stade brennt

Um 1.58 Uhr brannte ein Mehrfamilienhaus in der Stader Dankersstraße. Da fast alle Feuerwehrleute an der Brandstelle Ziegelkamp gefordert waren, konnten von dort nur einzelne Einheiten den neuen Einsatzort anfahren, meldet der Kreisfeuerwehrsprecher.

Dichter Rauch trieb 26 Menschen aus einem Mehrfamilienhaus in der Stader Dankersstraße.

Dichter Rauch trieb 26 Menschen aus einem Mehrfamilienhaus in der Stader Dankersstraße. Foto: Hellwig

Die letzte verfügbare Stader Ortsfeuerwehr aus Hagen sowie die benachbarten Ortsfeuerwehren Agathenburg, Dollern und Fredenbeck wurden zum Stadtteil Kopenkamp alarmiert. Auch die Drehleiter aus Bremervörde wurde angefordert, diese konnte die Einsatzfahrt jedoch unterwegs abbrechen. Insgesamt waren etwa 60 Feuerwehrleute im Einsatz.

Bei diesem Einsatz brannte es in der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses, und der Rauch war in die darüber liegenden Wohnungen und in das Treppenhaus gezogen. 39 Menschen konnten sich selbst ins Freie retten und wurden von Rettungsdienstmitarbeitern betreut. Sie konnten vor Ort bleiben und später in ihre Wohnungen zurückkehren.

Die etwa 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr löschten den Brand und belüfteten das Gebäude. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 50.000 Euro, die Ermittlungen zur Ursache des Brandes laufen

Pyrotechnik löst offenbar Brand in Wiepenkathen aus

In der Lindenstraße in Stade brannte gegen 4.30 Uhr aus unbekannter Ursache eine Garage. „Hier wurden Böllerreste sowie Laub und Abfall festgestellt, was die Vermutung nahelegt, dass der Brand aufgrund des Abbrennens von Pyrotechnik entflammt sein könnte“, meldet der Polizeisprecher und schätzt den Schaden auf mehrere Tausend Euro. Das Feuer wurde durch die Ortswehr Wiepenkathen gelöscht.

Die Löscharbeiten in Wiepenkathen gestalteten sich aufwendig, weil die komplett zugestellte Garage nach und nach ausgeräumt werden musste, um das Brandgut abzulöschen, wie die Feuerwehr berichtet.

Die Löscharbeiten in Wiepenkathen gestalteten sich aufwendig, weil die komplett zugestellte Garage nach und nach ausgeräumt werden musste, um das Brandgut abzulöschen, wie die Feuerwehr berichtet. Foto: Feuerwehr

Frau durch Matratzenbrand in Horneburg verletzt

Jugendliche warfen gegen 17.20 Uhr Böller in den Kriechkeller eines Schuppens auf dem Horneburger Bahnhofsgelände. Im Keller befindliche Bretter gerieten in Brand, Rauch quoll aus dem Gebäude. Etwa 40 eingesetzte Feuerwehrleute der Ortswehren aus Horneburg und Dollern konnten den Brand schnell löschen, bevor er sich auf den Rest des Gebäudes ausbreiten konnte.

Die Horneburger Feuerwehr war an Silvester in der Bahnhofstraße im Einsatz.

Die Horneburger Feuerwehr war an Silvester in der Bahnhofstraße im Einsatz. Foto: Feuerwehr

Um 0.20 Uhr war in einem Einfamilienhaus im Holunderweg aus unklarer Ursache eine Matratze in Brand geraten. Die schlafende Bewohnerin wurde hierbei erheblich verletzt und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren, sagt Feuerwehrsprecher Michael Dehmlow.

Die Einsatzkräfte der Ortswehren Horneburg und Dollern löschten das Feuer und belüfteten das Haus. Gegen 0.33 Uhr gab es in Bliedersdorf ein Kleinfeuer im Freien.

Blaulicht-News aus der Silvesternacht

Für die Freiwilligen aus Fredenbeck war der ruhige Jahreswechsel ab 1.32 Uhr vorbei, berichten die Retter auf ihrem Whatsapp-Kanal. Der Grund: brennende Mülltonnen. Später unterstützten sie die Stader Feuerwehr bei den Löscharbeiten.

Feuer in Buxtehude flammt am Morgen wieder auf

Gegen 1.15 Uhr in der Nacht zu Neujahr brannte das Dach eines Wohnhauses in Buxtehude in der Straße Ellerbruch. Etwa 150 Feuerwehrleute aus dem gesamten Buxtehuder Stadtgebiet waren bis in die Morgenstunden des Donnerstags im Einsatz.

Der Brand am Ellerbruch beschäftigte die Buxtehuder Feuerwehr und die Einsatzkräfte aus Neu Wulmstorf auf am Neujahrsmorgen.

Der Brand am Ellerbruch beschäftigte die Buxtehuder Feuerwehr und die Einsatzkräfte aus Neu Wulmstorf auch am Neujahrsmorgen. Foto: Feuerwehr

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wurde ein Seenotsignal (Signalpistole) in der Nähe des späteren Brandobjekts abgeschossen, berichtet der Polizeisprecher. Der noch brennende Signalkörper landete auf dem Dach des Gebäudes und setzte die Photovoltaikanlage in Brand.

Am Morgen um 7.40 Uhr flammte das Feuer im Dachbereich des Wohnhauses erneut auf. Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen alarmierte zusätzlich die Feuerwehr aus dem Nachbarkreis Neu Wulmstorf zur Brandbekämpfung.

In Buxtehude brennt es unter einer Photovoltaik-Anlage, gleich mehrmals muss die Feuerwehr ausrücken.

In Buxtehude brannte es unter einer Photovoltaikanlage, gleich mehrmals musste die Feuerwehr ausrücken. Foto: Hellwig

Das Einfamilienhaus ist durch den Brand und die Löscharbeiten vorerst unbewohnbar, sagt Rainer Bohmbach. Die Bewohner seien bei Nachbarn untergekommen. Den Schaden beziffert er mit 250.000 Euro. (pm)

Mehrere Brände hielten Polizei und Feuerwehr im Landkreis in Atem. Am Ziegelkamp in Stade geht der Schaden in die Hunderttausende.

Mehrere Brände hielten Polizei und Feuerwehr im Landkreis in Atem. Am Ziegelkamp in Stade geht der Schaden in die Hunderttausende. Foto: Polizei

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