TGoldbeck: Matthias Drews ist auf den Spuren der Kunstschätze
Matthias Drews hat den Meisterstücken von Johann Tamke eine eigene Broschüre gewidmet. Foto: Weselmann
Auf dem Fahrrad von Kanzel zu Kanzel: Der Goldbecker Matthias Drews ist den Spuren eines Buxtehuder Bürgers aus dem 17. Jahrhundert gefolgt - mit einem besonderen Anliegen.
Beckdorf. Matthias Drews ist gerne mit dem Rad unterwegs und begeistert sich für Kulturgeschichte. Das brachte ihn auf die Idee, beides zu verbinden. 2019 rief der Goldbecker die „Kultour per Rad“ ins Leben, als Ausflugsangebot der Kirchengemeinde Apensen. Daraus ist ein Herzensprojekt hervorgegangen.
Flüchtlingshilfe bringt ihn in die Gemeinschaft
Nach Goldbeck kam der gebürtige Hamburger der Liebe wegen. Bevor er 2014 zu Lebensgefährtin Veronika Kamps zog, lebte der Bauingenieur und Architekt im schleswig-holsteinischen Jersbek. Dort war er in der Kommunalpolitik engagiert. Das wollte er nun nicht mehr und suchte nach einem anderen Tätigkeitsfeld zum Kontakteknüpfen.
Mit der Institution Kirche hat Matthias Drews bis dahin nicht viel am Hut. Eine Nachbarin gewinnt ihn für die Flüchtlingshilfe. „Da wurden alle Hände gebraucht, und ich fühlte mich hier ja auch irgendwie fremd“, erinnert er sich an seinen ehrenamtlichen Anfang in der Kirchengemeinde Apensen.
Fortan unterstützt er als Mittler bei Anträgen, Bewerbungen und Ähnlichem. Noch immer organisiert er die damals eingerichtete Fahrradwerkstatt und hält Kontakt zu Geflüchteten, denen er geholfen hat.
Bei jeder Tour wird ein Kulturschatz angesteuert
Mittlerweile gehört er zum Kirchenvorstand und radelt viermal im Jahr mit einer Gruppe von Interessierten durch die Region. Bei jeder „Kultour“ steht eine neue Erkundung auf dem Plan. Im Blick ist immer ein anderer kirchlicher Kulturschatz, verbunden mit liebevoll zusammengestellten Routen sowie Führungen oder Orgelkonzerten als zusätzlichem Erlebnis. „Ich wollte einfach unseren Kirchenkreis kennenlernen“, so Drews‘ Intention.
Von der ersten Tour nach Ahlerstedt bis Fredenbeck und Mulsum waren so schnell alle Gotteshäuser im Kirchenkreis Buxtehude besichtigt. Während dieser Zeit hatte sein Angebot treue Anhänger gefunden. Wie sollte es bei dem begrenzten Radius mit dem Rad also weitergehen? Eine Begegnung mit Ex-Pastor Tegtmeyer in Jork brachte einen neuen Anlass ins Spiel.
Jorker Ex-Pastor bringt den Goldbecker auf eine Idee
Hans-Heinrich Tegtmeyer erzählt von Johann Tamke und den von ihm zwischen 1639 und 1665 geschaffenen Kanzeln in der Region. Mit dem Buxtehuder Bildschnitzer hat er sich lange beschäftigt. Denn so wie in Apensen findet sich auch in Jork ein solches Meisterstück.

Werk des Buxtehuder Bildschnitzers Johann Tamke: Die Kanzel unter dem Sternenhimmel in der Estebrügger St.-Martini-Kirche hat Matthias Drews besonders beeindruckt. Foto: Drews
Matthias Drews will die entsprechenden acht Kirchen mit dem Pastor zusammen ansteuern. Doch Tegtmeyer stirbt kurz darauf. Deshalb nimmt der Goldbecker das Projekt allein in die Hand.
Mit der Radgruppe folgt er den Spuren des Buxtehuder Bürgers und seinem Schaffen im 17. Jahrhundert. Von Apensen geht es über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus ganz bis nach Sittensen und Hittfeld. Nur Selsingen und Ottersberg werden ohne Rad bereist.
Es gibt eine Broschüre zum Buxtehuder Bildschnitzer
„Besonders beeindruckt hat mich Estebrügge“, erzählt Matthias Drews. Der 75-Jährige möchte noch weitere Menschen auf die sakrale Kunst der Region stoßen. Deshalb hat er - zusammen mit seinem Freund Michael Werner aus Apensen - eine Broschüre über „Die Meisterstücke des Bildschnitzers Johann Tamke“ gestaltet. „Vielen ist nicht bewusst, welche Kulturschätze in der Region zu finden sind. Ich möchte diese bekannter machen“, so der Goldbecker.

Die Broschüre zu den Kanzeln des Buxtehuder Bildschnitzers ist im Kirchenbüro Apensen erhältlich. Foto: Weselmann
Die Broschüre ist für 5 Euro bei Delia Löhn im Pfarrbüro der Kirche Apensen erhältlich oder direkt über Initiator Matthias Drews (Telefon: 0175/2844930). Welche Touren für 2026 infrage kommen, wird am Dienstag, 10. März, um 19 Uhr im Gemeindehaus Apensen besprochen.
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