Sattelzug prallt bei Harsefeld gegen Baum – Glätteunfälle im Kreis Stade
Der Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt. Foto: Polizeiinspektion Stade
Wegen Glätte prallt ein Sattelzug am Freitag in Harsefeld gegen einen Baum, auf Stadersand geraten mehrere Autofahrer durch Hochwasser in Not - und glatte Straßen sorgen für weitere Unfälle im Kreis Stade.
Landkreis/Hamburg. Am Freitag wurden Einsatzkräfte der Harsefelder Feuerwehr und der Polizei gegen 17.30 Uhr auf die K26 alarmiert. Ein mit Kondensmilch beladener Sattelzug war von Rutenbeck in Richtung Harsefeld unterwegs. Obwohl der Fahrer langsam gefahren sei, prallte er gegen einen Baum. „Grund für den Unfall war die Glätte“, so Polizeisprecher Rainer Bohmbach. An der Zugmaschine sei ein Totalschaden entstanden. Der Fahrer blieb bei dem Unfall unverletzt.
Kurz zuvor waren auch die Feuerwehren aus Balje, Freiburg, Oederquart, Wischhafen und Hörne zu einen Verkehrsunfall im Bereich Balje Süderdeich alarmiert worden. Wie die Feuerwehr Balje in einem Instagram-Post mitteilt, war ein Fahrzeug auf glatter Fahrbahn in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und in den Seitenraum gerutscht. Die zwei Fahrzeuginsassen konnten sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien und blieben unverletzt.
Auf Stadersand steckten am Freitagmittag gleich zwei Autos im Wasser fest, die Fahrer waren offenbar vom Hochwasser der Elbe überrascht worden.
Um 13.13 Uhr wurde Zug I der Stader Feuerwehr alarmiert. Etwa 20 Einsatzkräfte rückten bei Schneetreiben in die Elbstraße aus, mit dabei auch Taucher, sagt Kreisfeuerwehrsprecher Stefan Braun. Die Taucher seien aufgrund ihrer Ausrüstung besser gegen die Kälte geschützt.
Feuerwehr rettet Frau und Mann aus den Fluten
Beim Eintreffen der Feuerwehr vor Ort war der erste Wagen, der nur ein paar Zentimeter im Wasser stand, den Angaben nach von einem Helfer rausgezogen worden, berichtet Braun. Das zweite Fahrzeug sei tiefer in den Fluten versunken, die beiden Insassen hätten sich gedulden müssen.
Einsatzkräfte holten den Mann und die Frau aus dem Auto und hätten sie huckepack zurück auf festen Boden befördert. Die Wasserschutzpolizei kümmerte sich darum, dass die beiden sich aufwärmen konnten, so Braun, während die anderen Einsatzkräfte den Wagen bargen.
Weiterer Unfall in Bützflethermoor
Zu einem weiteren Unfall wurde gegen 14.45 Uhr die Ortswehr Bützfleth alarmiert. Ein Wagen war in Bützflethermoor von der Süderstraße abgekommen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand, so der Kreisfeuerwehrsprecher auf TAGEBLATT-Nachfrage. Die Straße war für die Dauer der Bergung gesperrt.
Bereits am Freitagmorgen gab es drei Glätteunfälle, wie Polizeisprecher Rainer Bohmbach dem TAGEBLATT auf Nachfrage bestätigte. Gegen 5.50 Uhr kam ein Auto in Bützfleth vom Obstmarschenweg ab und schlitterte in den Graben.
Eine Stunde, um 6.50 Uhr, später krachte es auf der Götzdorfer Straße in Stade. Ein Wagen ist in einer Kurve geradeaus gerutscht und mit einem entgegenkommenden Pkw zusammengestoßen.
Transporter landet zwischen Dornbusch und Neuland im Graben
Von der L111 zwischen Drochtersen-Dornbusch und Neuland ist gegen 8.10 Uhr ein Fiat abgekommen. Der Transporter landete im Graben.

Schafe liefen zwischen zwischen Ruschwedel und Apensen frei herum. Foto: Polizei
An der Kreisstraße 49 liefen zudem zeitweise Schafe zwischen Ruschwedel und Apensen frei herum. Die Polizei vertrieb die Tiere von der Straße und kontaktierte den Besitzer.

Im Landkreis Stade hat es am Freitagmorgen geschneit. Foto: Feindt
Auch die Cuxhavener Polizei berichtet von mehreren Verkehrsunfällen auf den glatten Straßen am Donnerstag und in den Morgenstunden am Freitag.
Bei einem Unfall wurde ein 27-jähriger Cuxhavener im Bereich zwischen den A27-Anschlussstellen Nordholz und Altenwalde leicht verletzt. In allen anderen Fällen blieb es bei Sachschäden. Diese belaufen sich jedoch insgesamt auf über 100.000 Euro, so die Polizei.
Sie gibt auf ihrem Whatsapp-Kanal Tipps:
- Geschwindigkeit entsprechend anpassen
- Keine hektischen Bremsmanöver
- Keine zu schnellen Fahrstreifenwechsel
- Genügend Sicherheitsabstand
Viele moderne Autos seien mit diversen technischen Assistenzsystemen ausgestattet, so die Polizei. Man dürfe sich aber nicht blind darauf verlassen.
Verkehrssicherheit
Wenn es winterlich glatt wird: So fahren Sie sicher
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt im Landkreis Stade
am Freitag bis einschließlich 14 Uhr vor leichtem Schneefall mit Mengen zwischen 1 und 3 cm; bis 18 Uhr gilt eine Glättewarnung.
Zudem liegt bis 19 Uhr eine Warnung vor Windböen vor. Demnach können Böen mit Geschwindigkeiten um 55 km/h (15 m/s, 30 kn, Bft 7) aus westlicher Richtung auftreten. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen müsse mit Sturmböen um 65 km/h (18 m/s, 35 kn, Bft 8) gerechnet werden.
HVV meldet Störung für S-Bahn-Verkehr
Aktuell komme es auf allen Linien zu Verspätungen sowie S-Bahnen, die schon vor ihrem eigentlichen Ziel wenden müssten, meldet der HVV über seine App. Es könne auch zu Ausfällen von einzelnen Verbindungen kommen.
Keine größeren Schäden durch Sturmflut an Elbe und Nordsee
Hochwasser und Sturmflut haben in der Nacht auf Freitag keine größeren Schäden verursacht. In Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg verzeichneten die Lagezentren bis zum frühen Morgen keine besonderen Vorkommnisse – abgesehen von örtlichen Überschwemmungen.
Der Wasserstand erreichte an der nordfriesischen Küste und im Elbegebiet zwischen 1,5 und 2 Meter über dem mittleren Hochwasser und damit Sturmflutniveau, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. In Ostfriesland sowie am Messpunkt Wilhelm-Kaisen-Brücke in Bremen blieb der Wert hingegen unter der 1,5-Meter-Marke. Das Lagezentrum in Bremen teilte mit, das Wasser habe in der Stadt lediglich etwas höher als üblich gestanden.

Das Wasser der Elbe drückt bei Hochwasser und einer Sturmflut auf den Hamburger Fischmarkt (Aufnahme mit einer Drohne). Foto: Bodo Marks/dpa
Im Laufe des Tages wird mit weiterem Hochwasser im Norden gerechnet, eine erneute Sturmflut sagte das Bundesamt allerdings nicht mehr vorher.
Zufahrt zum Lühe-Anleger in Grünendeich geschlossen
Aufgrund der Hochwasservorhersagen bleibt der Lühe-Anleger bis voraussichtlich Samstagvormittag geschlossen. Darüber informiert Timo Gerke, Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe, in den sozialen Medien.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll es an der Nordsee auch im Verlauf des Tages noch stürmisch bleiben. Die Sturmböen können bis zu 100 km/h betragen und auf exponierten Berggipfeln sogar noch stärker sein.
Schnee- oder Sturmflut-Fotos
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Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.

Mehrere Autofahrer sind auf Stadersand vom Hochwasser der Elbe überrascht worden. Foto: Hellwig