TNach Hort-Schließung: Dorfladen ab Sommer 2027 in Neuenkirchen?
Der DRK-Hort Grode Racker auf dem Lühe-Deich an der Dorfstraße in Neuenkirchen schließt im Sommer 2027, Gerke hofft auf einen Dorfladen als Nachnutzer. Foto: Vasel
Alle Hort- und einige Kita-Plätze in der Samtgemeinde Lühe fallen weg. Das liegt an einem neuen Rechtsanspruch – und an sinkenden Kinderzahlen. Das ist der Stand.
Steinkirchen. Die Zahl der Kinder in der Samtgemeinde Lühe sinkt. Außerdem wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen schrittweise eingeführt - beginnend mit der ersten Klasse ab August 2026.
Das alles bleibt nicht ohne Folgen: Die Horte für die Grundschulkinder werden geschlossen, bei den Kindergärten und Krippen könnten Standorte oder Gruppen gestrichen werden.
Ab Sommer 2028 gib es gar keinen Hort mehr
Was ist geplant? Aktuell gibt es drei Horte in der Samtgemeinde Lühe - in Steinkirchen, Hollern-Twielenfleth und Neuenkirchen. Es besteht kein Rechtsanspruch auf diese Form der Betreuung. Laut Verwaltung ist die Nachfrage in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen.
Deshalb hat der Rat der Samtgemeinde Lühe beschlossen, dass die Hortgruppe „Grode Racker“ in Neuenkirchen zum Ende des Kita-Jahres 2026/2027, sprich im Sommer 2027, eingestellt wird.
Dorfladen statt Hort in Neuenkirchen?
„Wir haben den Mietvertrag mit dem Eigentümer gekündigt“, betont Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke (parteilos). Als Nachnutzung kann Gerke sich einen Tante-Enso- oder einen Hurtig-Dorfladen vorstellen. Interesse an dem Standort gebe es bei den Firmen bereits.
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Die Hortangebote in Steinkirchen (Schatzinsel) und in Hollern-Twielenfleth (St. Mauritius) sollen zunächst bis zum Ende des Kita-Jahres 2027/2028 (Sommer 2028) bestehen bleiben. Diese sind hoch defizitär, 170.000 Euro gibt die Samtgemeinde Lühe im Jahr für die drei Hortgruppen aus.
Damit erhalten die Familien an diesen beiden Standorten ein zusätzliches Übergangsjahr, während sich das Ganztagsangebot an den Grundschulen etabliert.
Hort-Träger in Gespräche eingebunden
Im Vorfeld gab es Gespräche mit den Leitungen der Kindertagesstätten von DRK und Kirche, an denen die Horte angegliedert sind. Vor den Sommerferien nutzten 35 Kinder das Angebot inklusive Mittagessen.
Für den Großteil ende die Betreuung ohnehin zwischen 15 und 16 Uhr. Zukünftig werde die Ganztagsbetreuung in den Grundschulen - vorerst für die Erstklässlerinnen und die Erstklässler - längstens bis 15.30 Uhr angeboten.
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Laut Verwaltung sei das ein „ausgewogener Kompromiss“. Dieser berücksichtige die rückläufige Nachfrage und schaffe Planungssicherheit für Eltern, Mitarbeiter und Träger. Der Bedarf an nachschulischer Betreuung könnte in Steinkirchen mit dem Schulkinderhaus und in Neuenkirchen mit einer Tagesmutter abgemildert werden. In Hollern gibt es noch kein Alternativangebot.
Nachfrage nach Kita-Plätzen sinkt auch
Damit nicht genug. Auch die Anmeldungen bei Krippen- und Elementar-Plätzen in den Kitas sind rückläufig. Das zeigen die Zahlen: Im Kindergartenjahr 2022/2023 mussten die Samtgemeinde Lühe beziehungsweise die Träger DRK, Kirche und AWO 70 Krippen- und 110 Elementar-Plätze neu vergeben.
Zum Kindergartenjahr 2026/2027 sind es laut Verwaltung lediglich noch 36 Krippen- und 76 Elementar-Plätze. 4,2 Millionen Euro muss die Altländer Kommune im Jahr bei den Kitas als Defizitausgleich zuschießen.
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Nach der Vergabe für das kommende Kita-Jahr sind nun noch rund 60 Kita-Plätze frei. Gemeinsam wollen Verwaltung und Träger der Kindertagesstätten einen Vorschlag für die Politik erarbeiten, wo Gruppen und/oder Standorte wegfallen und Kosten reduziert werden könnten.
Bei den Kitas Altes Rathaus (AWO) in Grünendeich, St. Mauritius in Hollern und Schatzinsel in Steinkirchen (beide Kirche) müssten bei Schließungen die Förderungen für Krippen- beziehungsweise Elementar-Gruppen zurückgezahlt werden: 224.000 Euro in Grünendeich, 222.000 Euro in Hollern und 11.333 Euro in Steinkirchen. Der Vorschlag soll dem Rat im Oktober vorgelegt werden.
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