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Kommunalpolitik

TRat Jork bewilligt Geld: Würmer-Einsatz auf dem ASC-Sportplatz

Sie fressen Fußballplätze auf: Das Foto der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigt die Larve einer Schnake, diese zerstören das Wurzelwerk der Grasnarbe.

Sie fressen Fußballplätze auf: Das Foto der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zeigt die Larve einer Schnake, diese zerstören das Wurzelwerk der Grasnarbe. Foto: LWK/Dr. Thomas Brand

Der Jorker Rat gibt einen Zuschuss zur Bekämpfung der Wiesenschnake auf Sportplätzen. Würmer sollen auf dem Platz eingesetzt werden. Das war nicht der einzige Beschluss.

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Von Björn Vasel
Mittwoch, 13.05.2026, 13:55 Uhr

Jork. Die Gemeinde Jork wird den Altländer Sportclub Cranz-Estebrügge (ASC) bei der Bekämpfung der Wiesenschnakenlarven finanziell unterstützen. Der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss habe die Mittel freigegeben. Das hat Bürgermeister Matthias Riel im Rat mitgeteilt.

Gemeinde Jork unterstützt Biowaffen-Einsatz

Wie berichtet, hatte der ASC im März im Ausschuss für Jugend, Soziales und Sport einen Notruf abgesetzt. Auf dem Haupt- und Nebenplatz haben Larven der Wiesenschnake großen Schaden angerichtet. Sie fressen das Gras vom Wurzelhals her. Folge: kahle und braune Stellen.

Für Krähen und Möwen sind die Larven eine Delikatesse. Durch das Picken und Scharren dieser Vögel wird die Grasnarbe zusätzlich beschädigt. Aufgrund der Verletzungsgefahr gab‘s auf den Rasenplätzen ein Spiel- und Trainingsverbot in Estebrügge/Königreich.

Im August 2026 sollen Nematoden eingesetzt werden. Mit diesen insektenparasitären Fadenwürmern sollen die Schnaken bekämpft werden. Eurogreen und ASC rechnen mit einem Wirkungserfolg der Steinernema-Würmer von bis zu 100 Prozent. Die Maßnahme werde den Altländer Sportverein knapp 10.400 Euro kosten, die Gemeinde Jork werde sich mit einem Zuschuss von 50 Prozent zur Sanierung des Haupt- und des Nebenplatzes beteiligen.

Damit nicht genug: Auch ein Rasentraktor für den Altländer Sportclub Cranz-Estebrügge wird bezuschusst, der TC Jork erhält einen Zuschuss für die Grundsanierung von drei Tennisplätzen.

Auf Initiative von Sven Heinsohn (CDU) hatte die Gemeinde Jork dem Verein außerplanmäßig einen Zuschuss bewilligt. Durch die Spielgemeinschaften profitierten unter anderem auch Kicker des TuS Jork und der SG Lühe von der Schnakenbekämpfung an der Este.

Altländer fürchten den finanziellen Ruin

Außerdem hat der Rat der Gemeinde Jork einstimmig eine Resolution des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB) unter dem Titel „Rettet die Kommunen!“ verabschiedet.

Drei Sozialdemokraten enthielten sich. Dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, Christian Au, war die Formulierung, dass das Land sich beim Bund „für eine Reform der Sozialleistungen“ einsetzen soll, um eine auskömmliche Finanzierung der Kommunen herbeizuführen, zu schwammig. Au fürchtet, dass der Appell zum Sozialabbau beitragen könnte.

Die Kernforderung der NSGB-Resolution, dass Bund und Land die niedersächsischen Kommunen mit mehr Geld ausstatten sollen, teilten allerdings auch die Genossen. Die Altländer forderten die rot-grüne Landesregierung auf, insbesondere beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung eine „vollständige Finanzierung des pädagogischen Personals durch das Land sicherzustellen“.

Bürgermeister Matthias Riel sprach von einer „anhaltenden drastischen Finanzkrise“. Diese habe vor allem durch die von Bund und Land auferlegten Ausgabeverpflichtungen zu einem gewaltigen strukturellen Minus der Kommunen geführt. Das mittlerweile historisch höchste Gesamtdefizit der Kommunen lag auf Bundesebene 2025 bei 30 Milliarden Euro, in Niedersachsen bei rund 3,6 Milliarden Euro. Rücklagen seien vielfach aufgebraucht. Die Investitionsrückstände nehmen weiter zu - trotz der Investitionshilfen vom Bund, so Riel.

Das Land müsse den kommunalen Finanzausgleich im Doppelhaushalt 2027/2028 um mindestens eine Milliarde Euro erhöhen. Bei einem Minus von 1,3 Millionen Euro würden die Jorker ihr Minus um 170.000 Euro senken können. Der NSGB wird diese gemeinschaftliche Resolution bei einem Aktionstag Ende Mai am Landtag an die Landesregierung überreichen.

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