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Rohe Sitten: Stader gerät vor Kiosk mit Gruppe aneinander

Dem Opfer wurde so stark an der Kleidung gerissen, dass ihm diese ausgezogen wurde.

Dem Opfer wurde so stark an der Kleidung gerissen, dass ihm diese ausgezogen wurde. Foto: dpa

Einer gegen mehrere: In der Bahnhofstraße kommt es am Sonnabend zum Tumult. Die Täter flüchten. Auch andernorts muss die Polizei eingreifen.

Von Redaktion Montag, 09.03.2026, 15:15 Uhr

Erst Streit, dann Gewalt - und dann steht ein 45-jähriger Stader oben ohne dar: Die Polizeiinspektion Stade sucht Zeugen für eine körperliche Auseinandersetzung am Sonnabendabend vor einem Kiosk in der Bahnhofstraße in Stade.

Demnach sei der 45-Jährige allein in den Clinch mit mehreren Angreifern geraten. Der Stader sei gegen 20.30 Uhr dermaßen grob angegangen worden, dass ihm die Kleidung zerrissen und ausgezogen worden sei.

Die genauen Hintergründe müssten noch ermittelt werden, heißt es von der Stader Polizei. Nicht alle Beteiligten hätten bislang namentlich ermittelt werden können. Vor dem Eintreffen der Polizei am Sonnabend sei die Gruppe geflüchtet. Zeugen melden ihre Beobachtungen unter 04141/120215 bei der Stader Polizei.

Rohe Sitten zeigten sich auch andernorts in der Region. Hier der Überblick der Polizeimeldungen vom Wochenende:

Polizistin mit Lampe beworfen

Wie die Polizeiinspektion Rotenburg berichtet, ist eine Beamtin am Sonntagmorgen im Einsatz leicht verletzt worden. Demnach wurde die Polizei nach Scheeßel gerufen, nachdem eine Frau begonnen hatte, Teile ihres Mobiliars auf die Straße zu werfen.

„Auch beim Eintreffen der Beamten setzte sie ihr Verhalten fort und traf mit einer schweren Lampe eine Beamtin der Rotenburger Polizei am Bein“, sagt Polizeisprecher Marvin Teschke. Die Polizistin sei dabei leicht verletzt worden, „blieb aber dienstfähig“.

Die Frau habe sich den Angaben zufolge vermutlich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden. Zum Zugriff seien Beamte schließlich durch ein Fenster in die Wohnung geklettert.

Als die Frau anschließend mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden sollte, bespuckte und beleidigte sie laut Polizei noch die Einsatzkräfte. Die Ermittlungen dauerten an.

Angriff auf Radfahrer

In Hesedorf meldete ein 18-Jähriger, am Sonntagmorgen gegen 3.30 Uhr im Landwehrdamm von zwei maskierten Männern angegriffen worden zu sein. Diese hätten ihn vom Fahrrad getreten und anschließend mit Schlägen ins Gesicht verletzt. Danach seien die Täter geflüchtet, hieß es.

Der 18-Jährige wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Allerdings stellten die Polizisten vor Ort fest, dass der junge Mann 2,04 Promille Atemalkohol aufwies. Gegen den Radfahrer wird deshalb wegen des Verdachts der Trunkenheit im Verkehr ermittelt.

Zwei Verfolgungsfahrten im Kreis Cuxhaven

Am Wochenende kam es in Cuxhaven und in Lamstedt zu zwei Verfolgungsjagden mit Autofahrern. In Cuxhaven sollte laut Polizei gegen 3.30 Uhr in der Nacht zum Sonnabend ein Kia kontrolliert werden. Als sich die Beamten dem Wagen näherte, habe der Fahrer beschleunigt und sei geflüchtet.

„Die Fahrt führte mit hohen Geschwindigkeiten durch die Stadtteile Döse und Duhnen. Teilweise wurden innerorts Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht“, berichtet Polizeisprecher Stephan Hertz. In Duhnen habe sich der Mann dann festgefahren. Er flüchtete zu Fuß, die Beamten fanden nur noch den verlassenen Wagen vor.

Hertz: „Die Ermittlungen am Fahrzeug führten jedoch schnell zur Identität des Fahrers. Es handelte es sich um einen 39-jährigen Cuxhavener.“ Der Kia wurde sichergestellt. Gegen den Mann werden nun mehrere Ermittlungsverfahren geführt.

In der Nacht zum Sonntag sollte gegen 5 Uhr ein Opel in Lamstedt kontrolliert werden. Am Steuer: ein 23-Jähriger aus Lamstedt. Der junge Mann flüchtete in seinem Wagen. Er kollidierte mit einer Straßenlaterne, dann endete die Flucht. Schnell sei klar geworden, dass der Mann getrunken hatte. Ein Vortest zeigte einen Wert von mehr als 1,1 Promille.

Verkehrs-Rowdy schreckt auf vor Polizei nicht zurück

Am Montagmorgen befuhr eine zivile Streifenwagenbesatzung gegen 9.30 Uhr die Drangstedter Chaussee in Geestland in Richtung Debstedt im Kreis Cuxhaven. „Hierbei kam ihnen ein schwarzer Audi A6 mit Bremerhavener Kennzeichen entgegen, welcher zuvor einen anderen Verkehrsteilnehmer riskant überholt hatte“, berichtet Polizeisprecher Hertz.

Die Zivilbeamten hätten stark bremsen müssen, um eine Kollision zu verhindern. In Folge überholte der Verkehrs-Rowdy mehrfach grob verkehrswidrig und rücksichtslos und überschritt die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich. Erst auf der Autobahn 27 im Bereich Geestland in Richtung Bremen konnte der Mann von der Polizei gestoppt werden. Es handelte sich um einen 24-jährigen Bremerhavener.

Unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen habe der Fahrer nicht gestanden. Hertz: „Aufgrund der riskanten Fahrweise wurde ein Strafvrfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet.“

Autobrand auf A1 – Gaffer filmt

Beim Pkw-Brand auf der A1 am Sonnabendnachmittag bei Elsdorf sorgte ein Gaffer während der Löscharbeiten für Ärger. Der Mann mit Bremer Kennzeichen habe das Einsatzgeschehen mit seinem Handy gefilmt, berichtet die Polizei. Gegen den Mann sei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden.

An der A1-Anschlussstelle Gyhum ist am Sonntagmittag zudem ein VW-Fahrer mit 0,96 Promille Atemalkohol aus dem Verkehr gezogen worden. Der 38-Jährige durfte nicht weiterfahren. (pm)

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