TSo könnte das Feuerwehrgerätehaus Neuenkirchen im Jahr 2028 aussehen
Blick auf das Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen und das Dorfgemeinschaftshaus (rechts). Foto: Vasel
1,2 Millionen Euro wird die Samtgemeinde Lühe für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Neuenkirchen auf den Tisch legen müssen. Jetzt liegt ein erster Entwurf vor.
Neuenkirchen. Die Feuerwehr-Unfallkasse Niedersachsen (FUK) hatte bereits 2019 in einem 22-seitigen Mängelbericht bauliche Maßnahmen gefordert. In einer Brandmail monierte die Feuerwehr-Unfallkasse zwei Jahre später erneut, dass das 2002 erbaute Feuerwehrgerätehaus in Hollern-Twielenfleth sowie die Gerätehäuser in Neuenkirchen (2004) und in Mittelnkirchen (2008) noch nicht den Unfallverhütungsvorschriften und Vorgaben entsprachen.
Das Feuerwehrgerätehaus Mittelnkirchen entspricht mittlerweile den Vorgaben von FUK und Arbeitsstättenverordnung. Knapp 370.000 Euro investierte die Samtgemeinde Lühe 2024 bis 2026 in den Umbau und Außenanlagen. Seitdem gibt es zwei Umkleiden mit Schwarz-Weiß-Bereich. Denn kontaminierte Einsatzkleidung gefährdet die Gesundheit und darf nicht mit Privatkleidung in Berührung kommen. Hinzu kamen getrennte Sanitärräume für Frauen und Männer. Außerdem wurde in Mittelnkirchen ein neues Tor installiert und mehr Platz im Inneren geschaffen, damit Einsatzkräfte schnell und sicher ausrücken können. Auch ein Schulungsraum entstand, erschlossen über ein Treppenhaus auf der Rückseite.
Erste Entwürfe für Neuenkirchen liegen vor
Jetzt will die Samtgemeinde den Standort Neuenkirchen in Angriff nehmen. 2022 hatte die Gemeinde Neuenkirchen bereits ein Grundstück neben dem Dorfgemeinschafts- und dem Feuerwehrgerätehaus erworben. Somit kann die Samtgemeinde das Gerätehaus nach Abriss des Wohnhauses erweitern. 34 aktive Feuerwehrleute gibt es, hinzu kommen 40 Nachwuchskräfte in Kinder- und Jugendfeuerwehr.

Erster Entwurf: So könnte das Feuerwehrgerätehaus in Neuenkirchen nach der Erweiterung (rot) aussehen. Foto: Frenzel + Frenzel
In der Machbarkeitsstudie des Architekturbüros cappel + reinecke war Anfang 2020 noch von Kosten in Höhe von 358.000 Euro die Rede. Doch das Projekt wird teurer. Seinerzeit war noch kein weiterer Stellplatz in einer Fahrzeughalle im erweiterten Gerätehaus im Gespräch, sondern ein Carport. Ohne die zweite Fahrzeughalle würde die Erweiterung heute knapp 667.000 Euro kosten.
Das haben Sonja Borchers und Christoph Frenzel vom Büro Frenzel und Frenzel aus Buxtehude der Politik am Donnerstag bei einer Sitzung von Feuerschutz- und Bauausschuss vorgerechnet.
Doch die Ortsfeuerwehr Neuenkirchen verfüge mittlerweile über zwei Fahrzeuge, so Gemeindebrandmeister Jens Kuck. Außerdem müsse Platz vorhanden sein, sollte die Samtgemeinde vom Land Niedersachsen ein Löschgruppenfahrzeug für den Brand- und Katastrophenschutz erhalten.
Zwei Varianten im Gespräch
Deshalb lag der Fokus auf den beiden Varianten, die eine weitere Fahrzeughalle für einen zweiten Stellplatz vorsehen. Das Architekturbüro rechnet mit Kosten von 1,22 bis 1,24 Millionen Euro. Diese Schätzung könnte sich noch leicht verändern. Denn Fachausschüsse um die Vorsitzenden Hauke Eckhoff (Bau; CDU) und Marco Hartlef (Feuerschutz; CDU) gaben den Planern den Auftrag mit auf den Weg, einen eigenen Raum für die Kinder- und die Jugendfeuerwehr in dem Erweiterungsbau unterzubringen.

Feuerwehrgerätehaus Neuenkirchen: Grundriss der Variante 2 (Erdgeschoss). Foto: Frenzel und Frenzel

Feuerwehrgerätehaus Neuenkirchen: Grundriss der Variante 2 (Obergeschoss). Foto: Frenzel und Frenzel
Das Gerätehaus wird in Zukunft über zwei getrennte Zu- und Ausfahrten verfügen - für Einsatzfahrzeuge und für Privat-Pkw. 16 Parkplätze sollen nun eingeplant werden.

Feuerwehrgerätehaus Neuenkirchen: Die Zu- und Ausfahrt für Einsatz- und Privat-Fahrzeuge wird getrennt. Foto: Frenzel und Frenzel
Außerdem entstehen im Anbau die Umkleiden und Sanitärräume für die Feuerwehrleute - nach Geschlechtern getrennt. Hinzu kommen Lager, Stiefelwäsche und Treppenhaus. Dusch- oder Waschmöglichkeiten sind bislang nicht vorhanden; Umkleide, WCs und Lager sind laut FUK unzureichend, und beim Ausrücken besteht Unfallgefahr.

Feuerwehrgerätehaus Neuenkirchen: Variante 1. Foto: Frenzel und Frenzel
Im Herbst sollen die überarbeiteten Pläne der Politik vorgelegt werden. Gemeindebrandmeister Jens Kuck und Ortsbrandmeister Dominik Dölling begrüßten die Planung grundsätzlich.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.