TSo lockten die Täter die Teenager in Geldwäsche
Um illegales Geld zu waschen, sprechen Kriminelle wieder vermehrt Jugendliche an. Foto: Steinbrecht/KNA
Erst klein, dann riesig: Im Kreis Cuxhaven sind mehrere Taten aufgefallen. Die Polizei mahnt, auch den vermeintlichen Opfern droht Ärger.
Cuxhaven. Geldwäsche klingt harmlos, ist aber ein schweres Delikt. Kriminelle schleusen dabei Geld, das sie etwa mit Drogen- oder Waffenhandel verdient haben, in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf ein, um dessen Herkunft zu verschleiern. Dafür missbrauchen sie immer häufiger auch Privatpersonen. In jüngster Zeit geraten dabei nach Polizeiangaben verstärkt Jugendliche ins Visier.
In den vergangenen Wochen sind nach Angaben der Polizeiinspektion Cuxhaven in der Region mehrfach Jugendliche angesprochen worden. Die Täter gaben vor, sich kleinere Geldbeträge leihen zu wollen, um vor Ort etwas kaufen zu können. Im Gegenzug versprachen sie, das Geld umgehend zu überweisen oder über Bezahldienste zurückzuschicken.
Blaulicht
Jugendliche Opfer von Geldwäsche-Trick
Fälle in Geestland, Schiffdorf und Bremerhaven
Tatsächlich überwiesen die Täter dann jedoch häufig deutlich höhere Summen. Anschließend drängten sie die Jugendlichen, mit ihnen zu einer Bank zu fahren und das Geld in bar abzuheben. Nach Einschätzung der Polizei stammen die Gelder aus Straftaten; mit der Masche soll illegal erlangtes Geld gewaschen werden. Die jüngsten Fälle ereigneten sich laut Polizei im Raum Geestland und Schiffdorf, aber auch in Bremerhaven.
Die betroffenen Jugendlichen waren laut Polizeiinspektion Cuxhaven zwischen 16 und 18 Jahre alt. Warum ausgerechnet diese Altersgruppe angesprochen wird, kann die Polizei bislang nur vermuten. Naheliegend sei, dass viele Jugendliche in diesem Alter bereits über ein eigenes Konto oder Konten bei Bezahldiensten verfügen. Die Zahl der bekannten Fälle liegt in diesem Jahr bislang noch im einstelligen Bereich.
Polizei: Auch Beteiligten drohen Konsequenzen
Zu den Tatverdächtigen kann die Polizei derzeit noch wenig sagen. „Fest steht nur, dass sie meist nicht alleine agieren, sondern zu zweit oder zu dritt“, so die Mitteilung. Bei der Betrugsmasche handelt es sich um eine vergleichsweise neue Vorgehensweise. Bereits im vergangenen Jahr sei sie vermehrt aufgefallen. Auch die Polizei Bremerhaven gibt auf ihrer Homepage Hinweise, wie Täter vorgehen und Bürger sich schützen können.
Auch wenn in den jüngsten Fällen keiner der Jugendlichen zu Schaden kam, sieht die Polizei ein erhebliches Risiko. Wer den Anweisungen der Täter folgt, könnte sich selbst wegen Geldwäsche strafbar machen, „da die Gelder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus Straftaten stammen“, so die Polizeiinspektion Cuxhaven.
Zahl der Fälle zeigt wieder eine steigende Tendenz
Die Zahl der Anzeigen wegen des Verdachts auf Geldwäsche steigt seit Jahren. Im Jahr 2025 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) bundesweit rund 40.000 Fälle registriert. Nach Erkenntnissen der Polizei sprechen Täter Jugendliche vor allem an öffentlichen Orten wie Schulhöfen oder Bahnhöfen an. Sie nehmen aber auch über soziale Netzwerke wie Snapchat oder TikTok Kontakt zu möglichen Opfern auf.
Wer sich darauf einlässt, muss laut Polizei mit erheblichen Folgen rechnen. Dazu zählen Strafverfahren, Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren. Möglich sind zudem Kontosperrungen und negative Schufa-Einträge. Hinzu können Forderungen auf Schadenersatz sowie strafrechtliche Konsequenzen wegen einer Beteiligung an weiteren Taten kommen.
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