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TStraßenschäden: Tempo 30 durchgehend in Steinkirchen und Grünendeich

Folge der Straßenschäden: In der Ortsdurchfahrt Steinkirchen/Grünendeich gilt jetzt durchgängig Tempo 30.

Folge der Straßenschäden: In der Ortsdurchfahrt Steinkirchen/Grünendeich gilt jetzt durchgängig Tempo 30. Foto: Vasel

Die Ortsdurchfahrt Steinkirchen ist sanierungsbedürftig. Doch das Land hat frühestens 2029 das Geld für die Grundsanierung in der Kasse. Stattdessen gibt es Schilder.

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Von Björn Vasel
Samstag, 06.06.2026, 05:50 Uhr

Steinkirchen. Bislang mussten die Pkw-, Lkw- und Motorradfahrer lediglich vor den Schulen und Kindergärten die Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt Steinkirchen/Grünendeich reduzieren. Seit dieser Woche gilt die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h in diesem Bereich der L140 durchgängig.

Tempo 30 überall - eine Folge der Straßenschäden

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat Tempo-30- und Achtung-Straßenschäden-Schilder entlang der 2,3 Kilometer langen Ortsdurchfahrt aufgestellt. Ob Huttfleth, Obstmarschenweg und Bürgerei - überall müssen Verkehrsteilnehmer mit Schlaglöchern rechnen.

Fachbereichsleiter Falk Salomon von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade kündigte an, dass die Schlaglöcher im August/September 2026 mit einem Kalt-Asphalt gestopft werden sollen. Eine Ausschreibung sei in Vorbereitung, ergänzte Salomon. Ob die Tempo-30-Schilder im Anschluss wieder entfernt werden, blieb offen.

Grundsanierung startet nicht vor 2029

Bekanntlich soll die Landesstraße in Steinkirchen und Grünendeich in den kommenden Jahren grundsaniert werden. Der für die Planung zuständige Fachbereichsleiter Falk Salomon rechnet damit, dass das Land Niedersachsen die Straßenbaumaßnahme „nicht vor 2029 umsetzen wird“. Wie viel Geld investiert werden muss, sei offen. Die Planung sei noch nicht abgeschlossen, sagt Behördensprecherin Carolin Selle. Im Jahr 2024 hatte das Land die Investitionskosten auf bis zu sechs Millionen Euro geschätzt.

Die Visualisierung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zeigt den Bereich Bürgerei - in Richtung Rathaus/Kirche.

Die Visualisierung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zeigt den Bereich Bürgerei - in Richtung Rathaus/Kirche. Foto: Büro Wiederer/NLStBV

Die Kommune werde sich finanziell an Gehweg, Bushaltestellen, Querungshilfe, Parkplätzen und Kompensationsmaßnahmen beteiligen müssen. Das gelte sowohl für die Gemeinde Steinkirchen als auch Grünendeich. Und: Zeitgleich müsse der Abwasserzweckverband die Kanäle erneuern.

Kommunalpolitiker und Anwohner hoffen, dass die durchgängige Geschwindigkeitsreduzierung im Zuge der Ortsdurchfahrt auf Tempo 30 mit Verweis auf die Verkehrssicherheit und Lärmbelastung länger Bestand hat. Nach den letzten Messungen von 2021 fahren im Durchschnitt 3027 Pkw und 103 Lkw täglich durch.

Politik begrüßt überarbeiteten Entwurf

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hat ihre überarbeiteten Pläne am Mittwochabend im Ratssaal in Steinkirchen präsentiert - vor der Sitzung des Bauausschusses. Die Arbeitsgemeinschaft Bürgerei Steinkirchen bleibt bei ihrer Ablehnung.

Die Steinkirchener Bürgermeisterin Sonja Zinke und der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde, Hauke Eckhoff (beide CDU), hingegen begrüßten die überarbeitete Planung. Hauke Eckhoff stand bekanntlich den ersten Entwürfen noch kritisch gegenüber. Das Land sei auf „all’ unsere Wünsche so weit wie möglich eingegangen“, so Nicola Hahn (FDP) im Bauausschuss. Vertreter von CDU, SPD und Grünen klopften nach ihrem Statement zustimmend auf den Tisch. Dieses blieb der einzige Redebeitrag, eine offizielle Zustimmung des Rats benötigt das Land als Straßenbaulastträger nicht.

Fachbereichsleiter Falk Salomon, Bürgermeisterin Sonja Zinke und der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde Steinkirchen, Hauke Eckhoff, studieren die L140-Pläne (von links).

Fachbereichsleiter Falk Salomon, Bürgermeisterin Sonja Zinke und der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde Steinkirchen, Hauke Eckhoff, studieren die L140-Pläne (von links). Foto: Vasel

Insgesamt kommt die Fahrbahn mit den Fußwegen sowie den Fahrrad- und Sicherheitsstreifen auf eine Breite von 12,60 Metern - abgesehen von den Engstellen. Die Ausbaubreite von bis zu 14,20 Metern ist vom Tisch. Der Fahrradstreifen wurde auf den Abschnitt von der Kita Schatzinsel/Service Center Orlowski in Steinkirchen bis zur Kurzen Straße reduziert. Der Bauabschnitt soll bis zum Kirchenstieg verlängert werden, letztlich wird der Sicherheitsstreifen von 1,5 Metern Breite auf der Fahrbahn bis auf Höhe der Esso-Tankstelle in Grünendeich in beide Richtungen angelegt.

Die Visualisierung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zeigt den Bereich an der Hogendiekbrücke - mit Querungshilfe und Bushaltestellen.

Die Visualisierung der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zeigt den Bereich an der Hogendiekbrücke - mit Querungshilfe und Bushaltestellen. Foto: Büro Wiederer/NLStBV

Die Fußwege sollen „barrierefrei“ umgebaut werden - auf eine Breite von 1,80 Metern, soweit es räumlich möglich ist. Bei der Hogendiekbrücke sind Querungshilfe und barrierefreie Bushaltestellen vorgesehen. Zinke will das Dorfentwicklungsprogramm anzapfen, um Fördermittel für den Gehweg einzuwerben.

Vor-Ort-Termin zur Post-Rettung

Trotz alledem. Es gibt weiter Knackpunkte. Reiner Orlowski vom Service Center Orlowski (Post und Fahrradverleih) und Immobilieneigentümer Ingo Schult fürchten um den Postbetrieb. Deutsche Post AG und Kreis Stade verlangten im Agenturvertrag beziehungsweise in der Baugenehmigung drei Parkplätze auf seinem Grundstück.

Blick auf die Parkplätze von Post-Agentur und Fahrradverleih an der L140 in Steinkirchen.

Blick auf die Parkplätze von Post-Agentur und Fahrradverleih an der L140 in Steinkirchen. Foto: Vasel

Diese seien „durch den neuen Straßenverlauf gefährdet“. Nicht nur ältere Kunden seien auf das Parken vor der Tür angewiesen, sagte Orlowski mit Blick auf schwere Pakete. Es gelte, die Post zu halten, so Schult. Gegenüber habe das Land noch Flächen. Salomon sagte einen Vor-Ort-Termin zu. Die Frage ist jetzt unter anderem, ob die Straße stärker verschwenkt werden könnte oder es andere Lösungen gibt.

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Post-Standort sichern: Immobilieneigentümer Ingo Schult und Bürgermeisterin Sonja Zinke im Gespräch.

Post-Standort sichern: Immobilieneigentümer Ingo Schult und Bürgermeisterin Sonja Zinke im Gespräch. Foto: Vasel

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