TUmfrage zum Ganztag: Was Jorker Eltern sich wünschen - und kritisieren
Wie sollen Kinder in Jork und Königreich zukünftig lernen? In einer Online-Umfrage stimmten die Eltern mehrheitlich für einen gebundenen Ganztag an mindestens zwei Tagen. Foto: Vasel (Archiv)
Die Gemeinde Jork und die Schulen wollen gerne ein teilgebundenes Modell einführen. Doch was wollen die Jorker Eltern? Eine Umfrage zeigt teils deutliche Ergebnisse.
Jork. Im vergangenen Herbst lud die Gemeinde Jork insgesamt 847 Eltern ein, ihre Meinungen, Wünsche und Kritik in einer Online-Umfrage zu äußern. Mehr als die Hälfte der Eingeladenen (436) hat an der Umfrage teilgenommen.
78 Prozent der Eltern sprechen sich für einen gebundenen Ganztag an zwei oder mehr Tagen pro Woche aus. Ein deutliches Ergebnis: Stellt man sich eine Schulklasse mit 25 Kindern vor, wären 19 Eltern dafür.
Verwaltung und Schulen bevorzugen teilgebundenen Ganztag
Die Gemeinde Jork als Schulträger sowie die beiden Grundschulen in Jork und Königreich sprechen sich schon seit Jahren für eine teilgebundene Ganztagsschule aus. In diesem Modell ist der Ganztagsunterricht an zwei bis drei Tagen verbindlich. Auch etwa die Montag-Stiftung habe dies empfohlen, bestätigt Verwaltungsvertreter Arne Krüger dem TAGEBLATT.
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Was die genauen Betreuungstage angeht, besteht aus Elternsicht besonders an Dienstagen (40 Prozent) und Donnerstagen (42 Prozent) hoher Betreuungsbedarf bis mindestens 15.30 Uhr. Drei von vier Kindern würden zudem montags bis donnerstags am Schulmittagessen teilnehmen.
Was Eltern am Ganztag kritisieren
Eltern konnten in der Umfrage auch Sorgen sowie Argumente gegen die Ganztagsschule einbringen. So befürchten einige etwa, dass ihre Kinder durch den verlängerten Schultag überlastet würden. Auch einen Eingriff in das Familienleben oder fehlende Freizeit äußerten Befragte.
„Wir wollen möglichst alle mitnehmen“, sagt Krüger. Für Gemeinde und Schulen sei es wichtig, Hobbys der Kinder im Ganztag unterzubringen, sagt Krüger. Gespräche mit Kooperationspartnern wie etwa Sportvereinen laufen gerade. Freizeit sei Bestandteil des Ganztags. Zudem würden die Hausaufgaben beim teilgebundenen Ganztag in der Schule erledigt, die Tagesstruktur würde kindgerecht angepasst.
Gemeinde prüft zusätzliche Betreuungszeiten
Außerhalb des Unterrichts wünschen sich über 90 Prozent der Eltern zusätzliche Angebote mit Schwerpunkt Sport und Bewegung, gefolgt von Musik (74 Prozent) und Entspannung (57 Prozent).
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Etwa zehn Prozent der Eltern gaben zudem Interesse an zusätzlichen Betreuungszeiten über die regulären acht Stunden an. Jork wolle mögliche Optionen mit dem vorhandenen Personal prüfen, sagt Krüger. Im Gegensatz zum restlichen Ganztag wäre diese Zusatzbetreuung kostenpflichtig, sie soll jedoch „für alle möglich sein“.
Die Umfrage soll jetzt in den Schulausschuss einfließen, denn die Zeit drängt. Der Ganztagsanspruch in Niedersachsen beginnt ab August 2026. Die Politik soll noch vor den Kommunalwahlen im Herbst die notwendigen Beschlüsse fassen, so Krüger.
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